Literatur, Jazz und Lichterspiel im Kurpark von Bad Mergentheim

Moderatorin und Journalistin Katrin Schumacher führte durch den Eröffnungs-Abend. Im literarischen Mittelpunkt stand Bestseller-Autorin Iris Wolff. Sie las aus ihrem preisgekrönten Roman „Lichtungen“ und gab Einblicke in ihr Schreiben.
Kenntnisreich und unterhaltsam schlug Literaturkritiker Helmut Böttiger den Bogen zwischen Kur und Literatur – von Franz Kafka über Max Frisch und Martin Walser bis zu Eduard Mörike. Selbst die „Helden von Bern“, die 1954 nach ihrem Triumph bei der Fußball-Weltmeisterschaft in der Schweiz in Bad Mergentheim zur Kur weilten, fanden ihren Platz.
Oberbürgermeister Udo Glatthaar sprach von einer „großen Ehre und großen Freude“, die Literaturtage im Jubiläumsjahr der Kurstadt ausrichten zu dürfen, und dankte Haupt- und Ehrenamtlichen, Sponsoren und Kooperationspartnern.
Dr. Claudia Rose, Ministerialdirigentin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, betonte die verbindende Kraft von Kunst und Kultur und sagte, die Begegnung sei ein besonderer Schatz des Festivals.
Wie aus ursprünglich vier verlängerten Literatur-Wochenenden ein nahezu durchgängiges Festivalprogramm entstand, darüber berichteten die beiden Kuratoren Beatrice Faßbender und Ulrich Rüdenauer. Mehr als 60 Veranstaltungen an über 45 Orten haben sie gemeinsam mit zahlreichen Akteuren auf die Beine gestellt.
Das Literatur-Festival nahm in den vergangenen Tagen sofort Fahrt auf: Am Samstag stellte Bestseller-Autorin Giulia Enders „Organisch“ vor. Zuvor wurde ein Flugzeughangar in Unterschüpf zur Literaturbühne: Jo Lendle las dort – inmitten von Flugzeugen – aus „Die Himmelsrichtungen“ über Flugpionierin Amelia Earhart. Am Sonntag folgten unter anderem eine literarische Tour nach Marbach und ein Abend über Wolf, Schaf und Esel im Wildpark.
Bis zum 11. Oktober wird Bad Mergentheim mit mehr als 60 Veranstaltungen an über 45 Orten zur Literaturbühne. Zu den kommenden Gästen zählen unter anderem Vincent Klink, Matthias Brandt und Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk. (dk)
