„Erste Hilfe“ für Archivalien gewährleistet

Veröffentlicht am Montag, 14. September 2026
Schnelle Schadensbegrenzung im Ernstfall: Stadtarchivar Alexander Ploebsch kann nun mit einem Notfallbox-System arbeiten, das an allen 15 Archiv-Standorten der Stadt einsetzbar ist.
Schnelle Schadensbegrenzung im Ernstfall: Stadtarchivar Alexander Ploebsch kann nun mit einem Notfallbox-System arbeiten, das an allen 15 Archiv-Standorten der Stadt einsetzbar ist.

Ob der Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar oder das Hochwasser im Ahrtal: Wenn ein Schadensereignis eintritt, gehen meist auch kostbare Archivalien für immer verloren. Um das „Gedächtnis der Stadt“ zu schützen, ist jetzt in Bad Mergentheim mit Hilfe einer Bundesförderung eine Notfall-Ausrüstung angeschafft worden.

Nach entsprechender Bewerbung durch Stadtarchivar Alexander Ploebsch bekam die Kurstadt 1.200 Euro aus dem Bundesprogramm „Schriftliches Kulturgut erhalten“ von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) zugesprochen. Damit wurde eine „Notfallbox“ finanziert, bei der es sich strenggenommen um gleich drei große Boxen sowie weiteres Zubehör auf einem Transportroller handelt.  

Darin enthalten ist alles, was der Stadtarchivar braucht, um „Erste Hilfe“ zu leisten: Folien gegen Nässe, Pinsel und weiteres Werkzeug, Handschuhe, spezielle Reinigungsmittel, Dokumentations- und Verpackungsmöglichkeiten sowie vieles mehr. „Es handelt sich um eine wichtige Erstausstattung, damit wir einen möglichen Schaden an Archivbeständen möglichst schnell begrenzen können und handlungsfähig sind“, sagt Alexander Ploebsch.

Der Stadtarchivar ist froh, die Notfallbox zu haben. „Unsere Bestände sind nicht zentralisiert und nicht immer archivgerecht untergebracht, außerdem im gesamten Stadtgebiet räumlich weit verteilt – dadurch ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass mal an einem von insgesamt 15 Standorten etwas passiert, vom Brand bis zum Wassereintritt“, erklärt er. Das Notfallbox-System ist direkt am Aufzug des Kernstadt-Archivs am Hans-Heinrich-Ehrler-Platz gelagert, um im Ernstfall schnell verladen und auch in den Teilorten eingesetzt werden zu können. Alexander Ploebsch sieht dies als ersten Schritt hin zu einem strukturierten Notfallmanagement des Stadtarchivs, das er noch erarbeiten möchte.

Der Stadtarchivar bedankt sich bei der Bundesregierung und der örtlichen Bundestagsabgeordneten Nina Warken für die Unterstützung. Das Programm, bei dem Bad Mergentheim zum Zuge kam, fördert Archive, Bibliotheken und weitere Gedächtnisinstitutionen, um schriftliches Kulturerbe zu sichern, zu restaurieren und für kommende Generationen zu bewahren. Ab dem Jahr 2026 stellen Bund und Länder hierfür jährlich zusätzliche Fördermittel bereit, um die langfristige Erhaltung dieses bedeutenden kulturellen Erbes zu gewährleisten.

Das Stadtarchiv bemüht sich regelmäßig um Fördermittel für seine Arbeit und konnte so in den vergangenen Jahren unter anderem Mittel für eine umfangreiche Urkundensanierung und die Anschaffung eines großen Archivscanners einwerben.