Friedhöfe leisten wertvollen Beitrag zur Biodiversität

Der Eigenbetrieb Friedhofs- und Bestattungswesen trägt in Bad Mergentheim seinen Teil zu mehr Biodiversität und Artenvielfalt bei. Damit verändert sich auch das Bild der Friedhöfe.

Eine Wildbiene in Bad Mergentheim: Insekten wie ihr möchte die Stadt mit der Biodiversitäts-Strategie neuen Lebensraum geben – auch auf den Friedhöfen. (Bild: Holger Schmitt)
Eine Wildbiene in Bad Mergentheim: Insekten wie ihr möchte die Stadt mit der Biodiversitäts-Strategie neuen Lebensraum geben – auch auf den Friedhöfen. (Bild: Holger Schmitt)

Gemeinderat und Verwaltung haben sich auf den Weg gemacht, der Biodiversität in Bad Mergentheim dauerhaft einen hohen Stellenwert zu geben und die Stadtentwicklung entsprechend auszurichten. Für mehr Biodiversität in Bad Mergentheim sind bei bislang zwei „Runden Tischen“ viele Handlungsstrategien entwickelt worden und die Stadt konnte bereits konkrete Ergebnisse auflisten.

Diese reichen vom Steingarten-Verbot im neuen Wohngebiet Auenland III über insektenfreundliche Landschaftspflege bis hin zu neuen Bäumen und Sträuchern, die als „stadtklimaverträglich“ gelten. An den regelmäßigen Abstimmungen nehmen die unterschiedlichsten Interessengruppen und Behörden teil. Erste Erfolge gibt es auch schon zu verzeichnen. Dazu gehören das Auftauchen seltener Orchideenarten oder Flächen, auf denen sich dank Anpassungen bei der Mahd wieder Wildbienen angesiedelt haben.

Auch der städtische Eigenbetrieb Friedhofs- und Bestattungswesen achtet verstärkt auf Ökologie. Dies ist in den Anlagen inzwischen auch sichtbar. Das angepasste Konzept in der Grünpflege bedeutet keineswegs, dass überhaupt nichts mehr gemacht wird und man alles einfach wachsen lässt. „Bäume, Sträucher und Grünflächen werden von den Mitarbeitern nach wie vor sorgfältig gepflegt“, betont Betriebsleiterin Elisabeth Väth.

Daneben gibt es nun aber auch neue Blühstreifen und einzelne Grünflächen, auf denen die Mahd bewusst reduziert ist. So wurde beispielsweise gerade im Areal des Friedhofs in der Au ein etwa zwölf Quadratmeter großer Blühstreifen angelegt. Dieser ist für den Herbst zunächst komplett mit der Pflanze „Phacelia“ – auch bekannt als „Bienenweide“ – eingesät worden. Im Frühjahr 2021 wird die Fläche dann nochmals bearbeitet und eine mehrjährige Wildkräuter-Mischung ausgesät. Später könnte die Fläche noch einmal vergrößert und mit einem Insektenhotel kombiniert werden.

Zuweilen werden Elisabeth Väth und ihr Friedhofs-Team dieser Tage auf den Unkrautwuchs auf den Wegen angesprochen. Hier verweist die Betriebsleiterin darauf, dass inzwischen komplett auf Chemie verzichtet wird: „Der Einsatz des hochumstrittenen Unkraut-Vernichters Glyphosat würde nicht nur allen Bemühungen um mehr Biodiversität zuwider laufen, er ist inzwischen für unseren Bereich auch gesetzlich verboten.“ Und das althergebrachte Unkrautjäten mit der Hand würde zwar gemacht, könne aber niemals zu solchen Ergebnissen in der Fläche führen, wie sie der frühere Chemie-Einsatz gebracht habe.

Stadt und Eigenbetrieb bitten deshalb die Friedhofs-Besucher um Verständnis für den Grünwuchs auf den Wegen. Dieses neue Bild dokumentiere „einen sensibleren Umgang mit der Natur“, so Elisabeth Väth abschließend.