Blühende Quellen: Landesgartenschau 2034 findet in Bad Mergentheim statt

Im dritten Anlauf hat es geklappt: Bad Mergentheim hat für eine in jeder Hinsicht überzeugende Konzeption unter dem Titel "Blühende Quellen" den Zuschlag für die Landesgartenschau 2034 bekommen. Sie findet damit erstmals im Main-Tauber-Kreis statt.

Das JA ist da! Bad Mergentheim hat nach großem Einsatz den Zuschlag für die Landesgartenschau bekommen.
Das JA ist da! Bad Mergentheim hat nach großem Einsatz den Zuschlag für die Landesgartenschau bekommen.

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Hier können Sie ein Statement von Oberbürgermeister Udo Glatthaar zur Vergabe der Landesgartenschau 2034 an Bad Mergentheim lesen.

Wir hatten unsere Konzeption im Dialog mit der Bürgerschaft für die zweite Vergaberunde überprüft, präzisiert und ergänzt; haben sie noch ökologischer und innovativer gemacht; haben an guten Ideen gefeilt und ganz neue kreiert. Kurzum - wir haben uns und unser Herzensprojekt weiterentwickelt. Aller guten Dinge sind drei - und mit unserem nun dritten Anlauf war es auch Zeit für die allererste Landesgartenschau im Main-Tauber-Kreis.

In allen Kapiteln gab es teils umfassende Ergänzungen und Anpassungen. Besonders berücksichtigt wurden dabei fachliche Rückmeldungen vom Kommissionsbesuch 2018, neue städtebauliche und ökologische Schwerpunkte der modifizierten Landes-Ausschreibung und natürlich die bei Veranstaltungen und per E-Mail gesammelten Wünsche und Kommentare aus der Bürgerschaft. Insgesamt 600 sind es inzwischen.

Das „Herzstück“ der neuen Bewerbungsmappe ist das auf acht Seiten ausgedehnte Klimaanpassungs-Konzept, das detailliert aufzeigt, wie durch die verschiedenen Landesgartenschau-Bereiche das Stadtklima effektiv verbessert und ein ganzheitlicher Umwelt- und Klimaschutz vor Ort dargestellt werden kann. Dazu haben unter anderem großflächige Messungen mit Wärmebildkamera stattgefunden, die Frischluft-Schneisen wurden analysiert und die Durchgrünung im Rahmen der geplanten städtebaulichen Projekte konsequent mit einbezogen. Das Potenzial für 440 Baum-Neupflanzungen und knapp 40.000 Quadratmeter Entsiegelung zeigt auf, wie im Zusammenspiel mit zusätzlicher Dachbegrünung in der Kurstadt rund 700 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr abgebaut werden könnten.

Es bleibt bei den vier Leitthemen Gewässer, Verkehr, Städtebau und Landschafts-Verknüpfungen. Die sechs Daueranlagen umfassen die Altstadt, das Herrenwiesenquartier, den Ketterberg, die Tauber, den Landschaftspark hinter dem Äußeren Kurpark sowie die Zukunftsstadt Auenland mit der neu gestalteten Deutschordensstraße (ehemalige B 19) als grünem Boulevard. Die Dauer-Anlagen sind der wichtigste Teil einer solchen Machbarkeitsstudie, da sie die Stadtentwicklung unabhängig vom eigentlichen Veranstaltungsjahr ausmachen.

Im Kapitel „Altstadt“ ist nun der Gänsmarkt Teil der Landesgartenschau-Konzeption. Eine mögliche Gestaltung mit Platz-Charakter, weniger Pkw-Verkehr und hoher Aufenthaltsqualität wird aufgezeigt. Das Kapitel „Herrenwiesenquartier“ beinhaltet nicht nur eine präzisierte und wesentlich detailliertere Planung, es weitet – ausgehend von der Konversion der Sägewerks-Brache in ein Urbanes Gebiet – das Quartier insgesamt auch deutlich nach Norden aus. Gleichzeitig wurden die Wachbach-Terrassen als Quartiersplatz noch ansprechender und naturnäher gestaltet.

Im Kapitel „Ketterberg“ wird dessen Charakter als „Balkon der Stadt“ noch deutlicher herausgearbeitet. Neben der Instandsetzung der Kulturlandschaft (historische Weinberge, Trockenmauern) soll hier nun in Zusammenarbeit mit dem Forst der auf veränderte klimatische Bedingungen eingestellte „Wald der Zukunft“ erlebbar werden. Statt des Landschaftsstegs könnte ein Baumwipfelbogen den Panorama-Blick ins Tal eröffnen. Die Seilbahn-Idee bleibt als mögliche besondere Attraktion bestehen. Sie wird jedoch in der Gewichtung zurückgenommen und nach weiteren erfolgten Vorab-Prüfungen nun in der Kostenübersicht als Investoren-Modell geführt, das nach einer Attraktivierung des Ketterbergs zum Tragen kommen könnte.

Der Themenbereich Tauber/ Stadtstrand/ Hochwasserschutz stellt sich als Ergebnis einer gründlichen Überarbeitung in Querschnitt und Detail-Planung ebenfalls neu dar. Die  Visualisierung unterstreicht nun den Charakter als naturnaher Erholungsraum und tritt damit auch Befürchtungen entgegen, hier könne eine „Partymeile“ entstehen.

Stadtbaudirektor Bernd Straub betont, dass die vorgelegten Planungen trotz des frühen Stadiums einer Machbarkeitsstudie bereits von großer Tiefe seien: „Wir legen einen Zukunftsentwurf für Bad Mergentheim mit visionären Ideen vor, der dabei keine Luftschlösser baut, sondern realistische und fachlich fundierte städtebauliche Perspektiven aufzeigt.“  Der Stadtbaudirektor sieht mit Blick auf das Land ein „starkes Signal“ darin, dass die ursprünglichen Projekte nicht verworfen, sondern konsequent fortentwickelt wurden.  

Die Bewerbung beinhaltet auch das Ausstellungskonzept für das Durchführungsjahr, ein Mobilitätskonzept sowie die „flankierenden Maßnahmen“. Zu letzteren gehören unter anderem ein „Freizeitberg“ mit Erlebnis-Attraktionen auf dem Katzenberg (Bereich Wildpark) oder Entwicklungs-Ideen für die Teilorte, beispielsweise die Aufwertung des sanierungsbedürftigen Freibades Althausen zum chemiefreien Naturbad, die Ortskernentwicklung in Apfelbach oder der Lärmschutz in Edelfingen.

Bei Fragen und Anregungen schreiben Sie uns an: landesgartenschau@bad-mergentheim.de