Fragen & Antworten zur Landesgarten­schau­bewerbung

500 Ideen und Vorschläge, großes Interesse an den Infoveranstaltungen und jede Menge Lob für die Konzeptionen: Viele Bürgerinnen und Bürger sind von dem Projekt „Landesgartenschau Bad Mergentheim“ begeistert. Natürlich erreichen uns aber hin und wieder auch skeptische oder kritische Stimmen. Nachfolgend geben wir Ihnen Antworten auf die häufigsten Fragen. Zögern Sie nicht, uns anzusprechen oder anzuschreiben.

Investitionen, die bleiben: zum Beispiel der neue Bahnhofsvorplatz.
Investitionen, die bleiben: zum Beispiel der neue Bahnhofsvorplatz.

Die Haushaltslage in Bad Mergentheim ist angespannt – kann die Stadt sich eine Landesgartenschau überhaupt leisten?

32,6 Millionen Euro – das ist die unbestritten stolze Summe, die „unterm Strich“ in unserem Kostenplan steht. Wir wollen mit der Landesgartenschau ja auch Großes in unserer Stadt bewegen. Und den Betrag muss man genau betrachten: So sind rund 10 Millionen Euro allein für das Durchführungsjahr reserviert. Dieses Geld kommt größtenteils über Sponsoring und Eintrittsgelder wieder rein, in den vergangenen Jahren haben Landesgartenschau-Kommunen im Veranstaltungsjahr sogar ein Plus gemacht. Die übrigen 22,6 Millionen Euro entfallen auf die so genannten „Daueranlagen“, also auf den Stadtumbau, der uns erhalten bleibt und zukunftsfit macht. Diese Investitionen werden zum einen stark gefördert (5 Millionen Euro gibt das Land pauschal, hinzu kommen weitere anteilige Förderungen); zum anderen werden sie über den gesamten Zeitraum bis zur Landesgartenschau gestreckt. Bekämen wir beispielsweise den Zuschlag für 2026, so hätten wir noch acht Jahre Zeit, die Projekte umzusetzen und zu finanzieren. Bei einem jährlichen Haushaltsvolumen von rund 60 Millionen Euro ist das durchaus machbar – zumal in vielen Bereichen ohnehin Investitionen anstehen.

Wo sollen die vielen Besucher einer Landesgartenschau parken?

Für das Mobilitätskonzept der Bewerbung haben wir uns mit SHP Ingenieure ein renommiertes Verkehrsbüro aus Hannover an Bord geholt. Das Konzept sieht eine dezentrale Parkierung an der Peripherie der Stadt vor. Im Süden, Westen und Osten wird der ankommende Individualverkehr gesammelt und die Besucher erreichen über eigens eingerichtete Shuttlebus-Linien die Innenstadt und das Landesgartenschaugelände. An der Mobilitätszentrale Deutschordenstraße/ Auenland sowie am Bahnhof werden Pedelec- und Fahrradverleih, E-Auto-Verleih sowie weitere, autonom fahrende Shuttle-Services bereitgestellt. Klingt nach „Zukunftsmusik“? Nicht vergessen: Wir reden über das Jahr 2026, 2028 oder 2030. Insgesamt ist die Verkehrsführung in Bad Mergentheim übrigens eines von vier Schwerpunktthemen unserer Landesgartenschau-Bewerbung.

Bad Mergentheim hat bereits einen schönen Kurpark – haben wir da überhaupt eine Chance auf die Landesgartenschau?

Landesgartenschauen sind heute in erster Linie innovative Stadtentwicklungsprogramme – und nicht nur „Blümchenschau“. Wir bewerben uns bewusst nicht für die ebenfalls ausgeschriebenen Grünprojekte oder so genannten „kleinen Gartenschauen“, sondern für eine große Landesgartenschau. Denn für uns geht es darum, ob Bad Mergentheim in der Stadtentwicklung einen Durchbruch schafft. Im dünn besiedelten Main-Tauber-Kreis wachsen wir – entgegen allen Trends. Die Landesgartenschau wäre die große Chance, dieses Wachstum mit all seinen städtebaulichen Herausforderungen zu einem wirklichen Schub zu machen. Eine Chance, Perspektiven zu schaffen für junge Leute und Familien, fürs Leben und Wohnen, für Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft sowie für die ökologisch-nachhaltige Gestaltung eines modernen Mittelzentrums. Wir haben großen Handlungsbedarf und viele „Baustellen“, die wir mit einer Landesgartenschau anpacken können – davon wollen wir die Bewertungskommission überzeugen.

Sind die dargestellten Visionen realistisch?

Ja. Gemeinsam mit unseren Partnern von der „Planstatt Senner“ haben wir zwar mutig und frei ganz neue Wege für Bad Mergentheim konzipiert, aber alle Daueranlagen tragen ganz konkret dazu bei, Probleme der Stadt zu lösen, mehr Grün in die Stadt zu bringen und die Aufenthalts- und Lebensqualität der Menschen zu erhöhen. Dass wir es mit den Planungen wirklich ernst meinen, sehen Sie zum Beispiel daran, dass die Stadt im Zuge der Bewerbung das so genannte „Rudolph-Areal“ erworben hat. Diese Industriebrache ist Ausgangspunkt für unsere Vision eines urbanen, nachhaltigen und zentrumsnahen Wohngebiets in den Herrenwiesen.

Ist eine Seilbahn auf den Ketterberg wirklich nötig – und was gibt es dort dann überhaupt zu sehen?

Die Seilbahn auf den Ketterberg ist ohne Zweifel das markanteste Projekt in unserer Bewerbung – und liefert am meisten Gesprächsstoff. Fest steht: Der Panoramablick in den historischen Stadtkern hinein und über die sanften Hügel des Taubertals hinweg ist eine der spektakulärsten Aussichten, die Bad Mergentheim zu bieten hat. Das Konzept sieht neben einem Aussichtssteg aber noch mehr vor: So sollen die historischen Weinberge des Deutschen Ordens wieder angelegt werden, ein neuer Zickzack-Weg ins Tal soll entstehen und eine kleine Gastronomie für das Veranstaltungsjahr (vielleicht auch länger) könnte hier zum Verweilen einladen. Auch würde die Seilbahn in einer relativ einfachen Ausführung und nicht als überdimensionierte bauliche Anlage entstehen. Klar sein sollte aber auch: Ob diese Seilbahn so kommen wird, ist nicht entschieden. Und wenn sie gebaut wird, gäbe es noch einmal die Möglichkeit, sie entweder temporär oder dauerhaft aufzustellen. Allgemein gilt: Der endgültige Stadtumbau wird erst nach einem möglichen Zuschlag über einen Planungswettbewerb mit breiter Bürgerbeteiligung final festgelegt.   

Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns eine E-Mail an landesgartenschau@bad-mergentheim.de!

Sie haben keine Zeit, die komplette Bewerbungsmappe durchzulesen? Unten stehend bieten wir Ihnen eine sechsseitige Kompakt-Version zum Download an.