Wirtschaft der Kurstadt boomt

Bad Mergentheim boomt. Die Zahl der Beschäftigten wächst auf Rekordniveau. Mehr als 12000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gibt es in der Großen Kreisstadt.

Wirtschaft der Kurstadt Bad Mergentheim boomt
Wirtschaft der Kurstadt Bad Mergentheim boomt

Die Wirtschaft der Großen Kreisstadt boomt. Das macht sich an der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigtenb emerkbar. Noch nie war sie so hoch wie Ende Juni des vergangenen Jahres: 12 485 Beschäftigte zählte das Statistische Landesamt Baden-Württemberg. Das sind rund 1800 mehr als noch vor zehn Jahren, was einer Steigerung von mehr als 17 Prozent entspricht. Im Main-Tauber-Kreis liegt Bad Mergentheim damit knapp hinter Wertheim, wo 12551 Beschäftigte in Lohn und Brot stehen. Auf Rang drei folgt Tauberbischofsheim mit 8698 Beschäftigten.

Jobmotor Dienstleistungsgewerbe

Ein Großteil der Beschäftigten arbeitet im Dienstleistungsgewerbe, wie aus den Zahlen der Statistiker hervorgeht. Dazu gehören Finanz- und Versicherungsdienstleister oder die Bereiche Erziehung und Unterricht sowie öffentliche Verwaltung. Der Anteil dieser Sparte macht seit jeher in Bad Mergentheim rund 50 Prozent aus. Im vergangenen Jahr waren es etwa 6400. Binnen zehn Jahren gab es eine Steigerung um 14 Prozent. Rund 3400 Beschäftigte (28 Prozent) haben einen Arbeitsplatz in der Sparte Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Weitere 2557 (20 Prozent) werden dem produzierenden Gewerbe, also der Industrie, zugeordnet. Beim Spitzenreiter in Wertheim ist das Verhältnis umgekehrt. Hier arbeiten rund 60 Prozent der Beschäftigten in der Industrie.

Auf Landesebene zeigt sich nach den Erhebungen der Statistiker folgendes Bild. Insgesamt waren in Baden-Württemberg zum gleichen Zeitpunkt lediglich 35,9 Prozent der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe tätig, 20 Prozent in Handel, Verkehr und Gastgewerbe und 43,7 Prozent in der Sparte sonstige Dienstleistungen. In Bad Mergentheim arbeiten also verhältnismäßig viele Menschen in der Dienstleistungsbranche, während auf Landesebene etwas mehr Menschen im produzierenden Gewerbe tätig sind. In Tauberbischofsheim, mit 8698 Beschäftigten an dritter Stelle im Landkreis, sind es 40 Prozent, die Industrie-Jobs ausüben. Von den 12 551 Stellen in der Großen Kreisstadt waren zum Stichtag allerdings mehr als 60 Prozent durch Auswärtige besetzt. 7900 Menschen pendeln nach Bad Mergentheim zu ihrem Arbeitsplatz.

Ausländeranteil wächst

Etwa 5250 Bad Mergentheimer wiederum pendeln in andere Gemeinden. Der Anteil der ausländischen Arbeitnehmer hat sich binnen zehn Jahren verdreifacht. Vor einem Jahrzehnt waren es 3,2 Prozent der Beschäftigten, im vergangenen Jahr 10,6 Prozent. Die Dienstleistungsunternehmen und Industriebetriebe sind offenbar auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, um auf Wachstumskurs bleiben zu können. Zudem ermöglicht die Freizügigkeit der Europäischen Union die zunehmende Arbeitsmigration zwischen den Mitgliedsländern.

 

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 06.03.2019
Auto: Gerd Weimer