Wer kennt die Meeresbrise in Bad Mergentheim?

BWL-Gesundheitsmanagement führt Befragungen durch

Foto: DHBW
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Eine ganz besondere „Atempause“ bekommen Gäste des Gradierpavillons in Bad Mergentheim: Dort rieselt 6-%iges Solewasser der Bad Mergentheimer Paulsquelle über heimischen Schwarzdornreisig, die Luft erinnert dann an eine Meeresbrise. Doch wissen die Bürger bereits vom Pavillon? Wie lässt sich die Bekanntheit steigern? Mit zahlreichen Veranstaltungen gestaltet die Kurverwaltung Bad Mergentheim den Kur- und Urlaubsgästen sowie Einwohnern einen abwechslungsreichen Aufenthalt und unterhaltsame Erlebnisse. Wie kann das Marketing für die Veranstaltungen verbessert werden? Studierende des Studiengangs BWL-Gesundheitsmanagement befassten sich zusammen mit der Kurverwaltung mit diesen beiden Projekten.

Forschungsintegrierte Lehre wird an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) groß geschrieben. Die Studiengänge an der größten Hochschule des Landes haben es sich zur Auflage gemacht, ihre Studierenden durch die Verzahnung wissenschaftlicher Grundlagen mit deren Anwendung auf berufspraktische Szenearien bestmöglich auf eine Tätigkeiten in Unternehmen nach dem Abschluss vorzubereiten. Auch im Studiengang BWL-Gesundheitsmanagement am Campus Bad Mergentheim der DHBW Mosbach ist man gegenüber Praxisprojekten offen: Bereits seit mehreren Semestern kooperiert Studiengangleiter Prof. Dr. Boris Hubert mit der Kurverwaltung Bad Mergentheim. Im Frühjahr 2018 ließ er seine Studierenden untersuchen, wie bekannt und beliebt der Gradierpavillon sowie Veranstaltungen der Kurverwaltung sind.

Insgesamt annähernd 2.000 Arbeitsstunden steckten die Studierenden des zweiten Semesters für das Marketingseminar in eine Befragung von über 1.200 Bürgern, Urlaubern und Kurgästen. Sie entwickelten rechnergestützt Auswertungen, aus denen sich Vorlieben und Wünsche von Bürgern, Patienten und Besuchern je nach Alter ableiten lassen. Auffällig war in diesem Zusammenhang beispielsweise die sportliche und musikalische Affinität der Einwohner und Besucher der großen Kreisstadt Bad Mergentheim: Mehr als 60 Prozent der Befragten wünschten sich ein größeres Angebot an Konzerten und Outdoor-Sportveranstaltungen.

Lobend erwähnt wurde außerdem der Pflegezustand der Anlagen in und um den Kurpark. Der Gradierpavillon wurde von der Mehrheit der Befragten als optisch ansprechendes Bauwerk bezeichnet, welches sich perfekt in das Ambiente des Kurparks einfügt. In dieser Einrichtung fließt solehaltiges Wasser aus der Paulsquelle über Schwarzdornreisig und reichert die umgebende Luft mit Aerosolen an. Diese Aerosole verbreiten die angenehme salzhaltige Luft. Neben dem optischen Aspekt bietet der Gradierpavillon somit noch eine zusätzliche, gesundheitsförderliche Wirkung insbesondere für Menschen mit allergischen oder Atemwegsbeschwerden. 67% der Befragten war der Gradierpavillon bekannt. Am wenigsten jedoch den Besuchern, Kur- und Urlaubsgästen. Bei den Marketingstrategien für die Veranstaltungen fiel auf, dass die meisten Befragten auf Plakatwerbung reagieren sowie bei zunehmendem Alter auf Printprodukte, wie Tages- oder Gästezeitungen.

Ergänzend zur Befragung entwickelten die Studierenden wissenschaftlich basierte Handlungsvorschläge für die Kurverwaltung. Diese sollen zur Grundlage für konkrete Marketingmaßnahmen werden, um den Bekanntheitsgrad des Gradierpavillons und der durchgeführten Veranstaltungen zu steigern.

„Ich bin sehr stolz auf die Ergebnisse, die unsere Studierenden erarbeitet haben“, so Professor Dr. Boris Hubert, Leiter des Studiengangs BWL-Gesundheitsmanagement. „Wir stärken damit den Praxisbezug im Hochschulstudium. Gleichzeitig festigen wir die Beziehungen zu unseren Praxispartnern, ohne die ein duales Studium nicht möglich wäre.“ Kurdirektorin Katrin Löbbecke freut sich über das Engagement der Studierenden: „Mit den Ergebnissen der Befragung können wir die Angebote für unsere Gäste weiter verbessern“.