Spielstadt 2019: Arbeit, Handel, Freizeit – und ein Flamingo-Rathaus

Hunderte Mädchen und Jungen bevölkern seit 29. Juli wieder das Schulgelände in der Bad Mergentheimer Au und machen es zu ihrer Kinderspielstadt „Kiss-Me“. Zum Auftakt überreichte Oberbürgermeister Udo Glatthaar symbolisch die Schlüssel an die beiden frisch gewählten Stadtoberhäupter.

Der Gang aufs Amt muss sein: Im „Flamingo-Rathaus“ werden wichtige Formalitäten erledigt.
Der Gang aufs Amt muss sein: Im „Flamingo-Rathaus“ werden wichtige Formalitäten erledigt.

Wenn zwei Wochen lang je 300 Kinder zwischen 7 und 13 Jahren ihr eigenes Gemeinwesen bilden, das zudem tadellos funktioniert, dann ist wieder „Kiss Me“-Zeit in Bad Mergentheim. Insgesamt nutzen in diesem Jahr mehr als 530 Kinder das beliebte Angebot der Stadt Bad Mergentheim in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Igersheim.

Traditionell wird für „Kiss-Me“ ein großer Aufwand betrieben, damit eine richtige Stadt entsteht. Deren Bürger leben und arbeiten wie die Großen: Sie verdienen Geld, zahlen Steuern und organisieren ihre Gemeinschaft. Mehr als 45 Berufe aus allen Sektoren – von der Dienstleistung bis zur Produktion – greifen dabei reibungslos ineinander. Flankiert wird das Stadtleben von Institutionen wie der Polizei oder der öffentlichen Verwaltung, die in diesem Jahr „Flamingo-Rathaus“ heißt.

Die Kinder lernen aber nicht nur spielerisch und mit jeder Menge Spaß und Eigenverantwortung das Erwachsenenleben kennen, sie leben in „Kiss-Me“ auch ein Stück Demokratie. So wurden nach engagiertem Wahlkampf mit vielen Bewerbern für die erste Woche Lara Metzger (13) und Nikolas Reuss (12) zu Bürgermeistern gewählt.

OB Udo Glatthaar überreichte seinen beiden Kollegen im Beisein von Vertretern des Gemeinderates feierlich die Schlüssel zur Spielstadt: Kiss-Me sei eine „wunderbare Einrichtung“, auf die die Stadt sehr stolz sei. Der Oberbürgermeister dankte allen Helfern und Sponsoren, stellvertretend dem Oberstabsfeldwebel des 1. Transporthubschrauberregiments 30 Niederstetten, Christian Schmitt, der nicht mehr nur die Feuerwehr-Ausbildung der Kiss-Me-Bürger verantwortet, sondern inzwischen auch mit Bundeswehr-Köchen das große Gasthaus der Spielstadt verstärkt.

Insgesamt sind verteilt auf beide Wochen 86 Helfer im Einsatz – größtenteils ehrenamtlich. Neben der Stadtverwaltung entsenden auch Unternehmen wie „Bartec“ oder die Sparkasse Auszubildende als personelle Verstärkung für „Kiss-Me“.

Den offiziellen Auftakt nutzte OB Udo Glatthaar auch dazu, Sharleen Kalwach vorzustellen. Sie wird ab dem kommenden Jahr das große Projekt „Kiss-Me“ leiten, da Kornelia Perleth als Amtsleiterin für Bildung und Betreuung eine Führungsfunktion im Bad Mergentheimer Rathaus übernimmt. Zweiter Kiss-Me-Verantwortlicher bleibt Stefan Rückert aus Igersheim.

Für die kommenden Tage haben die neuen Bürgermeister klare Ziele. Lara setzt auf Dialog mit der Kiss-Me-Einwohnerschaft und will viele Anregungen aufgreifen. Nikolas hat sich das Thema „Sicherheit“ auf die Fahnen geschrieben. Dass Kiesel (das ist die Kiss-Me-Währung) geklaut würden, dürfe sich nicht noch einmal wiederholen.

Neuigkeiten, Bilder und Videos können im offiziellen Online-Blog angesehen werden, das täglich direkt aus der Kinderspielstadt berichtet. Zu erreichen ist das „Kiss-Me-Blog“ über die Startseite der städtischen Homepage www.bad-mergentheim.de.