Schulsanierung in Wachbach: Projekt läuft - wenn auch teilweise "hinter den Kulissen"

Veröffentlicht am Mittwoch, 15. Mai 2024
Die Plan-Ansicht von Süden zeigt den neuen Bereich links mit einem hell dargestellten Wärmedämmverbundsystem. Rechts ist der Bestand zu sehen (dunkel dargestellte Eternitverkleidung).
Die Plan-Ansicht von Süden zeigt den neuen Bereich links mit einem hell dargestellten Wärmedämmverbundsystem. Rechts ist der Bestand zu sehen (dunkel dargestellte Eternitverkleidung).

Im vergangenen Herbst hat die Generalsanierung und Modernisierung der Ottmar-Schönhuth-Schule in Wachbach begonnen. Da von außen bisher wenig davon sichtbar war, gibt es immer wieder Nachfragen zum Projekt-Stand. Die Stadt stellt diesen deshalb noch einmal aktuell dar.

Die ersten Schritte des ehrgeizigen Projekts fanden ab Herbst 2023 im Gebäude-Inneren statt, unter anderem wurden für die bauvorbereitenden Untersuchungen alle Decken geöffnet, wie die Stadt bereits berichtete. Die 72 Schülerinnen und Schüler der Grundschule haben ihr Schuljahr deshalb in der Modularen Grundschule auf dem Campus Au der Kernstadt begonnen. Dorthin und wieder zurück bringt sie ein eigens eingerichteter Bus-Transfer.

Derweil wird das Bauprojekt weiter vorangetrieben, was jedoch vielfältige Themen umfasst, wie Michael Wolfmeyer, Sachgebietsleiter Stadtplanung & Hochbau, erläutert: „Wir bauen nach den Kriterien des ‚Nachhaltigen Bauens in Baden-Württemberg‘, kurz NBBW, weshalb die Themen Schadstoffe und energetische Anforderungen durch Architekten und Fachplaner intensiv bearbeitet werden müssen. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir die bisherigen Bauteil-Beprobungen zum Teil noch einmal ergänzen müssen – das passiert gerade.“

Michael Wolfmeyer weist darauf hin, dass die energetischen und planerischen Anforderungen beim NBBW sehr hoch seien, was jedoch neben den ökologischen Vorteilen auch die Förder-Optionen weiter verbessern könne. Dies werde vor der Beauftragung der weiteren Bauleistungen geprüft. Trotzdem geht es auf der Baustelle voran: „Der Bauantrag ist eingereicht. Bereits im Vorfeld wurde das Tragwerk umfangreich untersucht, um mit möglichst geringem Aufwand die geltenden Brandschutzanforderungen erfüllen zu können. Die Baustromverteilung wird noch in diesem Monat ausgeschrieben und soll bereits im Juli ausgeführt werden“, gibt Michael Wolfmeyer einen Ausblick. Die Rückbauarbeiten würden voraussichtlich im September beginnen.

Einen konkreten Fertigstellungstermin hat die Stadt bisher bewusst nicht kommuniziert, um mit Blick auf die vielschichtigen Herausforderungen bei der Sanierung keine Erwartungen zu enttäuschen. Angestrebt war zunächst eine Rückkehr der Schülerinnen und Schüler nach dem kommenden Schuljahr, also im Sommer 2025. Inzwischen wird ein Fertigstellungstermin Ende 2025 prognostiziert.

Katrin Schwab, Sachgebietsleiterin Schulen & Sport, bedankt sich bei Lehrkräften, Eltern und vor allem den Schülerinnen und Schülern für das gute Gelingen der Übergangs-Zeit in der Kernstadt. „Bisher läuft das sehr gut und wir sind froh über das Funktionieren des vorübergehenden Umzugs. Wir hätten uns gewünscht, dass diese Lösung nur für zwei Schuljahre tragen muss, werden aber auch die Verlängerung ins Schuljahr 2025/ 2026 hinein in enger Abstimmung mit der Schulleitung und den Familien aus Wachbach gut gestalten.“ Die Vorfreude auf die „neue“ Schule sei groß.

Über das Bauprojekt: Das 1968 eröffnete Schulgebäude in Wachbach war an vielen Stellen sanierungsbedürftig und auch energetisch nicht auf dem neuesten Stand. Bereits 2021 wurde die Dachsanierung weitgehend abgeschlossen. Die Installation einer Photovoltaik-Anlage ist damit schon vorbereitet, diese wird nun auch eingebaut. Außerdem erhält das Gebäude eine neue Dämmung sowie dreifachverglaste Fenster.

Nach Ausbruch des Kriegs gegen die Ukraine mit darauffolgenden Umbrüchen in der Gasversorgung wurde eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Wärmeerzeugung für die Ottmar-Schönhuth-Schule beauftragt. Als Ergebnis hat der Gemeinderat im August vergangenen Jahres für den Heizbetrieb der Gebäude eine Variante mit Luft-Wasser-Wärmepumpe und Heiß-Luft-Wärmepumpe für die Warmwasserbereitung beschlossen. Auf dem Dach der Aula wird eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch mit einer maximalen Leistung von 51,8 kWp installiert.

In der ehemaligen Aula wird für das erweiterte Betreuungs-Angebot eine neue Mensa mit Küche eingerichtet. Auch bestehende Klassenräume werden nahezu komplett erneuert und spürbar aufgewertet. Zudem wird die „neue“ Schule barrierefrei sein. Um dieses Ziel zu erreichen, wird unter anderem ein Aufzug eingebaut.

Die Grundschule wird in einem Teilbereich des Gebäudes – neben dem Kindergarten – zusammengezogen. Da die Ottmar-Schönhuth-Schule früher auch eine Hauptschule war, ist sie insgesamt größer als sie es für den jetzigen Schulbetrieb sein müsste. Deshalb wird es nach der Sanierung einen zweiten, zunächst stillgelegten Gebäudeteil geben, für den mittel- bis langfristig verschiedene Nutzungsoptionen denkbar sind.

Für die Generalsanierung und Aufwertung der Ottmar-Schönhuth-Schule kalkuliert die Stadt Bad Mergentheim mit Investitionen von rund 7 Millionen Euro. Bisherige Förderzusagen kommen vom Land Baden-Württemberg mit Fördermitteln aus dem Ganztagesbeschleunigungsprogramm (rund 173.000 Euro) sowie aus dem Schulsanierungsprogramm (637.000 Euro).