Putzige Gesellen bevölkern das Residenzschloss

Veröffentlicht am Donnerstag, 20. Oktober 2022
Teddybären in einer Ritterszene:  Turnier des „Ritters vom schwarzen Bären“ und des „Ritters von der Honigblüte“. Zusammenstellung Lutz Reike 2021. (Foto: Lutz Reike)
Teddybären in einer Ritterszene: Turnier des „Ritters vom schwarzen Bären“ und des „Ritters von der Honigblüte“. Zusammenstellung Lutz Reike 2021. (Foto: Lutz Reike)

Im Residenzschloss Mergentheim sind die Bären los. Noch bis zum 16. April 2023 präsentiert Lutz Reike einen Großteil seiner umfangreichen Sammlung im einstigen Hauptsitz des Deutschen Ordens. In Vitrinen und in großzügigen Inszenierungen sind die Kuscheltiere ausgestellt und warten auf kleine und große Schlossgäste.

1902 entwarf Richard Steiff, ein Neffe von Margarete Steiff, ein Stofftier mit beweglichen Gliedern. Das war die Geburtsstunde des Teddybären, der seinen Namen vom amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt erhielt. Der Siegeszug in die Kinderzimmer der ganzen Welt begann.

Der plüschige Geselle ist aber nicht nur bei Kindern beliebt. Viele Erwachsene haben ihr Herz ebenfalls an Teddybären verloren. Dazu gehört auch der Dresdner Sammler und Museologe Lutz Reike. Rund 800 Teddybären umfasst seine stattliche Sammlung. Der älteste Bär ist nur etwas jünger als die allererste Variante. „Ich bin stolz, einen Steiff-Bären aus dem Jahr 1905 mein Eigen nennen zu können. Auch er ist natürlich mit nach Mergentheim gekommen“, berichtet Reike.

Bis zum 16. April 2023 ist ein Großteil der umfangreichen Sammlung von Reike nun im Residenzschloss Mergentheim zu sehen. Die Teddybären sind in Vitrinen und Inszenierungen zu sehen. Monika Menth, die Leiterin der zuständigen Schlossverwaltung Weikersheim, ist angetan: „Die knuffigen Bären als Ritter zu präsentieren, ist eine tolle Idee. Damit wird eine einprägsame Verbindung zur Geschichte des Deutschen Ordens geschaffen.“

Die Ritterszene wurde eigens für das Residenzschloss kreiert. Die Entwürfe sowie die Produktion der Holzbauten hat Reike selbst vorgenommen, bei den Kleidungen hatte er Unterstützung von einer Schneiderin und die Kettenhemden aus Stoff stammen von einer älteren Dame, die sie für diese Schau häkelte. Aus Liebe zu den Bären sammelt Reike diese seit 1997. Seit 2005 nutzte er verschiedene Gelegenheiten, die freundlichen Kuscheltiere auszustellen und damit sowohl Kinder als auch Erwachsene zu begeistern.

Das Residenzschloss Mergentheim war fast 300 Jahre lang die Zentrale des Deutschen Ordens in Mitteleuropa. Die monumentale Schlossanlage zeigt die herausragende Bedeutung des Ordens, der von hier aus seine Besitzungen beherrschte und verwaltete. Heute sind im Residenzschloss nicht nur die fürstlichen Prunk- und Wohnräume zu erleben, auch mehrere Sammlungen befinden sich hier. So zeigt das Schloss die Entwicklung des als Hospitalorden gegründeten, später zum Ritterorden erweiterten Deutschen Ordens über acht Jahrhunderte. Zudem präsentiert die einstige Residenz des Deutschen Ordens ständig wechselnde Sonderausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen.