Pflanzen-Oase auf dem Deutschordenplatz

Veröffentlicht am Mittwoch, 3. Juli 2024
Informativer Ort zum Verweilen: Über das Grüne Zimmer in Bad Mergentheim freuen sich (von links) Klimaschutzmanager Attila Pálinkás, Stadt- und Landschaftsplanerin Eva Müller und Wirtschaftsförderer Dr. Tim Schnyder.
Informativer Ort zum Verweilen: Über das Grüne Zimmer in Bad Mergentheim freuen sich (von links) Klimaschutzmanager Attila Pálinkás, Stadt- und Landschaftsplanerin Eva Müller und Wirtschaftsförderer Dr. Tim Schnyder.

Als kühlende Pflanzen-Oase lädt in den Sommer-Monaten Juli und August das „Grüne Zimmer“ in der Bad Mergentheimer Innenstadt zum Entdecken und Verweilen ein.

Das Grüne Zimmer versteht sich als Botschafter für die Klimaanpassung. Wände aus Blattschmuck-, Blüh- und Naschpflanzen zeigen die Pflanzenvielfalt, kreieren ein besonderes Raumgefühl und sorgen für Schatten. Passantinnen und Passanten sind eingeladen, in dieser ungewöhnlichen Ruhezone zu verweilen. In innerstädtischen Hitze-Inseln bildet das Grüne Zimmer eine Kühl-Oase. Gleichzeitig zeigt es, welche Aufenthaltsqualität innerstädtische Plätze durch den Einsatz grüner Architektur entwickeln können.

„Wir haben am vergangenen Samstag beim Stadtfest erlebt, wie belastend große Hitze ist und wie wichtig es für die Menschen ist, schattige und kühle Orte aufsuchen zu können“, sagt Stadt- und Landschaftsplanerin Eva Müller. Das sei auch der Grund, warum bei der Sanierung und Aufwertung der Bad Mergentheimer Altstadt-Plätze im Zuge der Landesgartenschau dort, wo es möglich ist, auf Begrünung und eine Verbesserung des Mikroklimas gesetzt werde. „Denn die Hitzetage werden zunehmen und darauf müssen wir uns in der Stadtplanung vorbereiten, gerade weil wir eine prädikatisierte Kur- und Gesundheitsstadt sind und bleiben wollen“, so Eva Müller.

Klimaschutzmanager Attila Pálinkás ergänzt: „Wie das konkret gelingt, wird beim laufenden Gänsmarkt-Umbau erstmals exemplarisch gezeigt. Mit mehr als einem Dutzend neuer Bäume sowie Pflanz-Quartieren wird hier die Temperatur an Hitzetagen nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes künftig um 3 Grad sinken – was wenig klingt, aber einen bedeutenden Effekt hat.  Das Grüne Zimmer wird deshalb auf Informationsstelen solche Projekte der Stadtentwicklung darstellen. Außerdem gibt es nützliche Informationen und Tipps für Bürgerinnen und Bürger, beispielsweise zur Fassaden-Begrünung.“

Das Stadtbauamt rückt dieses Thema auch deshalb in den Fokus, weil im Sanierungsgebiet Altstadt/ Stadtgarten im Rahmen einer Gesamtmaßnahme auch eine Förderung der Fassadenbegrünung möglich ist. Das Stadtsanierungsprogramm finanziert die Revitalisierung der Altstadt und ihrer Plätze maßgeblich mit. „Nutzen Sie die großzügigen Förder-Möglichkeiten und tun sie damit gleichzeitig etwas für das Stadtklima“, lautet der Appell von Stadtplanerin Eva Müller an die Besitzerinnen und Besitzer von Gebäuden.

Wirtschaftsförderer Dr. Tim Schnyder freut sich über das Grüne Zimmer als weitere Entdeckung für Besucherinnen und Besucher der Innenstadt: „Mehr Aufenthaltsqualität stärkt unser Zentrum – auch Handel und Dienstleistungen. Deshalb gehen Klimaanpassung und Wirtschaftsförderung bei diesem Thema Hand in Hand.“

Das Grüne Zimmer wird bis Ende August auf dem Deutschordenplatz stehen und von den Stadtgärtnerinnen und Stadtgärtnern des Bauhofs betreut. Die Stadt wird es auch zum Ort für kleinere Veranstaltungen machen. So ist dort beispielsweise eine „Leseraupe“ der Stadtbücherei geplant, außerdem werden die diesjährigen Landesgartenschau-Spaziergänge mit Eva Müller das Grüne Zimmer als Ausgangs- und Informationspunkt nutzen.