Neujahrsgrüße des Oberbürgermeisters

Lesen Sie hier eine Neujahrs-Botschaft von Oberbürgermeister Udo Glatthaar.

Oberbürgermeister Udo Glatthaar. (Foto: Jens Hackmann)
Oberbürgermeister Udo Glatthaar. (Foto: Jens Hackmann)

Liebe Bürgerinnen und  Bürger,
liebe Nachbarinnen und Nachbarn, Freundinnen und Freunde unserer Stadt,

ich grüße Sie alle herzlich und rufe Ihnen zu: Ein gutes neues Jahr 2021!

Zu Beginn des Jahres 2020 waren wir eingerahmt von Reden, die Mut und Zuversicht aussprachen: für neue goldene 20er Jahre, ohne die Verirrungen derer 100 Jahre zuvor. Als größte Herausforderung sahen wir die Unsicherheit, wie wir mit den Umweltbedrohungen, dem Aufruhr, Kampf, Krieg und Terror in vielen Ländern und Regionen umgehen, wie wir es schaffen sollten, uns eine freiheitliche Grundordnung zu erhalten, den Wohlstand zu wahren und unseren Kindern eine ebensolche Zukunft zu geben. Ich rief Ihnen damals den aus meiner Sicht wichtigsten, ehernen ersten Satz der Grundrechte in Art.1 unseres Grundgesetzes zu: die Würde des Menschen ist unantastbar! Und wer hätte geahnt, dass dieses Grundsatzthema uns mit dem immer stärkeren Erkennen der weltweiten Corona-Krise ein ganzes Jahr lang so fundamental begleiten und herausfordern würde?

Deshalb danke ich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich allen, die sich als Ärzte, Verantwortliche, Mitarbeiter und Unterstützer in unseren medizinischen Einrichtungen, in unseren Alters- und Pflegeheimen, in unseren Hilfsorganisationen, in der Nachbarschaftshilfe, in zahlreichen sozialen Initiativen, beruflich und ehrenamtlich, in unglaublich kraftvoller, aufopfernder Art und Weise über das ganze Jahr hinweg eingesetzt haben. Und ich danke jenen, die uns als Landwirte, Handwerker, Einzelhändler, Geschäftsleute, Dienstleister und Unternehmer mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgt und so gut es ging, ihre Mitarbeiter in Lohn und Brot und uns Arbeitsplätze erhalten haben. Ich danke allen, die für uns unsere Infrastruktur, Bildungseinrichtungen, öffentliche Sicherheit und Ordnung, aufrechterhalten, uns mit Kunst, Kultur, Sportangeboten und Veranstaltungen bereichert haben. Und ich sage heute wie vor einem Jahr: uns für Frieden und Freiheit einzusetzen, in Deutschland, Europa und in der Welt, ist das Beste, was wir tun können.

Denn auch für die Vorschau auf das neue Jahr in Bad Mergentheim gibt es weit mehr Themen als die Sorgen und Einschränkungen dieser Tage. Ja, es gibt sogar Anlass zur Freude und zur Hoffnung. Und wann wäre dies kostbarer als jetzt?

Sie kennen meine Leidenschaft für das Projekt Landesgartenschau. Was für eine Chance liegt darin, hier nach dreieinhalb Jahren harter Arbeit und großem Engagement von uns allen endlich den Zuschlag bekommen zu haben! „Blühende Quellen“ – das ist nicht nur das Ausstellungsjahr 2034, das ist vor allem der Weg dorthin: ein spannender Prozess mit großen Projekten für Städtebau, Naherholung und Klimaschutz. Ich lade Sie bereits heute wieder zum Mitgestalten ein.

Schon dieses Jahr soll unser ebenfalls ehrgeiziges Stadtentwicklungskonzept fertig werden. Auch hier gab und gibt es Möglichkeiten der Beteiligung. Warum das alles? Weil wir unsere wachsende 24.000-Einwohner-Stadt gemeinsam nachhaltig und lebenswert gestalten wollen; weil wir als beliebte Tourismus- und Gesundheitsdestination nach der Krise richtig durchstarten wollen; weil wir im engen Schulterschluss zwischen Kernstadt und Teilorten Bad Mergentheim als Ganzes und doch in seiner Vielfalt voranbringen wollen. Und weil wir eingebettet sind in ein liebliches Taubertal mit freundschaftlich gesonnenen Nachbarn, mit denen wir an einem Strang ziehen und gemeinsam noch stärker werden wollen.

Als Reaktion auf die weiter stark steigenden Kinderzahlen kommt in diesem Jahr der nächste Kraftakt: 7 Millionen Euro investiert die Stadt in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Und das, nachdem wir – unter anderem mit den beiden neuen sechsgruppigen Kindergärten „Spielwiese Auenland“ und „Maria Hilf“, das im Neubau von vier auf sechs Gruppen aufgestockt worden ist – gemeinsam mit den freien Trägern bereits stark vorgelegt hatten. Auf den Weg gebracht ist ebenso eine komplett neue, zusätzliche Grundschule in den kommenden Jahren. Allein das erläutert im Grunde schon, warum Bad Mergentheim die „Stadt der Chancen“ ist.

Aktuell ist die notwendige Verkehrsberuhigung, v.a. der Verkehrsversuch Phase II ein Stadtgespräch, deshalb ein paar Worte dazu: Eingriffe in gewohnte Verkehrsführungen sind ein sensibles und emotionales Thema mit vielfältigen, sich oft entgegenstehenden Interessen. Aber wir haben uns dieser dringlichen Aufgabe gestellt und werden weiter um die beste Lösung ringen. Die besondere Gemengelage mit zu vielen Autos und den vielen Fußgängerinnen und Fußgängern auf dem Vorplatz des Schlosses war weder sicher, noch reizvoll für das Innenstadt-Erlebnis oder die geschichtsträchtige Atmosphäre. Auf dem Gänsmarkt durften wir im vergangenen Jahr bereits erleben, wie ein Platz mit weniger Verkehr aufblüht und die Menschen anzieht. Geben Sie dem Versuch also in den kommenden Wochen weiter eine Chance. Das berechtigte Anliegen, dass weiterhin alle Bereiche im Stadtkern mit dem Auto erreichbar bleiben, gewährleisten wir – und werden dies auch künftig tun. Genauso wie wir weiterhin ein offenes Ohr für Sie haben und auch kurzfristig an der ein oder anderen „Stellschraube“ drehen, wenn es hakt. Es ist ein Test und damit ein lernender Prozess.

Noch viele kleine und große Themen gäbe es anzusprechen. Aber auch in gedruckter Form ist die „Redezeit“ begrenzt. Deshalb soll am Ende ein Wort des Dankes stehen: an alle, die sich im Ehrenamt auf vielfältige Art und Weise für Bad Mergentheim einsetzen und die Stadt-Gemeinschaft damit tragen; insbesondere an alle, die in dieser Corona-Zeit Verantwortung und Disziplin zum Schutze ihrer Mitmenschen leben – und dankend erwähnen möchte ich zudem jene, die die von der Krise getroffene heimische Wirtschaft stützen, indem sie beispielsweise die Abhol- und Lieferdienste des heimischen Handels und der heimischen Gastronomie nutzen. Das ist ein starker Beitrag dafür, dass wir es möglichst gut aus dieser schwierigen Situation herausschaffen.     

Teilen wir den Aufruf zu Mut und Zuversicht, zu Durchhalten und Vertrauen, mit unseren Verantwortlichen in Politik, Kirchen, Wirtschaft und Wissenschaft. In 2021 werden wir die Gefahren des Corona-Virus eindämmen können, wenn wir uns verantwortungsvoll verhalten, noch eine zeitlang diszipliniert soziale Kontakte einschränken, auch wenn es weh tut und die in greifbare Nähe gerückten Impfmöglichkeiten in den kommenden Monaten nutzen. In 2021 werden wir im guten Miteinander mit den Nachbarkommunen und Landkreisen unsere Heimat weiter lebenswert und zukunftssicher gestalten.

Bad Mergentheim steht gut da. Wir sind auf einem guten Weg. Der Gemeinsinn, das gemeinsame Suchen nach guten Lösungen für unsere Themen, hat gut funktioniert im Krisenjahr 2020 und wird sich gestärkt fortsetzen in 2021.

Geben wir unser bestes, seien wir freundlich zueinander und bleiben wir bescheiden. Vor allem: lachen wir viel und seien wir dankbar, für das, was uns täglich geschenkt wird.

Möge das neue Jahr nicht nur das Ende einer furchtbaren Pandemie einleiten, sondern auch ein neues Kapitel in der Entwicklung unserer schönen Stadt.

Passen Sie gut auf sich und andere auf, bleiben oder werden Sie gesund. Ich wünsche Ihnen, dass Ihre ganz persönlichen Hoffnungen und Träume für 2021 wahr werden. Ich bitte Sie, tragen Sie Zuversicht im Herzen und unsere Grüße in Ihre Familien. Denken wir aber auch an jene, die in größerer Zahl als sonst in den Krankenhäusern liegen und an die vielen, die aufgrund der notwendigen, aber schmerzenden kontaktunterbindenden Maßnahmen einsam sind und keine Ansprache haben.

Ihnen allen ein gutes neues Jahr und Gottes reichen Segen, ich freue mich auf viele persönliche Begegnungen in 2021, sobald das wieder möglich sein wird.

Ihr Udo Glatthaar