Neues Gesetz: Noch im Sommer könnte das „Comeback“ der Kur kommen

Veröffentlicht am Mittwoch, 16. Juni 2021
Bereits in der zweiten Jahreshälfte könnte ein neues Gesetz in Kraft treten, mit dem gesetzliche Krankenkassen wieder einen Großteil der Kosten für ambulante oder auch stationäre Vorsorgekuren tragen. In Bad Mergentheim ist die Freude darüber groß.
Bereits in der zweiten Jahreshälfte könnte ein neues Gesetz in Kraft treten, mit dem gesetzliche Krankenkassen wieder einen Großteil der Kosten für ambulante oder auch stationäre Vorsorgekuren tragen. In Bad Mergentheim ist die Freude darüber groß.

Bereits in der zweiten Jahreshälfte könnte ein neues Gesetz in Kraft treten, mit dem gesetzliche Krankenkassen wieder einen Großteil der Kosten für ambulante oder auch stationäre Vorsorgekuren tragen. In Traditions-Kurorten wie dem baden-württembergischen Bad Mergentheim ist die Freude darüber groß.

Medizinische Vorsorgemaßnahmen in den Heilbädern sollen wieder zu Pflichtleistungen der Krankenkassen werden. Der Bundestag hat dem Gesetz jetzt (11. Juni) zugestimmt. Der Bundesrat wird dem Entwurf aus dem Haus von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn voraussichtlich Ende Juni abschließend „grünes Licht“ geben. Bereits in der zweiten Jahreshälfte könnte das Vorhaben in Kraft treten. Die Entscheidung gilt als Meilenstein: „Bisher war es der individuellen — und bisweilen schwer nachzuvollziehenden — Entscheidung der Kassen überlassen, ob sie einem Kurantrag zustimmen oder ihn ablehnen“, sagt Sven Dell, Kurdirektor in Bad Mergentheim.

Bereits im Dezember 2020 brachte die Bundesregierung nach mehr als zwei Jahrzehnten des Bemühens von Heilbädern, Politikern und Medizinern einen entsprechenden Gesetzentwurf auf den Weg. Die „Wiedereinführung der ambulanten und der stationären Badekur nach §23/2 und 4 SGB V“, wie es im Juristendeutsch heißt, ist Teil des so genannten Gesundheitsversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes.

Der Gesetzentwurf, der Kassenkuren künftig wieder zur Pflichtleistung macht, könnte Deutschlands mehr als 300 und Baden-Württembergs mehr als 50 durch die Corona-Krise gebeutelten Kurorten notwendige Umsätze bescheren.

Bei einer so genannten „ambulanten Vorsorgeleistung“ zahlen die Kassen die Kosten für ärztliche Behandlungen und für die vom Arzt verordneten Medikamente sowie für Anwendungen wie Bäder, Massagen und andere Therapieangebote. Zu den Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Kurtaxe und Fahrt erhalten Versicherte von der Kasse einen Zuschuss. 

„Der Bundestagsbeschluss ist eine gute Nachricht für unsere Gäste“, sagt Sven Dell, Kurdirektor in Bad Mergentheim im Dreiländereck Baden-Württemberg – Bayern – Hessen und mit mehr als 700.000 Übernachtungen jährlich (vor Corona) einer der größten Kurorte Süddeutschlands. Der Ort, dessen heilkräftige Quellen ein Schäfer vor knapp 200 Jahren entdeckte, begeistert heute unter anderem mit rund 2.000 Kilometern bestausgebauten Erlebnis-Radwanderwegen in nächster Umgebung, einem 140 Kilometer langen Wander-Wegenetz sowie einem mehr als 130.000 Quadratmeter großen Kurparkareal im Zentrum als „blühendem Herz“ der Lebensfreude.

Die neue Zuschussregelung für Kuren und ambulante Vorsorgemaßnahmen könnte rechtzeitig dann wirksam werden, wenn nach den physisch und mental herausfordernden Monaten der Pandemie wieder Erholungs-, Entspannungs- und Gesundheitsurlaub möglich ist. Als die ambulanten Vorsorgekuren noch Pflichtleistungen waren, profitierten davon Mitte der 1990-er Jahre jedes Jahr rund 900.000 Bundesbürger. 2019 waren es gerade noch knapp 32.000. Das ist ein Rückgang von über 95 Prozent. „Jetzt haben wir die Chance, diesen Trend umzukehren“, sagt Sven Dell. „Heilbädern und Kurorten wird hierdurch eine enorme Möglichkeit geboten, mit neuen Angeboten zusätzliche Gästekreise für ihre Orte zu gewinnen“, ist auch Brigitte Goertz-Meissner, die Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbands, überzeugt.

 

Mehr Informationen über Bad Mergentheim:

Frau Danica Schlosser
Tel. 07931/965-230
E-Mail: d.schlosser@kur-badmergentheim.de
Internet: www.bad-mergentheim.de