Main-Tauber-Kreis erhielt Förderbescheid des Wirtschaftsministeriums über 300.000 Euro / Gesamtinvestition liegt bei 750.000 Euro

Die Gewerblichen Berufsschulen im Main-Tauber-Kreis erhalten in Kürze die benötigte Ausstattung für die Ausbildung im Bereich „Wirtschaft 4.0“.

Gewerbliche Schule Bad Mergentheim
Gewerbliche Schule Bad Mergentheim

Es werden so genannte verkettete Anlagen und PC-gesteuerte Arbeitsinseln angeschafft. Die Beruflichen Schulen werden damit für die neuen Ausbildungsinhalte fit gemacht. Die Anschaffung wird aufgrund von Unterstützungen durch das Land Baden-Württemberg und heimische Unternehmen und der Zustimmung des Kreistags des Main-Tauber-Kreises möglich. In diesen Tagen erhielt der Main-Tauber-Kreis als Schulträger den Förderbescheid des Wirtschaftsministeriums.

 

Antragskonzept ausgearbeitet

„Der Landkreis schultert insgesamt rund 750 000 Euro. Ich freue mich, dass das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und heimische Unternehmen hiervon beachtliche Anteile übernehmen“, erklärt Landrat Reinhard Frank.

Um die Anschaffung zu ermöglichen, hatten die drei Beruflichen Schulen und die Landkreisverwaltung ein Antragskonzept ausgearbeitet und beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg eingereicht. Dieses Konzept wurde dort positiv bewertet, und die beantragten Mittel in Höhe von 300 000 Euro wurden genehmigt.

Am vergangenen Mittwoch nahm Dezernent Jochen Müssig für den Main-Tauber-Kreis den Bewilligungsbescheid aus den Händen von Ministerialdirektor Michael Kleiner vom Wirtschaftsministerium in Empfang. An dem Treffen in Stuttgart nahmen auch Amtsleiter Dr. Heiko Schnell und Fachlehrer Andreas Amann von der Gewerblichen Schule in Bad Mergentheim teil. Amann hatte sich in Abstimmung mit den Schulleitern insbesondere für das kooperierende Konzept der drei Beruflichen Schulen federführend eingesetzt. Die Landkreisverwaltung freut sich neben der Landesförderung auch über das Engagement der heimischen Unternehmen, die rund 80 000 Euro für die Gesamtanschaffung beisteuern. Michael Kleiner erklärte anlässlich der Förderung an den Main-Tauber-Kreis und andere Landkreise: „Bundesweit wird mit dieser Offensive ein einzigartiges Netz an Lernfabriken geschaffen.“ Und Dezernent Müssig ergänzt: „Die duale Ausbildung in den Beruflichen Schulen ist damit auch künftig auf der Höhe der Zeit“.

Die Investition ins Thema „Wirtschaft 4.0“ sieht unter anderem die Anschaffung von verketteten Anlagen vor. Dahinter verbirgt sich eine simulierte technische und durch EDV-Programme gesteuerte Produktionsstraße. An dieser Produktionsstraße können Massen, die dennoch individuell gestaltet sind, produziert werden.

Die Schulleiter Manfred Breuer (Wertheim), Hermann Ruppert (Tauberbischofsheim) und Peter Wöhrle (Bad Mergentheim) bestätigen, dass die einzelnen Produktionsschritte an diesen verketteten Anlagen in ihrer Gesamtheit gezeigt und erläutert werden. Die Detailschritte werden an den ebenfalls anzuschaffenden Modulen und Computerinseln gelehrt.

Dort erlernen die Auszubildenden, die Computerprogramme zu bedienen und werden ihre Fertigkeiten auf den neuesten Wissensstand bringen. Eine verkettete Anlage ist bereits in Wertheim vorhanden. In Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim wird jetzt in diesem Punkt nachgezogen.

Grünes Licht für diese Ausstattung hat auch der Kreistag des Main-Tauber-Kreises in seiner Haushaltssitzung gegeben. Dort wurde diese Investition über alle Fraktionen hinweg befürwortet und das unterstützende Signal aus der Wirtschaft erfreut zur Kenntnis genommen. In der damaligen Sitzung sagten die Fraktionsvorsitzenden und Kreisräte sinngemäß: „Die Anschaffung von ,Wirtschaft 4.0‘ in unseren Beruflichen Schulen ist für die Jugend notwendig und deshalb sinnvoll angelegtes Geld“.

Beim Konzept Wirtschaft 4.0 wird Wert auf eine kooperierende Zusammenarbeit zwischen den drei Beruflichen Schulen gelegt. So wird es zwischen Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim zu einem regelmäßigen Austausch der Lehrinhalte kommen.

Dieser Austausch wird forciert, da an den drei Standorten im Sinne einer Produktionskette einzelne Verfahrensschritte für ein jeweils gemeinsam zu erstellendes Produkt abzuwickeln sind. Die Schulen wirken in diesem Sinne wie ein industrieller Zusammenschluss, der an unterschiedlichen Standorten produziert. lra

Informationen zu „Wirtschaft 4.0“ und den entsprechenden Ausbildungsberufen gibt es bei den Beruflichen Schulen:

Gewerbliche Schule Bad Mergentheim: Seegartenstraße 16, 97980 Bad Mergentheim, Telefon: +49 7931 482610 (Mail: info@gsmgh.schule.bwl.de).

Informationen gibt es auch beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Amt für Schulen und ÖPNV, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon +49 9341 825810 (Mail: julia.michel@main-tauber-kreis.de).