Luftqualität und Bioklima: Prädikat von Bad Mergentheim bestätigt

Die Stadt Bad Mergentheim erfüllt weiterhin die lufthygienischen Voraussetzungen für das Prädikat „Heilbad“. Das ist das Ergebnis einer einjährigen Langzeitmessung.

Erholen in Bad Mergentheim: Die lufthygienischen Voraussetzungen dafür sind weiterhin gegeben, das Prädikat „Heilbad“ darf weiter geführt werden. (Bild: Björn Hänssler)
Erholen in Bad Mergentheim: Die lufthygienischen Voraussetzungen dafür sind weiterhin gegeben, das Prädikat „Heilbad“ darf weiter geführt werden. (Bild: Björn Hänssler)

Mit dieser Überprüfung hatte das Hauptamt der Stadtverwaltung den Deutschen Wetterdienst (DWD) beauftragt. Die so genannte „Prädikatisierung“ ist in den Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes und des Deutschen Tourismusverbandes gefordert: Alle zehn Jahre müssen die bioklimatischen und lufthygienischen Verhältnisse basierend auf einer einjährigen Messreihe überprüft werden.

Dies stand nun beginnend im Mai 2018 auch in Bad Mergentheim wieder an. Dazu wurden vom DWD zwei Messstationen eingerichtet, die die Luft auf Stickstoffdioxid, Fein- und Grobstaub sowie Ruß untersuchten. Ein Messpunkt lag nahe des Kurparks und repräsentierte das so genannte „Kurgebiet“. Hier gelten besonders strenge Richtwerte. Ein zweiter Messpunkt lag in der Kapuzinerstraße, um verkehrsbedingte Zusatzbelastungen aufzuzeigen.

Nachdem über ein Jahr lang Messergebnisse gesammelt und ausgewertet wurden, steht nun das Ergebnis fest. Demnach ist an der Messstelle im Kurgebiet die Belastung durch opaken Grobstaub (das sind lichtundurchlässige Partikel) und Stickstoffdioxid „kurortüblich“ ausgefallen – also unauffällig. Lediglich beim Gesamt-Grobstaub wurde eine leicht erhöhte Konzentration gemessen, was die Gutachter jedoch auf die „außergewöhnlichen Witterungsbedingungen 2018 und zum Teil auch 2019“ zurückführen. Gerade der Sommer 2018 war sehr heiß und trocken.

In der Kapuzinerstraße ist die Belastung durch Stickstoffdioxid und Feinstaub ebenfalls „kurortüblich“, durch Ruß im Feinstaub und Gesamt-Grobstaub ist die Belastung als „gering“ eingestuft und durch opaken Grobstaub sogar als „äußerst gering“. Der DWD erwähnt zudem für beide Stationen: „Im gesamten Messzeitraum kam es zu keiner Überschreitung des jeweiligen Kurzzeit-Richtwertes.“ Bis zu drei Überschreitungen wären im Mess-Jahr zulässig gewesen.

Neben diesen Messungen zur Luftqualität wurden auch die so genannten „bioklimatischen Verhältnisse“ überprüft. Dabei geht es unter anderem um die topografische Lage, die Belüftung einer Stadt oder die Belastung mit UV-Strahlen. Hier steht die Stadt mit ihrer Tal-Lage und als eine der heißesten Städte Deutschlands traditionell vor schwierigen Rahmenbedingungen. Die Gutachter stellen fest, dass mit Blick auf das örtliche Bioklima in Bad Mergentheim ein gesundheitsfördernder Aufenthalt überwiegend möglich ist, weisen jedoch auch darauf hin, dass die erhöhte Wärmebelastung „eine gewisse Einschränkung“ bildet.

Insgesamt würden die bioklimatischen Verhältnisse „keine günstigen Verhältnisse“ bieten. In Zukunft soll Bad Mergentheim deshalb darauf achten, „dass bioklimatisch wichtige Bereiche, wie Freiflächen – vor allem innerörtlich – erhalten bleiben“.  Die Stadt verweist dazu auf ein „Klimaanpassungskonzept“, das in dieser Woche als Teil der überarbeiteten Landesgartenschau-Bewerbung vorgelegt wird. Darin werde unter anderem konkret aufgezeigt, wie beispielsweise die Durchlüftung verbessert und das Aufheizen der Innenstadt im Sommer durch Entsiegelung und weitere Maßnahmen abgemildert werden könne.