Landesgartenschau und weitere Themen: Regierungspräsident Wolfgang Reimer besuchte Bad Mergentheim

Regierungspräsident Wolfgang Reimer hat bei einem Besuch in Bad Mergentheim mit Oberbürgermeister Udo Glatthaar und der Verwaltungsspitze aktuelle Entwicklungsthemen der Großen Kreisstadt besprochen.

Auf Einladung von OB Udo Glatthaar (Mitte) machten sich Regierungspräsident Wolfgang Reimer (2. v.l.)  und die Leitende Regierungsdirektorin Sabine Reiser (2. v.r.) auch ein Bild vom probeweise als Platz gestalteten Gänsmarkt.
Auf Einladung von OB Udo Glatthaar (Mitte) machten sich Regierungspräsident Wolfgang Reimer (2. v.l.) und die Leitende Regierungsdirektorin Sabine Reiser (2. v.r.) auch ein Bild vom probeweise als Platz gestalteten Gänsmarkt.

Das Regierungspräsidium Stuttgart ist nicht nur die Rechtsaufsichtsbehörde Bad Mergentheims, sondern auch wichtiger Partner bei Infrastruktur-Projekten und Förder-Anträgen, wie Oberbürgermeister Udo Glatthaar einleitend betonte. Er bedankte sich, dass Wolfgang Reimer die Einladung der Stadt zu dem Ortstermin angenommen habe. Der Regierungspräsident kam in Begleitung von Sabine Reiser, die das Referat Stadtsanierung im Regierungspräsidium Stuttgart leitet. Beide nahmen sich mehrere Stunden Zeit, um mit OB Udo Glatthaar und den Fachbereichsleitern eine Reihe von Themen durchzusprechen.

Ein aktuell großes Thema in der Kurstadt ist der Kraftakt zum Ausbau der Bildungs- und Betreuungseinrichtungen in Folge der steigenden Kinderzahlen. Das nächste zentrale Projekt dabei ist der Neubau einer 3,5-zügigen Grundschule, die 2024 ihren Betrieb aufnehmen soll. Derzeit läuft der Planungswettbewerb. Von Seiten des Regierungspräsidenten Wolfgang Reimer gab es Unterstützung: „Der Standort direkt neben der Kita ‚Spielwiese Auenland‘ ist gut gewählt, die Konzeption überzeugt und die Investition ist wichtig und wird von uns befürwortet“, sagte er.

Vom Thema Bildung ging es zu den übergeordneten Gesamt-Konzepten der Stadtentwicklung. Zwei Prozesse greifen hier derzeit ineinander: die Arbeit am Stadtentwicklungskonzept 2035 und die laufende Landesgartenschau-Bewerbung. Bei letzterer wird in Kürze mit der Entscheidung des Landes gerechnet. OB Udo Glatthaar unterstrich noch einmal, dass die Konzeption drängende und teils ohnehin notwendige Infrastruktur- und Umweltschutzvorhaben in Bad Mergentheim angehe. Zudem sei sie - gestreckt auf die nächsten zwölf Jahre bis zum ersten möglichen Ausstellungsjahr - auch solide zu finanzieren.

„Wir wollen in der gemeinsamen Diskussion aber auch Potenziale für ein großes Stadtsanierungsprogramm finden“, erklärte der OB weiter. Die bisherige Bürgerbeteiligung am Standentwicklungskonzept 2035 fasste Stadtbaudirektor Bernd Straub zusammen. Von Seiten der Bürgerschaft hätten sich die Themen Wohnraum, Innenstadt, Digitalisierung, Kultur und Freizeit sowie Klimaschutz als zentrale Handlungsfelder herauskristallisiert. Im Herbst kommenden Jahres soll das fertige Konzept vom Gemeinderat verabschiedet werden. „Unser Ziel ist es, dann mit einer abgestimmten Strategie ein Gesamtkonzept für die Städtebauförderung vorzulegen“, erläuterte Bernd Straub.

Die Leitende Regierungsdirektorin Sabine Reiser unterstütze das Ansinnen, die vielschichtigen Themen der Stadt in einem Gesamtkonzept zu bündeln. Sie zeigte auf, dass gerade ökologische Vorhaben wie Klimaschutz, Entsiegelung oder Gewässermanagement eine wichtige Grundlage seien, um sich im Wettbewerb um Fördermittel durchzusetzen. Beide Gäste zeigten sich in diesem Zusammenhang sehr interessiert an den Analysen und Konzepten, die in Bad Mergentheim bereits zum Thema Stadtklima erarbeitet wurden.

Zum Abschluss ihres Besuches machten Wolfgang Reimer und Sabine Reiser sich noch ein Bild vom Gänsmarkt, der dieser Tage provisorisch als autofreier Platz gestaltet ist. Das Ensemble aus Einkaufs- und Altstadtkulisse in Verbindung mit Dekoration und Möblierung der freien Fläche fand bei den Gästen großen Anklang. Wolfgang Reimer verwies auf den städtebaulichen Vordenker Jan Gehl aus Dänemark, der bereits vor längerer Zeit herausgearbeitet habe, dass Städte Aufenthaltsqualität bräuchten. Den Mut für Versuche zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt lobten die RP-Vertreter ebenso wie die Erweiterung des Bad Mergentheimer Lärmaktionsplanes um einen freiwilligen Teil, der die auch die stark belastete Herrenwiesenstraße mit einbezieht.