Landesgartenschau-Bewerbung: Kommission besucht wieder Bad Mergentheim

Endspurt im dritten Anlauf für die Landesgartenschau: Am Montagvormittag, 20. Juli, wird die Fachkommission des Landes erneut Bad Mergentheim besuchen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – auch wenn wegen Corona diesmal besondere Vorgaben gelten.

Ein großes Bürgerfest wie noch im Jahr 2018 kann es diesmal wegen Corona leider nicht geben.
Ein großes Bürgerfest wie noch im Jahr 2018 kann es diesmal wegen Corona leider nicht geben.

Das Land hatte die Bereisung der Bewerberstädte zunächst für April angekündigt und dann wegen der Pandemie abgesagt. Jetzt werden die Termine nachgeholt, bevor im Anschluss über die zweite Vergabe-Tranche 2031 bis 2036 entschieden wird. Bad Mergentheim geht hier mit dem komplett überarbeiteten Konzept der „Blühenden Quellen“ erneut ins Rennen für die Jahre der großen Gartenschauen 2032, 2034 oder 2036 – mit dem Wunschjahr 2032. Mit einer Entscheidung wird in der zweiten Jahreshälfte gerechnet.

Der letzte Kommissionsbesuch am 25. April 2018 dürfte der ganzen Stadt noch lebhaft in Erinnerung sein. Hunderte Bad Mergentheimer waren an diesem Tag auf den Beinen, um Flagge zu zeigen für die allererste Landesgartenschau im Main-Tauber-Kreis. Mit den Jugendlichen der Stadt feierte der Jugendgemeinderat eine Beach-Party auf dem Areal, wo einmal Naherholung an der Tauber möglich sein und ein neues Biotop entstehen soll. Die Entwicklungsfläche des ehemaligen Sägewerk-Areals wurde zum Schauplatz eines großen Bürgerfestes, an dem unter anderem Vereine, Chöre und Sportgruppen mitwirkten.  

„Es ist uns damals mit einer großartigen Gemeinschaftsleistung gelungen, eine Begeisterung zu entfachen, die mitreißend war“, sagt Oberbürgermeister Udo Glatthaar. Die Enttäuschung darüber, dass es 2018 trotz fachlicher Top-Bewertungen des Konzepts knapp nicht zum Zuschlag reichte, sei in Bad Mergentheim schnell in neuen Tatendrang umgeschlagen. „Im engen Dialog mit der Bürgerschaft ist unser Konzept noch präziser und besser geworden“, ist Udo Glatthaar überzeugt. Er verweist dabei konkret auf den noch naturnäher gestalteten Quartiersplatz „Wachbachterrassen“ in den Herrenwiesen oder das ausführliche Klimaschutzkonzept mit konsequenter Stadt-Durchgrünung, das in der Bewerbung nun einen klaren Schwerpunkt setzt.

„Corona mag vieles zum Stillstand gebracht haben, aber nicht unsere Bemühungen, mit der Landesgartenschau im Rücken einen Durchbruch in der Stadtentwicklung zu schaffen und lange erwünschte Projekte endlich strukturiert starten lassen zu können“, so OB Glatthaar. „Gerade mit Blick auf die Pandemie-Folgen sagen wir: Der Motor Landesgartenschau ist wichtiger denn je! Und auch wenn 2032 weit weg erscheinen mag, sollte jedem klar sein, dass es mit dem Zuschlag sehr schnell auch losginge. Das Ausstellungsjahr ist nur der krönende Schluss-Akkord einer Stadt-Aufwertung für die Menschen.“

Auch Stadtbaudirektor Bernd Straub betont die Dringlichkeit eines Zuschlags für Bad Mergentheim. „Städtebaulich bekommt mit dieser Neu-Konzeption das gesamte Herrenwiesen-Quartier eine Perspektive, die in der Gestaltung der Sägewerks-Brache ihren Ausgangspunkt haben wird: mit neuem Wohnraum, ökologischer Innovation, einer Zentrums-Anbindung der kurzen Wege sowie hoher Aufenthalts- und Lebensqualität.“

Wichtig ist der Stadt auch die Weiterentwicklung des viel diskutierten Themas Seilbahn. Den Ketterberg mit seinen Trockenmauern und dem spektakulären Stadt- und Taubertal-Panorama als Naturraum wieder instand zu setzen, war von Anfang auf große Zustimmung gestoßen. In der Weiterentwicklung wurde der Fokus nun auch auf den angrenzenden Wald gelegt, der als klimastabiler „Wald der Zukunft“ in Zusammenarbeit mit dem Forst ein besonderes Aushängeschild werden soll. Erlebbar werden Wald und Panoramablick gleichsam durch einen „Baumwipfelbogen“, der den ursprünglich geplanten Aussichtssteg im Ketterberg ersetzt. Die Seilbahn-Idee bleibt wegen ihres besonderen Charmes zwar bestehen, wird aber nur noch als Investorenmodell von Dritten geführt.  Die Stadt will den Fokus noch deutlicher auf ohnehin notwendige Investitionen in Städtebau, Hochwasserschutz und Landschaftspflege legen.

Von all dem will sich die Fachkommission nun noch einmal ein Bild vor Ort machen. Und gibt dabei wegen Corona strenge Regeln vor: Maximal acht Mitwirkende auf Seiten der Stadt sind erlaubt, keine öffentliche Abschluss-Veranstaltung und keine Medien. „Dass wir diesmal nur in kleinem Kreis präsentieren können, ist schade – aber in der aktuellen Situation verständlich“, sagt Udo Glatthaar. Dennoch würden die ausgewählten Botschafter der Stadt sowie viele Helfer im Hintergrund an diesem Tag „vollen Einsatz“ zeigen.

Der Jakobshof Lehr aus Markelsheim stellt den „Gelben Wagen“ zur Verfügung, mit dem es für die Kommission einmal quer durch die Stadt geht. Würth Industrie Service erlaubt als Ausgangspunkt die Nutzung des Reinhold-Würth-Hauses. Damit gehört ein Blick vom Ketterberg genauso zum Programm wie ein Besuch auf dem geplanten Haupteingang der Landesgartenschau am Volksfestplatz, die Besichtigung der ehemaligen Igersheimer Straße sowie ein Kurzstopp in der Altstadt. Und natürlich werden sich die Kommissionsmitglieder ein weiteres Mal auf der Gewerbebrache in den Herrenwiesen umsehen.

Zu all dem gibt es Präsentationen, große Visualisierungen und besondere Aufbauten. Dabei bringen sich unter anderem die Gastronomen des örtlichen Dehoga, das Stadtwerk, der Wildpark und die heimischen Gartenbauer mit ein. Botschafter der Blühenden Quellen sind an diesem Tag neben OB Udo Glatthaar und Stadtbaudirektor Bernd Straub auch Kurdirektor Sven Dell, Erste Bürgermeisterstellvertreterin Manuela Zahn als Vertreterin der städtischen Gremien, Conny Lehr vom Jakobshof, Dehoga-Vorsitzender Frank Bundschu, der federführende Planer Johann Senner sowie Michael Hörrmann, der als Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten das Bad Mergentheimer Deutschordensschloss und die Chancen des so genannten „Parkpflegewerks“ als flankierendes Landesgartenschau-Projekt vertritt.

Virtuell bringen sich mit Videobotschaften der Jugendgemeinderat, Landrat Reinhard Frank und der heimische Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Wolfgang Reinhart mit ein. Zu viel soll im Vorfeld noch nicht verraten werden, aber unmittelbar nach dem Termin lässt die Stadt den Kommissionsbesuch bei einer Pressekonferenz Revue passieren und dokumentiert ihn zudem im Internet. Alle Informationen zum Konzept und der Entstehungsgeschichte der „Blühenden Quellen“ gibt es auf www.bad-mergentheim.de.