Klaus-Dieter Brunotte ist seit 50 Jahren Stadtrat

Veröffentlicht am Freitag, 17. Dezember 2021
Seit 50 Jahren gehört Klaus-Dieter Brunotte (li.) dem Gemeinderat der Großen Kreisstadt Bad Mergentheim an. Ein mehr als außergewöhnliches Jubiläum, das dieses Gremium noch nie erlebt hat. OB Udo Glatthaar überreichte eine Sonderurkunde des Gemeindetags.
Seit 50 Jahren gehört Klaus-Dieter Brunotte (li.) dem Gemeinderat der Großen Kreisstadt Bad Mergentheim an. Ein mehr als außergewöhnliches Jubiläum, das dieses Gremium noch nie erlebt hat. OB Udo Glatthaar überreichte eine Sonderurkunde des Gemeindetags.

Besonderes Jubiläum im Gemeinderat der Stadt Bad Mergentheim: Klaus-Dieter Brunotte gehört dem Gremium seit 50 Jahren an. Mit stehend vorgebrachtem Beifall zollte der ganze Saal ihm größten Respekt und Anerkennung für dieses herausragende ehrenamtliche Engagment.

Nachfolgend dokumentieren wir die Laudatio von Oberbürgermeister Udo Glatthaar:


Wertes Gremium,
sehr verehrte Anwesende,  

trotz eines straffen Programms, das wir heute noch vor uns haben, nehmen wir uns jetzt erst einmal sehr gerne und mit großer Freude die Zeit für einen Moment von besonderer Erhabenheit. Ich darf hier und heute eine Ehrung vornehmen, die der Bad Mergentheimer Gemeinderat noch nie erlebt hat, ja die darüber hinaus auch aus landesweiter und gesamtdeutscher Perspektive eine Seltenheit und etwas Außergewöhnliches ist:

Sie, lieber Klaus-Dieter Brunotte, gehören dem Gemeinderat der Großen Kreisstadt Bad Mergentheim seit 50 Jahren an. Das ist ein Rekord, den man erstmal sacken lassen muss: 50 Jahre ehrenamtliches politisches Engagement für die Heimatstadt – und das in verantwortungsvollen Positionen; 50 Jahre kontinuierliches Vertrauen und Anerkennung durch die Bürgerinnen und Bürger, die Sie immer wieder mit guten Ergebnissen gewählt haben; mehr als ein Dutzend Legislaturperioden, deren Gesamtzahl an Sitzungen man nur erahnen kann.

Sie haben mit der Kommunalpolitik angefangen in einem Alter (23), mit dem Sie auch heute noch das jüngste Mitglied in diesem Gremium sein würden. Sie haben davor und danach, vor allem aber während Ihres gesamten Berufslebens, die durchaus fordernde Gemeinderats- und Gremienarbeit einen wichtigen Teil Ihres Lebens sein lassen. Und Sie haben - das darf ich aus voller Überzeugung und eigenem Erleben sagen -dabei nie den Eindruck erweckt, dieses Amt einfach abzusitzen. Nein, Sie waren immer aktiv, interessiert und couragiert dabei - und Sie sind es zum Glück bis zum heutigen Tag.

Schauen wir noch einmal im Detail auf Ihre Aufgaben, dann wird schnell deutlich, dass sich im großen Superlativ noch einmal viele kleine Superlative verstecken (ich bitte um Verständnis, dass die Aufzählung lückenhaft bleibt):

  • Seit Ihrem Ersteinzug in den Gemeinderat gehören Sie unserem Verwaltungsausschuss an
  • Mehr als ein Jahrzehnt lang (1989 – 2000) haben Sie unsere Stadt im Verwaltungsrat der Kurverwaltung vertreten
  • In den Aufsichtsgremien des Stadtwerks bringen Sie es auf über 20 Jahre (1971 bis 1994)
  • Und für mich besonders wichtig: Seit 2004 sind Sie ehrenamtlicher Bürgermeisterstellvertreter und damit bei vielen Terminen zuweilen auch oberster Repräsentant der Stadt

Sie haben, werter Herr Brunotte, in dieser Zeit des politischen Wirkens Spuren hinterlassen. Ein Beispiel: Trotz aller Widerstände ließen Sie bereits als Jungpolitiker nicht von Ihrer Vision ab, in Bad Mergentheim ein Jugendhaus zu errichten. Dieses Bemühen führte schließlich einige Jahre nach Ihrem Amtsantritt zu dem Erfolg, dass ein städtisches Jugendhaus eröffnet wurde. Bis heute ist unser „Marabu“ mit seinen zahlreichen Angeboten ein beliebter Anlaufpunkt für Jugendliche.

Doch Ihre „Heimatliebe“ – nicht anders möchte ich Ihren innersten Antrieb nennen – hat sich nie auf das politische Ehrenamt beschränkt:  

Seit 1972 ist Klaus-Dieter Brunotte als Stadt- und Museumsführer aktiv. Wer an die lebendige Traditionspflege in Bad Mergentheim denkt, dem kommt sofort das Bild von Hr. Brunotte als Eduard Mörike in den Sinn. Als Lehrer unter anderem für das Fach Geschichte haben Sie hier wunderbar Profession und Passion miteinander verbinden können; haben unzähligen Gästen Ihre und unsere Stadt näher gebracht und auch dadurch sehr verdienstvoll für Bad Mergentheim gewirkt.

Ein Herzens-Anliegen war und ist ihm auch die Pflege der internationalen Kontakte, vor allem mit unseren Partnerstädten in Italien, Frankreich und Japan. Herr Brunotte hat hier den Austausch von Menschen aller Generationen gefördert, gehört dem Partnerschaftskomitee an und leitet die Abteilung Borgomanero.

Geehrt worden ist er vielfach: Bereits 1992 hat ihm seine Stadt die Bürgermedaille in Silber und damit die höchste Auszeichnung verliehen. 2011 gab es zum 40-jährigen Jubiläum Ehrennadel und Ehrenstele des Gemeindetages, ein Jahr später schloss sich die Hauptversammlung des Städtetages mit einer Würdigung an. 

Dem allen fügen wir heute eine hochverdiente weitere Ehrung hinzu, auch wenn uns die übergeordneten politischen Ebenen und Verbände dafür keinen festen Rahmen mehr vorgeben. Wir sind mit dem Gemeindetag übereingekommen, dass er eine Sonderurkunde ausstellt, die ich gleich überreichen darf. Es mag das Außergewöhnliche in diesem Jubiläum noch einmal unterstreichen.

Lieber Herr Brunotte, ich habe Sie in diesem Gremium nie griesgrämig, verbissen oder künstlich-empört erlebt. Sie begegnen den meisten Themen und allen Menschen meist mit einem Lächeln auf den Lippen und haben trotz klarer Haltung in der Sache immer auch eine gewisse Gelassenheit ausgestrahlt. Vielleicht gewinnt man die aus einer so langen Erfahrung, in jedem Fall tut sie uns gut!

Sie sind ein Meister der Redekunst, der diplomatischen Formulierung und blumiger Pointen, die Ihre Fans in Begeisterung versetzen und Ihre Kritiker zur Verzweiflung treiben. Sie beherrschen das Genie, Fragen zu stellen und Antworten zu geben in Sphären, wo andere nicht einmal das Thema erkennen. Und Sie bereichern das Gremium mit Beiträgen, die oft weit über den Tellerrand hinausreichen und uns in gesellschaftliche Entwicklungen eintauchen lassen, die auf Dauer auch vor Ort von Einfluss sein können.

Vor allem sind Sie ein nobler Kerl geblieben, der uns Mitmenschen mit Offenheit und Anteilnahme begegnet und zu den Brückenbauern gehört, die wir so sehr brauchen.

Ich danke Ihnen mit persönlicher Hochachtung, aber auch im Namen all Ihrer hier versammelten Kolleginnen und Kollegen sowie im Namen der Verwaltung und der Bürgerschaft Bad Mergentheims für Ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement zum Wohle dieser Stadt. Das tue ich und das tun wir alle mit dem größten Respekt vor dieser Leistung.

In den Dank schließe ich Ihre Frau und Ihre gesamte Familie mit ein. Den Menschen in Ihrem engsten persönlichen Umfeld, die Sie und Ihre Leidenschaft getragen haben, kommt sicher ein großer Anteil daran zu, dass diese besondere kommunalpolitische Laufbahn möglich werden konnte.  

Wen zitiert man nun zum Abschluss einer solchen kleinen Laudatio? Es kann natürlich nur Eduard Mörike sein, der Dichter, den Sie uns so wunderbar in Erinnerung halten:

„Man muss immer etwas haben, auf das man sich freut, und das ist schon eine gescheite Gewohnheit, sich einen Wunsch vorzunehmen, auf dessen Erfüllung man spart.“

Sie, Herr Brunotte, haben sich viele Wünsche für diese Stadt vorgenommen und diese für sich und uns erfüllt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, weiterhin viel Freude und Tatkraft, vor allem aber Gesundheit und Zuversicht.