Ideenschmiede für technologische Innovationen: Bad Mergentheim wird Standort für Popup Labor

Das so genannte „Popup Labor BW“ wird 2019 an drei weiteren Orten in Baden-Württemberg Halt machen. Im Bewerbungsverfahren konnten sich die Standorte Bruchsal, Leutkirch mit Wangen/Baienfurt sowie Bad Mergentheim mit Tauberbischofsheim durchsetzen. Dies gab Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut bekannt.

Freuen sich über den Zuschlag als „Popup Labor“ (v.l.): Prof. Dr. Seon-Su Kim (Campus-Leiter DHBW), Oberbürgermeister Udo Glatthaar und der Wirtschaftsförderer der Stadt Bad Mergentheim, Marcel Stephan.
Freuen sich über den Zuschlag als „Popup Labor“ (v.l.): Prof. Dr. Seon-Su Kim (Campus-Leiter DHBW), Oberbürgermeister Udo Glatthaar und der Wirtschaftsförderer der Stadt Bad Mergentheim, Marcel Stephan.

Nach einer erfolgreichen Pilotphase soll das Projekt in diesem Jahr weiter ausgebaut werden. Interessierte Regionen konnten sich bis zum 9. Mai 2019 als einer der nächsten drei Standorte bewerben. „Wir haben starke Bewerbungen aus insgesamt 18 Regionen erhalten. Das ist ein Beleg dafür, dass wir mit unseren Popup Laboren einen Bedarf treffen. Außerdem zeigt dies, dass wir starke Akteure vor Ort haben, die sich mit Nachdruck für die Zukunftsfähigkeit ihrer Region einsetzen“, lobte die Wirtschaftsministerin.

Bei Oberbürgermeister Udo Glatthaar ist die Freude über die erfolgreiche Bewerbung in Stuttgart groß: „Unser Anspruch ist es, neben Quellen auch Ideen sprudeln zu lassen und in vielen Zukunftsfragen eine Vorreiterrolle einzunehmen – gerade im ländlichen Raum! Ob mit der Auszeichnung ‚Gründungsfreundliche Kommune‘ beim Landeswettbewerb ‚startup.bw‘, mit der MINT-Region Südliches Taubertal, dem Wettbewerb ‚Kreative Köpfe‘ und nicht zuletzt mit den innovativen Studiengängen ‚Angewandte Informatik‘ und ‚Digital Business Management‘ am DHBW-Campus. Danke an alle Partner, die unsere Aktivitäten mittragen; dieser weitere Erfolg zeigt, dass wir gemeinsam stark sind und Zukunft gestalten können!“

Das Popup Labor könne im großen kreativen Potenzial dieses Umfelds eine besonders inspirierende Ideenschmiede sein. Zudem sieht der Oberbürgermeister in der Kooperation mit Tauberbischofsheim ein starkes Signal für Vernetzung in der gesamten Region.  

Auch Prof. Dr. Seon-Su Kim, Leiter des Campus Bad Mergentheim der DHBW Mosbach, sieht sich bestätigt und freut sich auf die Umsetzung der Popup Labore: „Wir als DHBW können wie kaum eine andere Hochschule angewandte Digitalisierung, akademische Bildung und den Wissenstransfer aus einer Hand anbieten und sind damit vor allem ein Impulsgeber mit viel Verständnis für unseren ländlichen Raum. Die gemeinsame Bewerbung mit der Stadt Bad Mergentheim und der Stadt Tauberbischofsheim ist daher nur konsequent und ich bin sehr froh und stolz, dass gerade unsere Region sehr früh erkannt hat, wie wichtig und sinnvoll die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und den Kommunen ist.“

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut erläutert: „Mit den Popup Laboren bieten wir dem Mittelstand ortsnah beste Bedingungen, um neue Wege zu erproben und innovative Ideen und erfolgreiche Geschäftsmodelle zu entwickeln. Denn die Digitalisierung zwingt nicht nur die großen Unternehmen, sondern auch die kleinen und mittelständischen Firmen zum Handeln. Egal, ob lokaler Bäcker oder Schreiner, ob Einzelhändler oder Maschinenfabrikant: Alle müssen sich auf die vernetzte Welt einstellen.“ Kleinen und mittelständischen Unternehmen fehle aber im Gegensatz zu den großen Unternehmen oft der direkte Zugang zu theoretischem Wissen und praktischer Umsetzung. „Die ‚Popup Labore BW‘ schließen diese Lücke und bieten ein Forum für Innovationsimpulse im Mittelstand.“ Die Angebote seien zudem niedrigschwellig sowie für die Teilnehmenden kostenfrei. „Unser klarer Anspruch ist es, Baden-Württemberg auch in Zukunft als führenden Innovations- und Wirtschaftsstandort zu positionieren. Wir wollen weiter auf der Gewinnerseite stehen. Das geht aber nur, wenn unsere Mittelständler nicht den Anschluss verlieren“, so Hoffmeister-Kraut.

Die Popup Labore sollen zeigen, wie kleine und mittlere Unternehmen mit neuen Technologien, Verbraucher-Trends oder der digitalen Transformation Schritt halten können, wie man sie angeht und damit noch dazu zum Vorreiter werden kann. Kleine und mittelständische Unternehmen seien der Motor der Wirtschaft im Südwesten, betonte die Ministerin. Gründer, Start-ups und innovative, kreative Köpfe könnten sich in den Lern- und Experimentierräumen ausprobieren, austauschen und vernetzen.

„Ich bin überzeugt, dass wir gute Partner vor Ort gefunden haben. Damit ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Popup Labore gegeben. Zugleich freut es mich, dass wir eine ausgewogene regionale Verteilung in Baden-Württemberg erreichen konnten“, so Hoffmeister-Kraut. Aufgrund der großen Nachfrage in den Regionen sollen die Popup Labore künftig an weiteren Standorten realisiert werden.

Hintergrund: Popup Labore

Im Rahmen des vom Technologiebeauftragten der Landesregierung Baden-Württemberg, Prof. Dr. Wilhelm Bauer, konzipierten „Popup Labor BW“ können sich kleine und mittlere Unternehmen vor Ort mit technologischen und methodischen Trends beschäftigen. „Die wirtschaftliche Stärke Baden-Württembergs basiert zu großen Teilen auf kleinen und mittleren Unternehmen und deren Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Angesichts der digitalen Transformation und immer kürzer werdenden Innovationszyklen dürfen wir unsere Leistungsträger nicht allein lassen. Deshalb schaffen wir mit dem Popup Labor Lern- und Experimentierräume, in den sich die Unternehmen vor Ort mit Experten austauschen und an der Gestaltung der Zukunft arbeiten können“, führte die Wirtschaftsministerin aus. Das vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau geförderte Angebot richtet sich an Geschäftsführer, Fach- und Führungskräfte sowie Auszubildende von etablierten Unternehmen und Start-ups gleichermaßen. „Mir ist es wichtig, dass wir mit dem Popup Labor die konkreten Bedarfe der jeweiligen Region decken. Daher suchen wir im Vorfeld eines Popup Labors den Dialog mit den Unternehmen, um deren Wünsche und Bedarfe bei der Entwicklung des Programmes berücksichtigen zu können“, so der Technologiebeauftragte.