Gemeinderat verabschiedet den Haushalt 2026

Oberbürgermeister Udo Glatthaar sprach von "einem langen Weg mit schmerzhaften Entscheidungen". Ein Gesamtergebnis von minus 25 Millionen Euro stand nach der ersten Mittelanmeldung im Sommer 2025 im Etat. Während des Prozesses seitdem wurde dieses Ergebnis in intensiven Streichrunden innerhalb der Verwaltung und im engen Dialog mit den Gremien zunächst auf 20 und mit einem neuerlichen Sparpaket sowie der Haushalts-Vorberatung im Ausschuss auf minus 14 Millionen gedrückt.
Ursprünglich war die Verabschiedung auf Basis dieser Zahlen bereits im Dezember 2025 vorgesehen, dort wurde der Etat allerdings trotz positiver Beschlussempfehlung aus dem Verwaltungsausschuss mehrheitlich abgelehnt. Der OB und die CDU-Fraktion stimmten zu, je ein Gemeinderat von Freien Wählern und FDP enthielt sich, alle anderen Gemeinderats-Mitglieder aus den Reihen von Pro Bad Mergentheim, Freien Wählern, Grünen, FDP und SPD lehnten den Haushalt ab.
In einer neuerlichen Haushalts-Vorberatung wurde das Defizit auf minus 13 Millionen Euro verringert. Im Wesentlichen deshalb, weil jene politische Mehrheit, die den Haushalt im Dezember abgelehnt hatte, die Erhöhung der Gewerbesteuer um 25 Punkte (auf 395) für den Etat durchsetzte (dazu muss voraussichtlich im März noch ein separater Gemeinderats-Beschluss gefasst werden). Verbesserungen im neuen Jahr brachten zudem auch die von dieser Mehrheit durchgesetzte Entscheidung, dass das Gratisparken auf den Freiflächen von 2 Stunden auf 30 Minuten reduziert werden soll (Spareffekt rund 200.000 Euro) und die Freibäder erst Ende Mai öffnen sollen (rund 1.300 Euro).
Bei den Investitionen fand sich die gleiche Mehrheit zu weiteren Spar-Beschlüssen zusammen und strich die Mittel für den Bürgertreff Lillstadt (175.000 Euro) sowie für ein neues Baseballfeld (105.000 Euro). Zudem wurde der Ansatz für Grunderwerb noch einmal um 200.000 Euro abgesenkt. Die vorgesehene Kreditaufnahme im Jahr 2026 liegt damit bei nur noch 4,6 statt der im Dezember vorgesehenen 5 Millionen Euro.
Ein zusätzliche Verbesserung der Haushaltszahlen ergab sich zur Januar-Sitzung ohne kommunalpolitisches Zutun durch eine FAG-Nachberechnung (FAG = Finanzausgleichsgesetz) Ende Dezember. Dabei handelt es sich um Landes-Zuweisungen, die in einem aufwändigen Berechnungsverfahren an die Kommunen zugeteilt und von diesen in verschiedenen Einzelpositionen verarbeitet werden. Die Nachberechnung senkt den Fehlbetrag von 13 auf 11 Millionen Euro.
Detaillierte Zahlen und Grafiken zum Haushalt 2026 können Sie der Sitzungs-Präsentation der Kämmerei entnehmen, die wir Ihnen untenstehend zum Download anbieten.
Oberbürgermeister Udo Glatthaar erklärte zusammenfassend: "Bad Mergentheim bleibt handlungsfähig. Wir stellen uns der schwierigen Lage in dieser großen, bundesweiten kommunalen Finanzkrise verantwortungsvoll. Trotz spürbarem Sparkurs sind unsere großen Zukunftsinvestitionen von Stadtsanierung bis Schulbau abgesichert!" Allein in Schul-Neubauten und Sanierungen in Kernstadt und Teilorten werden 2026 rund 6,72 Millionen Euro investiert.
Das sind die größten geplanten Investitionen 2026 in Kernstadt und Teilorten
- Grundschule Wachbach Sanierung = 3.000.000 Euro
- Zuschuss Kurverwaltung (Sanierung der Wandelhalle) = 2.350.000 Euro
- Ortsdurchfahrt Neunkirchen = 1.800.000 Euro
- Grundschule Markelsheim Sanierung = 1.500.000 Euro
- Fachraumzentrum für die weiterführenden Schulen = 1.250.000 Euro
- Erwerb Grundstücke = 600.000 Euro
- Erwerb Anlagevermögen Brandschutz = 476.500 Euro
- Erwerb Anlagevermögen Bauhof = 470.000 Euro
- Umbau Eduard-Mörike-Schule inkl. Sporthalle = 670.000 Euro
- Gemeindestraßen = 421.000 Euro
- Grundschule Bad Mergentheim Sanierung = 300.000 Euro
- Hochwasserschutz = 250.000 Euro
- Freibad Althausen = 250.000 Euro
- Marktplatz 4 ("Burger-Haus") = 250.000 Euro
- Fronscheune Markelsheim = 200.000 Euro
- Ortsdurchfahrt Hachtel Ausbau K 2845 = 200.000 Euro
