Gäste-Übernachtungen 2020 um mehr als ein Drittel eingebrochen (mit Tourismusbericht 2019)

Das Pandemie-Jahr 2020 hat den Bad-Mergentheim-Tourismus einbrechen lassen. Jetzt liegt die genaue Statistik vor: mit starken Rückgängen, aber auch ein paar Hoffnungs-Schimmern. 

Bereit für die touristische Wieder-Öffnung sind in Bad Mergentheim unter anderem die Radwege, bei denen das Stadt-Entree mit Informationstafeln neu gestaltet wurde. (Bild: Philipp Reinhard)
Bereit für die touristische Wieder-Öffnung sind in Bad Mergentheim unter anderem die Radwege, bei denen das Stadt-Entree mit Informationstafeln neu gestaltet wurde. (Bild: Philipp Reinhard)

So gab es im vergangenen Jahr 386.302 Gäste-Übernachtungen in der Kurstadt. Im Vorjahr 2019 waren es noch deutlich über 600.000. Das entspricht einem Minus von 36,3 Prozent. Die Zahl der Ankünfte (also die Addition aller Übernachtungs-Gäste unabhängig von ihrer Aufenthalts-Dauer) ging noch stärker zurück und sank von 148.575 um fast die Hälfte auf 76.388.

Die Auswertung der Stadt basiert auf den Daten des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg. Die tatsächlichen touristischen Zahlen sind höher, da das Statistische Landesamt Betriebe mit weniger als zehn Betten sowie einige Kliniken nicht erfasst. Für die Vergleichbarkeit und die Analyse der langfristigen Entwicklungen bilden die Daten jedoch eine wichtige Grundlage.

„Die Urlaubsstadt Bad Mergentheim war und ist von Corona hart getroffen“, stellt Verkehrsdirektor Kersten Hahn fest. Er verweist auf eine aktuelle Studie des dwif-Institutes an der Universität München, die den Umsatzeinbruch durch die Pandemie im Stadtgebiet allein für den Zeitraum März bis September 2020 mit 38,5 Millionen Euro beziffert hatte.

Einer der wenigen Lichtblicke in der Jahresstatistik ist der September 2020 als Einzelmonat. Er brachte mit rund 12.700 Ankünften und fast 50.300 Übernachtungen ein starkes Ergebnis, das schon fast wieder auf Vorkrisen-Niveau lag. „Wir können daraus ablesen, dass für die Entspannungsphase nach einem Lockdown der Bad-Mergentheim-Aufenthalt das Urlaubsangebot ist, das die Menschen anspricht“, sagt Kersten Hahn. Auch sei die Stadt auf jene Trends, die von der Pandemie verstärkt wurden, bestens vorbereitet – etwa auf den boomenden Wohnmobiltourismus oder die Nachfrage nach reizvollen Frischluft-Aktivitäten.

Obwohl der Neustart mitten in der „Dritten Welle“ noch auf sich warten lässt, laufen die Vorbereitungen im „jour-fixe“ der touristischen Institutionen auf Hochtouren. Gemeinsam mit der Werbeagentur Tanner werden Kampagnen für das Wiederöffnungs-Marketing entwickelt. Um schnell auf die jeweiligen Entscheidungen reagieren zu können, werden verstärkt Kampagnen online durchgeführt. Damit der Tourismus in diesen Zeiten weiter unterstützt wird, hat der Gemeinderat im laufenden Haushaltsjahr noch einmal 30.000 Euro zusätzlich für Onlinemarketing bereitgestellt. Stadt- und Weingästeführungen können direkt nach dem Lockdown wieder beginnen, für Radfahrer gibt es ein neues Entree mit Schildern und Infotafeln.

Für den „Trapperbus“ in den Weinbergen – ein gemeinsames Projekt von Jakobshof Lehr, Wildpark und Stadt – ist ein fester Standort gefunden. Als origineller Botschafter für die vielfältigen Übernachtungsmöglichkeiten in Bad Mergentheim stößt das urige Gefährt bereits auf großes Interesse. Im Internet, wo sich die Stadt im Frühjahr neu aufstellen will, liefen bereits den Winter über verschiedene Aktionen und Social-Media-Kampagnen, um mit den Gästen in Verbindung zu bleiben und Vorfreude zu wecken. Am Donnerstag, 15. April, wird Bad Mergentheim mehrfach im Sender „Sonnenklar TV“ beworben.

Unter der Federführung von Veronika Morgenroth, Leiterin der Tourist-Information, ist für das vorvergangene Jahr 2019 erstmals ein „Tourismusbericht“ erstellt und veröffentlicht worden. Er bündelt Zahlen, Studien und Statistiken aus unterschiedlichen Quellen und geht dabei verschiedenen Fragen nach: Woher kommen die Gäste? Welche Übernachtungsangebote sind wie stark frequentiert? Welche saisonalen Unterschiede gibt es?

„Damit schaffen wir nicht nur einen informativen Gesamtüberblick, sondern wollen den touristischen Leistungsträgern im Stadtgebiet eine echte Hilfe für ihre tägliche Arbeit und die Ausrichtung ihres Marketings an die Hand geben“, sagt Veronika Morgenroth. Auch Daten zur Gäste-Zufriedenheit wurden eingearbeitet. Der Tourismusbericht ist inzwischen von Verkehrsdirektor Kersten Hahn und Kurdirektor Sven Dell an alle Leistungsträger verschickt worden. Dieses Projekt ist im Rahmen der Arbeit am touristischen Entwicklungskonzept entstanden und der Bericht soll künftig von Stadt- und Kurverwaltung jährlich erstellt werden. Im Internet kann das Dokument auf www.bad-mergentheim.de heruntergeladen werden.