Gänsmarkt-Aktionen enden, beliebter Platz lädt weiter zum Verweilen ein

Veröffentlicht am Donnerstag, 16. September 2021
Die „Umbrella Street“ auf dem Gänsmarkt sorgte 2020 für Begeisterung und wurde sogar im britischen „Telegraph“ oder im amerikanischen Nachrichten-Fernsehen gezeigt.
Die „Umbrella Street“ auf dem Gänsmarkt sorgte 2020 für Begeisterung und wurde sogar im britischen „Telegraph“ oder im amerikanischen Nachrichten-Fernsehen gezeigt.

Nach gut einem Jahr endet dieser Tage die Aktionsphase verschiedener Gestaltungen und Attraktionen auf dem Bad Mergentheimer Gänsmarkt. Bis zur endgültigen Entscheidung über die Verkehrsführung und die dauerhafte Gestaltung bleibt er autofrei in der bisherigen Form.

Konkret wird nun die Dachkonstruktion abgebaut, ebenso der Trinkbrunnen und der Popup-Spielplatz im Schiffscontainer. Alle Elemente waren nur zeitlich befristet gemietet worden. Der Schiffscontainer beispielsweise zieht direkt in eine vom Hochwasser stark betroffene Stadt weiter, wo er Kindern und Familien Freude machen soll. In Bad Mergentheim hat er vor allem die kleinen Innenstadtgäste über die Sommermonate hinweg anhaltend begeistert.

Die Bepflanzungen und einige Sitzgelegenheiten verbleiben auf dem Gänsmarkt. So kann man sich dort auch weiterhin gut aufhalten. Denn die Fläche bleibt bis zur endgültigen Entscheidung über die künftige Innenstadt-Verkehrsführung ein autofreier Platz. Die übrigen Stadtmöbel werden in der gesamten Innenstadt verteilt und sind dann beispielsweise auch in der Burgstraße zu finden.

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist es im zurückliegenden Jahr auf dem Gänsmarkt gelungen, die Themen Verkehrsberuhigung und Aufenthaltsqualität greifbar und erlebbar zu machen. Das Startprojekt der bunten „Umbrella Street“ hatte beispielsweise ein internationales Medienecho bis in die USA, verbreitete sich unzählige Male als Bad-Mergentheim-Hingucker in den sozialen Netzwerken und zog zusätzliche Tagesgäste sowie Touristinnen und Touristen an.

„Die Resonanz war überwältigend, das Projekt hat die Menschen begeistert und uns als Stadt einen echten Gewinn gebracht“, erinnert Oberbürgermeister Udo Glatthaar an die Anfänge. Diesen Erfolg hätten die illuminierten weißen Schirme in der schwierigen Zeit des Lockdown-Winters weitergeführt. Mit den sommerlichen Gestaltungselementen des Jahres 2021 sei dann zum Abschluss noch einmal ein ganz neuer Akzent gesetzt worden.

Das Fazit von OB Udo Glatthaar: „Unabhängig davon, wie man jede einzelne der vielen umgesetzten Ideen in diesem Experimentierraum bewertet, können wir eines festhalten: Es ist zweifellos gelungen, aus der einstigen Kreuzung einen lebendigen Platz zu machen, der Menschen anzieht und auf dem sie sich gerne aufhalten. Dabei seien beim Popup-Spielplatz selbstverständlich neben den positiven Reaktionen auch die kritischen Stimmen zur Kenntnis genommen worden, die etwa zu viel Trubel und Geräuschkulisse beklagten. „Eine solche intensive Nutzung des Platzes wird es dauerhaft eher nicht geben, aber gerade für solche Erfahrungen und Erkenntnisse war die Phase der verschiedenen Versuche sehr wertvoll.“

Weniger Verkehrslärm und Abgase, dafür mehr Lebensqualität – das sei das, was auch mit der endgültigen Neugestaltung dieses Bereiches geschaffen werden solle. „Ich freue mich auf den weiteren Dialog mit Bürgerschaft und Gemeinderat dazu und bitte um Geduld, bis die Bebauung und Gestaltung des Platzes umgesetzt sein wird“, sagt der Oberbürgermeister. Es gehe darum, ein in jeder Hinsicht zukunftsfähiges Zentrum zu entwickeln – für gutes Stadtklima ebenso wie für Handel und Gastronomie.

Stadtbaudirektor Bernd Straub sieht im Gänsmarkt nach einem Jahr den Botschafter für das neue Gesicht einer lebendigen Innenstadt. „Wir haben gesehen, wie ein zeitgemäßes Konzept für weniger Autoverkehr aussehen kann und welche Potenziale in einer kreativen Stadtgestaltung liegen. Gerade als Daueranlage der Landesgartenschau sollte der Gänsmarkt unbedingt auch langfristig zeigen, dass Bad Mergentheim eine Stadt für alle ist, die Passantinnen, Passanten, dem Radverkehr und den Kindern mehr Raum, Erlebnis und Sicherheit gibt.“