Digitalisierung: Die Lorenz-Fries-Schule hat schon einen zertifizierten Medienentwicklungsplan

Als erste Bad Mergentheimer Schule hat die Lorenz-Fries-Schule das Zertifikat für ihren so genannten „Medienentwicklungsplan“ erhalten. Der ist im Digitalisierungs-Prozess ein wichtiger Baustein, um pädagogische Konzeption, technische Ausstattung und einen veränderten Schul-Alltag zu beschreiben.

Der Medienkoffer steht schon bereit: Volker Lueg (li.) und Karin Endres freuen sich, von OB Udo Glatthaar das Zertifikat für den Medienentwicklungsplan der Lorenz-Fries-Schule zu erhalten.
Der Medienkoffer steht schon bereit: Volker Lueg (li.) und Karin Endres freuen sich, von OB Udo Glatthaar das Zertifikat für den Medienentwicklungsplan der Lorenz-Fries-Schule zu erhalten.

Oberbürgermeister Udo Glatthaar überreichte das Zertifikat in der Lorenz-Fries-Schule an deren Leiterin Karin Endres. „Wir haben hier eine Vorzeigeschule!“, brachte er dabei auch den Stolz der Stadt als Schulträgerin zum Ausdruck. Weil die Bad Mergentheimer Bildungseinrichtung als eine der ersten Schulen in Baden-Württemberg bereits eine stimmige Gesamt-Strategie erarbeitet hat, wurde sie vom Landesmedienzentrum sogar zur „Referenzschule“ für andere erklärt.

Mit dem Medienentwicklungsplan (kurz: MEP) in der Tasche kann eine Schule leichter die Fördergelder aus dem Digitalpakt beantragen. Im Rahmen des Digitalpaktes stellt die Bundesregierung fünf Milliarden Euro für die Schulen bereit. Das Geld ist für Infrastruktur und Endgeräte, aber beispielsweise auch für Lehrer-Fortbildungen und Projekte vorgesehen. Ein MEP wird vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg geprüft und per Zertifikat zur Freigabe empfohlen. Offiziell definiert ist der Plan als „Kooperation zwischen Schule und Schulträger, aus der ein pädagogisch-technisches Konzept für die Medienbildung entsteht“.

In Bad Mergentheim arbeiten die Schulen in enger Abstimmung untereinander sowie mit dem Bildungsamt, dem Bauamt, der EDV und dem Digitalisierungsbeauftragten der Stadtverwaltung an ihren Medienentwicklungsplänen. Karin Endres, die als Geschäftsführende Schulleiterin auch für alle Schulen spricht, betonte gemeinsam mit Oberbürgermeister Udo Glatthaar, dass die anderen Einrichtungen ebenfalls  gut vorankämen. Bis Juli 2020 solle es für jede Schule in Bad Mergentheim einen MEP geben, so das ehrgeizige Ziel aller Beteiligten.

Was an Arbeit und intensiver Vorbereitung dahinter steckt, wird am Beispiel der Lorenz-Fries-Schule deutlich. Denn die ersten Schritte auf diesem Weg ist das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum schon im Jahr 2017 gegangen. „Von Anfang an war uns dabei wichtig, dass neben Lehrern und Schülern auch die Eltern in den Prozess mit eingebunden werden. Das haben wir getan und die Eltern sind auch weiterhin an Bord“, sagt Karin Endres.

So standen am Anfang nicht nur Eltern-Abende und eine umfangreiche Information, sondern auch Befragungen der Familien, in denen unter anderem die Nutzung digitaler Medien erfasst wurde. Dadurch wurde klar, welche Digital-Themen Eltern und Schüler bewegen: vom Datenschutz bis zu Gefahren im Netz. Auch wurden die vorhandenen Kompetenzen in gängigen Windows-Programmen wie Word, PowerPoint oder Excel herausgearbeitet. „Da waren für uns einige interessante Erkenntnisse dabei, wir hätten beispielsweise nicht gedacht, dass das Thema Datenschutz für Schüler ein so großes Thema ist und sie hier noch besser informiert sein wollen“, berichtet Volker Lueg, der als Lehrer das Projekt Medienentwicklungsplan federführend koordiniert hat.

Ein großer „Pädagogischer Tag“ brachte die komplette Schulgemeinde zusammen, um das Thema vorzubereiten. Viele bunte Zettel sind bei diesem Workshop geschrieben und geklebt worden, um verschiedene Fragen zu beantworten: Wie wollen wir digital kommunizieren? Welche Regeln definieren wir für die Mediennutzung? Welches Wissen brauchen wir und welche Geräte?

Für den bisherigen und weiteren Fortgang des Projekts sind folgende Phasen festgeschrieben: Personalentwicklung (unter anderem mit Schulungen für Lehrer), Organisationsentwicklung (mit der Schaffung einer Kommunikationsplattform für Lehrer, Eltern und Schüler), Unterrichtsentwicklung sowie Technische Entwicklung. Bei letzterer geht es etwa um die Abdeckung mit WLAN oder die Anschaffung von Tablets in ganzen Klassensätzen.

„Wir haben uns eine strukturierte Planung gegeben“, fasst Karin Endres zusammen und betont dabei auch den „engen Austausch mit regionalen Partnern wie dem großen Netzwerk „MINT hoch 4“, das – mehrfach ausgezeichnet – unter anderem die Informatik- und Technik-Bildung im südlichen Taubertal fördert, und dem Kreismedienzentrum, „das uns vor allem durch Tobias Endres bei jedem Schritt fachlich kompetent und zuverlässig begleitet hat“.

„Digitale Medien sollen in allen Fächern und Stufen selbstverständlich und zielgerichtet zum Einsatz kommen“, heißt es im Plan der Lorenz-Fries-Schule. Und das eröffnet Chancen: für einen verbesserten Übergang in den Beruf, einen individualisierten Unterricht, eine gemeinsame Datenbank und vieles mehr. Auf dem Weg dahin ist die Schule nun ein gutes Stück weiter.

Als Vertreterin der Elternschaft blickt auch Evi Demel hochzufrieden auf das bisher Erreichte. „Wir sind stolz und glücklich, dass unsere Schule mit uns diesen Weg gegangen ist und wir eine Referenzschule im Land und auch für Bad Mergentheim sind.“