Deutschorden-Platz ist nun Teil der Fußgängerzone

Veröffentlicht am Donnerstag, 9. Dezember 2021
Mehr Raum für Lebensfreude: Auf dem Deutschordenplatz werden Lärm, Abgase und räumliche Beeinträchtigungen durch Autos künftig entfallen. (Bild: Holger Schmitt)
Mehr Raum für Lebensfreude: Auf dem Deutschordenplatz werden Lärm, Abgase und räumliche Beeinträchtigungen durch Autos künftig entfallen. (Bild: Holger Schmitt)

Mehr Raum und Sicherheit für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende: Der Bad Mergentheimer Deutschordenplatz ist nun Teil der Fußgängerzone und damit für Autos und andere Kraftfahrzeuge tabu.

Seit einem Jahr war der Verkehr dort bereits im Rahmen eines Versuches deutlich reduziert worden, indem die Platz-Überfahrt nur noch als Einfahrt in den Schloss-Parkplatz zulässig war. Dadurch wurde aus Sicht der Stadtverwaltung noch einmal deutlich, was Passantinnen, Passanten und Gäste immer wieder angeregt hatten: Die Aufenthaltsqualität vor dem Schloss, am Schalenbrunnen oder in der örtlichen Außengastronomie steigt spürbar, sobald die Beeinträchtigungen durch Autos weniger werden.  

Ebenso gibt es mit der Neuregelung nun mehr Sicherheit für diesen sehr belebten Teil der Innenstadt. Schließlich wurden in aktuellen Messungen täglich an die 10.000 Passantinnen und Passanten in der unmittelbar angrenzenden Burgstraße gezählt. Mit der Erweiterung der Fußgängerzone wird damit auch ein Beitrag zur weiteren Attraktivierung der Urlaubs- und Einkaufsstadt Bad Mergentheim geleistet.

Zwei Schilder mit dem Verkehrszeichen für Fußgängerzonen markieren künftig aus Richtung Kapuzinerstraße kommend den Bereich, in den nicht mehr eingefahren werden darf. Eine Ausnahme gibt es nur noch für die unmittelbaren Anwohnerinnen und Anwohner sowie für Menschen, die aufgrund von Beeinträchtigungen in den Innenbereich des Schlosses fahren oder gefahren werden müssen. Zudem ist in den gewohnten Zeitfenstern der Lieferverkehr zulässig. Anwohnerinnen und Anwohner benötigen eine entsprechende Ausnahmegenehmigung, die beim Ordnungsamt der Stadt unter Telefon 07931/ 57-3000 beantragt werden kann.

Analysen haben gezeigt, dass ein Großteil des bisherigen Verkehrs auf dem Deutschordenplatz reiner Durchfahrts- und Abkürzungsverkehr war. Der so genannte „Zielverkehr“, der beispielsweise zum Einkaufen einen bestimmten Punkt in der Stadt ansteuert, ist auch nach wie vor möglich. Die Einfahrt zum Parkplatz und zum Parkhaus am Schloss erfolgt dabei künftig über die Mühlwehrstraße und Nonnengasse oder die Bahnhofstraße und Münzgasse. Die Parkplätze in der Kapuzinerstraße bleiben erhalten.

Mit dem Ende der Versuchsphase und einer endgültigen Regelung für den Deutschordenplatz kann das bisher notwendige Provisorium vor der Einfahrt zu Schlossparkplatz und Polizei nun wieder abgebaut werden. Auch weitere Verkehrs-Anordnungen aus den Testphasen sind nun dauerhaft beschlossene Sache: So gilt im kompletten historischen Stadtkern Tempo 20 (ausgenommen die „Spielstraßen“, dort gilt Schrittgeschwindigkeit), der mittlere Teil des Gänsmarktes bleibt autofrei und die Einfahrt in Mühlwehrstraße, Ledermarkt, Nonnengasse und Holzapfelgasse ist nur noch für Anliegerinnen und Anlieger möglich.

Da die Zufahrt in den historischen Stadtkern insgesamt nur noch für Anliegerverkehr freigegeben sein soll, gilt diese Regelung von nun an auch für die Bahnhofstraße. Im Zuge der Umsetzung der von den städtischen Gremien gefassten Beschlüsse werden an den Einfahrten von Mühlwehrstraße und Bahnhofstraße die Verkehrszeichen „Verbot für mehrspurige Kraftfahrzeuge und Motorräder“ angebracht mit dem entsprechenden Ausnahme-Hinweis für den Anliegerverkehr. Am Beginn der Mühlwehrstraße ist dieses Schild bereits zu sehen, es galt bisher allerdings nur nachts.

Die Stadtverwaltung weist hier noch einmal deutlich darauf hin, dass „Anlieger frei“ etwas anderes bedeutet als „Anwohner frei“. Die Anlieger-Regelung (also beispielsweise die Einfahrt in die Mühlwehrstraße oder Bahnhofstraße) ist ausdrücklich frei für alle, die in diesem Bereich ein Anliegen haben, beispielsweise einen Einkauf oder Besuch machen möchten. Auch Lieferverkehr hat selbstverständlich immer ein zulässiges Anliegen. Davon unterschieden werden muss die Beschränkung für Anwohnerinnen und Anwohner (wie nun auf dem Deutschordenplatz): Hier dürfen wirklich nur die Personen einfahren, die dort auch wohnen.

Diese Regelungen werden von den Polizeibehörden ebenso kontrolliert wie das Einfahrverbot auf den Deutschordenplatz. Widerrechtliche Durchfahrten oder Einfahrten können mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von mindestens 20 Euro geahndet werden, bei wiederholten Verstößen wird es noch teurer.