Den öffentlichen Raum ansprechend gestalten

Eine besondere historische Kulisse prägt das Bild der Innenstadt Bad Mergentheims. Um diesen Altstadt-Charme zu bewahren, wird die Stadt verstärkt die Einhaltung des Gestaltungsleitfadens überprüfen – und bietet dazu auch neue Informations- und Serviceleistungen an.

Präsentieren die neue Informationsbroschüre der Stadt zum Gestaltungsleitfaden: Michael Wolfmeyer und Dana Mack vom Stadtbauamt.
Präsentieren die neue Informationsbroschüre der Stadt zum Gestaltungsleitfaden: Michael Wolfmeyer und Dana Mack vom Stadtbauamt.

Mit der Gestaltungs- und Erhaltungssatzung hat der Gemeinderat 2017 ein Regelwerk erlassen, um das baukulturelle Erbe Bad Mergentheims zu erhalten. Flankierend wurde ein Gestaltungsleitfaden entwickelt, der Immobilienbesitzern und Gewerbetreibenden im Stadtkern eine Hilfestellung sein soll. Gerade die gewerbliche Möblierung des öffentlichen Raums oder verschiedene Formen von Werbung beeinträchtigen das Stadtbild stark und verändern es in einem schleichenden Prozess stetig.

Dabei geht es beispielsweise um Aufsteller und Markisen, um Sitzmöbel und Hinweis-Schilder, um Warenauslagen, Sonnenschirme oder Bodenhülsen. „Diese Nutzung des öffentlichen Raums gehört in einer lebendigen Innenstadt mit Handel, Gastronomie und Gewerbe zweifellos dazu. Aber sie sollte auf die Gesamterscheinung des Stadtbildes abgestimmt sein und sich in einem festgelegten Rahmen bewegen“, sagt der stellvertretende Bauamtsleiter Michael Wolfmeyer.

Warum das nötig ist, verdeutlicht ein Blick auf die Dimensionen: Knapp 1.000 Quadratmeter öffentlicher Fläche werden in Bad Mergentheim jedes Jahr für so genannte „private Nutzung“ beantragt. Allein in diesem Jahr sind bereits fast 100 Anträge für eine Sondernutzung im Rathaus eingegangen. Dabei ist ein Großteil der Anträge unzureichend oder unvollständig, zudem stoßen die Auflagen der Verwaltung immer wieder auf Unverständnis oder es werden Umsatz-Einbrüche befürchtet. Dabei kommt ein Gestaltungsleitfaden auch in vielen anderen Städten zur Anwendung und von einer hohen Aufenthaltsqualität profitieren letztlich alle.  

„Wir werden deshalb ab sofort noch anschaulicher über unseren Gestaltungsleitfaden informieren, für die dahinter stehende Idee werben und den Dialog mit den Betroffenen suchen“, kündigt Stadtplanerin Dana Mack an. So wurden bereits alle Antragsformulare überarbeitet und verständlicher gestaltet. Unter der Federführung von Dana Mack ist zudem eine Informationsbroschüre entstanden, die den Gestaltungsleitfaden erklärt und mit Beispiel-Bildern, Karten- und Farbdarstellungen illustriert.

Weiter bietet das Stadtbauamt künftig zweimal in der Woche eine Sprechstunde zu diesem Thema an. Mittwochs zwischen 15 und 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 Uhr nehmen sich die Mitarbeiter Zeit für Fragen und persönliche Beratung. Das Stadtbauamt ist im dritten Obergeschoss des Neuen Rathauses (Bahnhofplatz 1) zu finden und telefonisch unter 07931/ 57-6000 zu erreichen sowie per E-Mail an stadtbauamt@bad-mergentheim.de.      

Die neue Informationsbroschüre zum Gestaltungsleitfaden ist im Bürgeramt des Neuen Rathauses erhältlich und kann unter www.bad-mergentheim.de digital heruntergeladen werden. Auf der städtischen Internetseite finden sich auch die passenden Antragsformulare sowie alle Satzungstexte im Wortlaut.

Mit dem verstärkten Augenmerk, das die Stadt auf dieses Thema legen will, stellt sie sich übrigens auch ihrer eigenen Verantwortung. „Bei Straßensanierungen werden wir unsere öffentliche Möblierung Stück für Stück dem formulierten Gestaltungsanspruch anpassen“, so Michael Wolfmeyer.