Biotopflächen schützen und vernetzen

Veröffentlicht am Donnerstag, 4. August 2022
Unterwegs im Gelände: Für die Biotopverbundplanung haben Planungsbüro, Stadt und Vertreter von Naturschutz, Landwirtschaft und Jägerei in den vergangenen Wochen Begehungen durchgeführt.
Unterwegs im Gelände: Für die Biotopverbundplanung haben Planungsbüro, Stadt und Vertreter von Naturschutz, Landwirtschaft und Jägerei in den vergangenen Wochen Begehungen durchgeführt.

In Bad Mergentheim gehen die Arbeiten an einer umfassenden „Biotopverbundplanung“ weiter. Jetzt sind erste Ergebnisse der Geländebegehungen vorgestellt worden.

Viele wertvolle Biotopflächen gingen und gehen durch Nutzungsänderungen sowie Bebauung und Zerschneidung verloren. Hierbei ist nicht nur der Flächenverlust problematisch, sondern vor allem auch die Isolation der einzelnen Biotopflächen. Für die dort vorkommenden Arten ist die Fläche meist zu klein, um zu überleben. Ebenfalls kann kein genetischer Austausch mehr stattfinden. Dies führt zum Verlust der biologischen Vielfalt.

Um die heimischen Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume nachhaltig zu sichern und funktionsfähige, ökologische Wechselbeziehungen in der Landschaft zu bewahren, wieder herzustellen und wo nötig zu entwickeln, macht die Stadt Bad Mergentheim eine Biotopverbundplanung. Damit wurde im Herbst 2021 das Planungsbüro „PLÖG“ beauftragt.

Bereits seit Juni dieses Jahres finden Geländebegehungen zur Erfassung des aktuellen Zustandes der sogenannten Kern- und Suchlebensräume statt. Nun wurden erste Ergebnisse vorgestellt. Dabei sind auch die Möglichkeiten, was konkret für die Biotope und deren Vernetzung getan werden kann, mit Vertreterinnen und Vertretern von Naturschutz, Landwirtschaft und Jägervereinigung abgestimmt worden.

Die Bestandsaufnahme besagt, dass das Gemeindegebiet Bad Mergentheim immer noch eine hohe Strukturvielfalt an Lebensräumen aufweist. Insbesondere die Lebensräume der trockenen Standorte – wie zum Beispiel Magerrasenflächen, welche mit die höchste Artenvielfalt enthalten – stellen für Bad Mergentheim sehr charakteristische Bereiche dar. Daher wird sich die Biotopverbundplanung stark auf diese Lebensräume konzentrieren, ohne die Lebensräume der mittleren und feuchten Standorte zu vernachlässigen.

„Trotz der vorhandenen Strukturvielfalt ist jedoch zu erkennen, dass gerade die genannten Magerrasenflächen zunehmend der Sukzession unterliegen. Dass bedeutet, dass sie sich sozusagen wieder zurückentwickeln und damit als Lebensraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt verloren gehen. Gründe hierfür liegen in der Nutzungsaufgabe aufgrund der schweren und oft unrentablen Bewirtschaftung der Flächen“, erläutert die städtische Landschaftsplanerin Eva Müller.

Den Vertretern von Naturschutz, Landwirtschaft und Jägervereinigung wurde anhand verschiedener Beispielflächen aufgezeigt, wo die aktuellen Probleme liegen und wie diese mit konkreten Maßnahmen gelöst werden könnten. Für das Planungsbüro besonders wichtig ist, dass die noch festzulegenden Projekte für eine Stärkung der Biotope auf den jeweiligen Flächen realistisch  umzusetzen sind. Hierbei spielen zum einen die Kooperation zwischen den Beteiligten sowie die mögliche Kombination notwendiger Maßnahmen mit geeigneten Förderinstrumenten, wie dem landwirtschaftlichen Förderprogramm FAKT, eine essentielle Rolle.

Nach Abschluss der Gelände-Analysen werden im nächsten Schritt konkrete Handlungsflächen und Maßnahmenkennblätter definiert und der Stadt sowie den beteiligten Akteuren durch das Planungsbüro vorgestellt.