Bad Mergentheimer Bahnhof bekommt Mobilitätsstelle

Die Westfrankenbahn wird mit der Unterstützung des Main-Tauber-Kreises und der Stadt Bad Mergentheim ab 15. Dezember eine Mobilitätsstelle im Bahnhofsgebäude der Kurstadt einrichten. Es handelt sich um die erste Einrichtung dieser Art im Landkreis. Außer auf Beratung und Fahrkartenverkauf zielt die Einrichtung auch darauf ab, die Reisekette zu verlängern. Konkret soll es möglich sein, nach einer Bus- oder Bahnfahrt ein E-Bike oder E-Auto zu mieten, um an den Zielort zu gelangen. Durch Unterstützung von Kreis und Stadt können längere Öffnungszeiten angeboten werden.

Oberbürgermeister Udo Glatthaar und Landrat Reinhard Frank sowie von der Westfrankenbahn stellvertretender Vertriebsleiter Johannes Weiglein und Geschäftsleiter Denis Kollai. (Foto: Markus Moll)
Oberbürgermeister Udo Glatthaar und Landrat Reinhard Frank sowie von der Westfrankenbahn stellvertretender Vertriebsleiter Johannes Weiglein und Geschäftsleiter Denis Kollai. (Foto: Markus Moll)

Eine entsprechende Vereinbarung haben Landrat Reinhard Frank, Oberbürgermeister Udo Glatthaar sowie Geschäftsleiter Denis Kollai und stellvertretender Vertriebsleiter Johannes Weiglein von der Westfrankenbahn unterzeichnet.

Landrat Reinhard Frank sprach von einem „richtig guten Infrastrukturprojekt mit drei starken Partnern.“ Der Ausgangspunkt sei die Verabschiedung des Klimaschutzkonzeptes für den Main-Tauber-Kreis gewesen. Zu den Leuchtturmprojekten gehöre der Ausbau der Elektromobilität. Die Schaffung des Mobilitätszentrums komme den Bürgern in Stadt und Landkreis sowie den Gästen zu Gute. Sie sei auch ein Beitrag zur Daseinsvorsorge.

OB Udo Glatthaar wies darauf hin, dass in Bad Mergentheim mit der städtischen Tourist-Information und der Geschäftsstelle der Kurverwaltung bereits erfolgreiche Anlaufstellen für Gäste und Bürger vorhanden seien. Dennoch habe der Gemeinderat – wie auch der Kreistag – dem Gemeinschaftsprojekt zugestimmt. „Wir sind eine Tourismusstadt mit hohem Anspruch“, begründete er diesen Schritt. Als Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtwerks Tauberfranken erklärte er die Bereitschaft, auch ein E-Auto zur Vermietung bereitzustellen.

Von den Vorbereitungen für die Einrichtung der Mobilitätsstelle berichte Geschäftsleiter Denis Kollai. Zum einen steht ein Umbau des derzeitigen Reisezentrums an, das freundlicher und moderner gestaltet werden soll. Zum einen hat die Westfrankenbahn zum Teil neue Mitarbeiter für die Tätigkeit in der Mobilitätsstelle eingestellt und qualifiziert das vorgesehene Personal aktuell. Es soll auch touristisches Informationsmaterial ausgelegt werden.

Die Westfrankenbahn ist aufgrund ihrer Verträge mit dem Land Baden-Württemberg verpflichtet, eine Verkaufsstelle im Bahnhof zu betreiben. Diese muss 34 Stunden je Woche geöffnet sein. Mit Unterstützung von Kreis und Stadt wird die Öffnungszeit auf 51,5 Stunden pro Woche erweitert. Somit ergeben sich kundenfreundliche Öffnungszeiten montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr (mit jeweils 30 Minuten Mittagspause) sowie samstags von 8 bis 12 Uhr. Um dies zu ermöglichen, leisten Kreis und Stadt einen jährlichen Zuschuss in jeweils gleicher Höhe. Das Personal bleibt bei der Westfrankenbahn beschäftigt. Die Vereinbarung wurde zunächst auf fünf Jahre abgeschlossen. Danach werden Aufgaben, Zusammenarbeit und Finanzierung überprüft. Ziel ist jedoch, die Zusammenarbeit dauerhaft fortzusetzen.

Die klassischen Aufgaben der Mobilitätsstelle sind Information und Beratung zu Fahrplan und Tarif, der Verkauf von Fahrausweisen, Beratung zu Fahrschein-Abos mit Annahme und Weiterleitung der Anträge, die Entgegennahme von Gruppenbestellungen, die Annahme und Weiterleitung von Anregungen und möglichen Kundenbeschwerden sowie Informationen über Zug- und Busverspätungen. Als zusätzliche Leistungen wird auch Beratung und Buchung zum Ruftaxi angeboten und werden Informationen zu regulären Taxis gegeben. Der geplante Verleih von Elektrofahrrädern und eines Elektroautos wird von der Mobilitätsstelle beworben und unterstützt. Der Verleih- und Rückgabevorgang soll jedoch durch eine elektronische App erfolgen, welche über die Verkehrsgesellschaft Main-Tauber bereitgestellt wird. Der Landkreis stellt zunächst zwei Elektrofahrräder zur Verfügung.

Quelle: Landratsamt Main-Tauber Kreis