Venedig-Ausstellung zeigt Künstler von Weltrang in Bad Mergentheim

Mit „Venedig in der Kunst“ ist die hochkarätige Sommerausstellung im städtischen Kulturforum Bad Mergentheims eröffnet worden. Sie vermittelt eindrücklich die inspirierende der Kraft der Lagunenstadt auf große Maler wie Hundertwasser oder Dalì sowie auf Gegenwartskünstler.

Eröffneten die neue Ausstellung (v.l.): Kulturamtsleiter Kersten Hahn, Kurator Winfried Heid, Manfred Hönig als einer der ausstellenden Künstler sowie OB Udo Glatthaar vor Hönigs Werk „Venezia - Seitenkanal mit Brücke“.
Eröffneten die neue Ausstellung (v.l.): Kulturamtsleiter Kersten Hahn, Kurator Winfried Heid, Manfred Hönig als einer der ausstellenden Künstler sowie OB Udo Glatthaar vor Hönigs Werk „Venezia - Seitenkanal mit Brücke“.

„Kann es zur Urlaubs- und Ferienzeit ein besseres Thema für die Daheimgebliebenen und unsere Gäste geben?“, fragte Oberbürgermeister Udo Glatthaar zur Begrüßung. Und er wies mit Blick auf das laufende Jubiläumsjahr „800 Jahre Deutscher Orden in Bad Mergentheim“ noch auf eine besondere Verbindung hin: „Auch Venedig war einmal Residenzstadt des Ordens, nämlich von 1291 bis 1309.“ 

Dass es nun Venedig-Originale großer Künstler von Weltrang – wie Salvador Dalìs Farblithografie „Basilique de San Marco“ – in Bad Mergentheim zu sehen gebe, mache den Anspruch des städtischen Kulturprogramms deutlich. Dafür bedankte sich Udo Glatthaar sehr herzlich bei Winfried Heid von der Heidelberger Galerie „Signum“. Mit ihm arbeitet die Stadt bereits seit etwa 30 Jahren zusammen. Auch Kersten Hahn und Manuela Wischnewski vom städtischen Kulturamt gebühre großer Dank, so der OB.

Als Kurator gab Winfried Heid bei der Vernissage eine Einführung in die gezeigten Werke und betonte einleitend: „Die Crème de la Crème der Künstler und Literaten weilte in Venedig – angezogen von dessen Mystik, seiner wechselvollen Geschichte und der unbeschreiblichen Aura.“ Die Lagunenstadt sei einfach ein großes, mitunter geheimnisvolles Faszinosum. In diesem Zuge verwies Winfried Heid auch auf die gegenwärtige Bedeutung der Venedig-Biennale für die internationale Kunstszene.

Die 59 in Bad Mergentheim gezeigten Werke böten ein „breites Spektrum an moderner und zeitgenössischer Kunst“, die Venedig aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zeigten. Dabei gibt es in der Ausstellung weit mehr zu entdecken als romantische Postkarten-Ansichten. Der Kurator lenkte die Aufmerksamkeit der Besucher beispielsweise auf Peter Josyph. Der New Yorker stellt mit Ölkreide die Stadt aus Sicht von Arbeitern dar. Auch die Bleistiftzeichnungen Malte Sartorius vermittelten eher unbekannte Seiten Venedigs.

Margarete Zahn fokussiere hingegen die Architektur der Stadt im Scherenschnitt. Demgegenüber stünden die fotorealistischen Werke von Manfred Hönig, die „nicht als Malerei zu erkennen sind“, so Winfried Heid. Der Künstler Manfred Hönig war zur Vernissage sogar selbst nach Bad Mergentheim gekommen – eine schöne Überraschung für die Gäste, die ihn mit herzlichem Applaus empfingen.

Auch Fotografien umfasst die facettenreiche Schau. Mit den fünf gezeigten Werken von Günter Derleth habe man „einen der profiliertesten Fotografen unserer Zeit“ in den Reigen der gezeigten Künstler aufgenommen, erklärte der Kurator. Auch die „bewusste Unschärfe“ in den Fotografien von Tilmann Krieg sei eine reizvolle Auseinandersetzung mit dem italienischen Sehnsuchtsort.

Für eine gelungene Vernissage unter freiem Himmel auf dem Platz vor dem Kulturforum sorgten nicht nur die über 100 Besucher, sondern auch die Musiker der „Rossinis“: Sie brachten zusätzliches italienisches Flair in den Bad Mergentheimer Sommerabend im Zeichen der Venedig-Kunst.


Die Ausstellung ist noch bis zum 22. September zu sehen. Sie hat täglich (außer dienstags) von 10.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro; Kinder ab 6 Jahren, Inhaber einer Kur- und Gästekarte sowie Schwerbehinderte zahlen 2 Euro. Das Kulturforum ist auf dem Hans-Heinrich-Ehrler-Platz zu finden.