Vielfalt der Religionen

Islam & Christentum © KEB
Islam & Christentum © KEB

Herausforderungen – Probleme – Chancen 

Wir leben in einer Welt fortschreitender Globalisierung. Die engen Grenzen lokalen Handelns werden durchlässiger. Der ökonomische und interkulturelle Austausch sowie der freie Zugang zu weltweiten Informationen gehören für immer mehr Menschen zum alltäglichen Leben. Das birgt Chancen, doch es bringt auch neue Konfliktlinien mit sich.

Insbesondere die Religionen bleiben von dieser Entwicklung nicht unberührt. „Die Welt ist angefüllt mit Religion“ – diesen Satz schrieb der amerikanische Soziologe Peter L. Berger im Jahr 2010 seiner Zunft ins Stammbuch. Er benennt damit eine Situation, die auch vor der säkularisierten Enklave Europa keinen Halt macht. In weiten Teilen der Bevölkerung und in der Politik wird immer lauter darüber nachgedacht, ob Religionen mit ihren Überzeugungen nicht von Natur aus intolerant und konfliktträchtig sind.

Der Beschäftigung mit Religion, mit religiöser Vielfalt und unterschiedlichsten Religionskulturen kann sich niemand – weder privat noch gesellschaftlich – dauerhaft entziehen. Religiös wieder sprach- und auskunftsfähig zu werden, markiert vor diesem Hintergrund eine Herausforderung für den Einzelnen, aber auch für Gesellschaft, Politik und Recht. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen befasst sich der Vortrag mit folgenden Fragen: Welches Religionsverständnis bestimmt uns selbst und unsere Erwartungshaltungen an Menschen anderer Religion? Welcher Rahmenbedingungen bedarf es, um eine gedeihliche Entfaltung religiöser Vielfalt in unserer Gesellschaft zu gewährleisten? Was macht Religionen pluralitätsfähig? Worauf gründet der Dialog der Religionen?

Referent: Dr. Jürgen Lohmayer