Sommerfestival Literatur im Schloss: Anne Weber

Anne Weber (Foto (c) Thorsten Greve)
Anne Weber (Foto (c) Thorsten Greve)

Sommerfestival Literatur im Schloss im Klanggarten des Kurparks:
Anne Weber und ihr mit dem Buchpreis ausgezeichnetes Heldinnenepos "Annette"

Moderation: Beatrice Faßbender, Übersetzerin, Redakteurin, Hörfunkautorin, Lektorin

Im Frühjahr 2020 sollte Anne Weber bei „Literatur im Schloss“ aus ihrem neuen Buch lesen. Dann kam Corona. Und ein verrücktes Jahr. Auch für Anne Weber, die nicht nur „Annette, ein Heldinnenepos“ (Matthes & Seitz Berlin) veröffentlichte, sondern dazu noch zwei gewichtige Übersetzungen aus dem Französischen, war es ein turbulentes Jahr: Im August wurde sie Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim – eine renommierte Auszeichnung. Im Oktober wurde ihr in Frankfurt der Deutsche Buchpreis verliehen. Trotz Pandemie hat ihr Buch seinen Weg gemacht.

Was für ein Leben! Geboren 1923 in der Bretagne, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, schon als Jugendliche Mitglied der kommunistischen Résistance, Retterin zweier jüdischer Jugendlicher — wofür sie von Yad Vashem später den Ehrentitel „Gerechte unter den Völkern“ erhalten wird –, nach dem Krieg Neurophysiologin in Marseille, 1959 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wegen ihres Engagements auf Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung… und noch heute an Schulen ein lebendiges Beispiel für die Wichtigkeit des Ungehorsams. Anne Weber erzählt das unwahrscheinliche Leben der Anne Beaumanoir in einem brillanten biografischen Heldinnenepos. Die mit großer Sprachkraft geschilderten Szenen werfen viele Fragen auf: Was treibt jemanden in den Widerstand? Was opfert er dafür? Wie weit darf er gehen? Was kann er erreichen? Annette, ein Heldinnenepos erzählt von einer wahren Heldin, die uns etwas angeht.

Anne Weber wurde 1964 in Offenbach geboren und lebt seit 1983 in Paris. Sie hat sowohl aus dem Deutschen ins Französische übersetzt (u.a. Sibylle Lewitscharoff, Wilhelm Genazino) als auch umgekehrt (Pierre Michon, Marguerite Duras). Ihre eigenen Bücher schreibt sie sowohl in deutscher als auch in französischer Sprache. Ihre Werke wurden u. a. mit dem Heimito von Doderer-Literaturpreis, dem 3sat-Preis, dem Kranichsteiner Literaturpreis und dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet. Beim S. Fischer Verlag sind u.a. erschienen: „Luft und Liebe“, „Ahnen“ und „Kirio“. Bei Matthes & Seitz Berlin sind ihre Übersetzungen der Werke von Georges Perros erschienen.

Info:
Karten für 14,- Euro gibt es ab Mitte Mai in der Buchhandlung Moritz und Lux und bei www.reservix.de.