Sinfonieorchester Con Brio

Dimiter Ivanov - Sinfonieorchester Con Brio
Dimiter Ivanov - Sinfonieorchester Con Brio
Das Sinfonieorchester Con Brio Würzburg spannt in seinem Winterprogramm 2020 einen weiten Bogen von der Wiener Klassik über die späte Romantik zur Moderne der Zwischenkriegszeit. Unter der Leitung von Prof. Gert Feser spielt das Orchester die Sinfonie "Le Matin" von Joseph Haydn, das Violinkonzert von Alban Berg und die Vierte Sinfonie von Johannes Brahms. Interpret des Geigenparts im Berg-Konzert ist Dimiter Ivanov, erster Konzertmeister im Opern- und Museumsorchester der Stadt Frankfurt, gefragter Kammermusiker und europaweit konzertierender Solist.
Die Sinfonie Nr. 6 "Le Matin" von Joseph Haydn ist Teil eines Zyklus, der auch Sinfonien zum "Mittag" und zum "Abend" enthält. Haydn bringt in diesen Werken aber nicht nur musikalische Assoziationen zu den Tageszeiten zum Ausdruck, sondern er treibt auch ein geistvolles Spiel mit den Hörerwartungen seines Publikums – und er beschäftigt auf höchst abwechslungsreiche Weise die Instrumentalsolisten des Orchesters: Flöte, Oboe, Hörner, Violine, Violoncello und sogar den Kontrabass.
Auf die höfische Heiterkeit Haydns folgt tiefer, existenzieller Ernst: Alban Bergs Konzert für Violine und Orchester, entstanden 1935, nimmt ein tragisches Ereignis aus dem Umfeld des Komponisten in seine Klangwelt auf – den Tod der 18jährigen Tochter von Alma Mahler, einer engen Freundin der Familie Berg. Das zweisätzige, formal höchst eigenwillige Werk basiert auf einer geradezu harmonisch-romantisch gefügten Zwölftonreihe, enthält aber auch Volksmusik-Motive und Choralmelodien. Die ergriffenen Zuhörer der Uraufführung erspürten aus der Musik ein "Abschiednehmen ohne Ende".
In seiner Vierten Sinfonie nimmt Johannes Brahms die geistigen Welten Haydns und Bergs auf bzw. vorweg. Die Form der Vierten ist den strengen Anlageprinzipien der Klassik verpflichtet. Der innere Gehalt der Musik aber entspricht der exakten Konstruktionsarbeit, die Bergs Zwölftonwerk zugrunde liegt. Er ist "entwickelnde Variation", wie Bergs Lehrer Arnold Schönberg das Kompositionsverfahren Brahms' bewundernd genannt hat. Und der letzte Satz der Sinfonie ist denn gar eine mit psychologischer Meisterschaft gefügte Variationenreihe über ein altes Passacaglia-Thema – ein außergewöhnliches Kunstereignis, in dem Vergangenheit und Zukunft glücklich zusammenfließen. 
Der Eintritt zum Konzert ist frei, Spenden sind willkommen.