Museumskonzerte im Schloss - Klingendes Denkmal

Alexander Krichel am Klavier © Henning Ross
Alexander Krichel am Klavier © Henning Ross

Alexander Krichel am Klavier

M. Ravel: Le Tombeau de Couperin
R. Schumann: Symphonische Etüden cis-moll op.13

Zunächst wollte Maurice Ravel mit der in Bad Mergentheim dargebotenen Suite vor etwas mehr als 100 Jahren den französischen Cembalisten Couperin und die französische Musik im Allgemeinen in deutlicher Abgrenzung zur „deutschen“ Achse Beethoven-Brahms ehren. Der erste Weltkrieg macht aus diesem Grabmal (französisch: tombeau) zur Fertigstellung 1917 nicht nur eine nationalistische Devotionalie, sondern ein Andenken an die gefallenen Kameraden – er widmet jedem toten Freund einen Satz seiner Suite – sowie an die verehrte, über Alles geliebte Mutter, die 1917 stirbt.

Alexander Krichel stellt diesem klingenden Denkmal die Symphonischen Etüden von Robert Schumann gegenüber, ein Meilenstein auf dessen Weg zu den späteren großen Instrumentalwerken. Seine spätere Frau Clara bestritt im August 1837 die Erstaufführung der Etüden und vermittelte Schumann dadurch nach langer, schmerzlicher Trennung ein deutliches Zeichen ihrer Zuneigung.