Ein Stück deutscher Geschichte – der NSU-Prozess

Tanjev Schultz (Foto: (c) Verlag Antje Kunstmann GmbH Verlag)
Tanjev Schultz (Foto: (c) Verlag Antje Kunstmann GmbH Verlag)

Vortrag
Ein Stück deutscher Geschichte – der NSU-Prozess
Univ.-Prof. Dr. Tanjev Schultz, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Am 6. Mai 2013 beginnt in München der größte Strafprozess in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Am 11. Juli 2018 wird das Urteil gesprochen. Eine Frau und vier Männer werden beschuldigt, die Terrororganisation NSU gegründet oder unterstützt zu haben – eine rechtsradikale Gruppe, die zehn Menschen ermordet, drei Sprengstoffanschläge verübt einen Brandstiftung und 15 Raubüberfälle begangen hat. Das Verfahren dauert mehr als fünf Jahre. Annette Ramelsberger, Tanjev Schultz und Rainer Stadler gehören zu den wenigen Journalisten, die Zutritt zum Gerichtssaal hatten und die Verhandlung vom ersten Tag an lückenlos verfolgt haben. Aus ihren täglichen Mitschriften ist ein umfangreiches Protokoll entstanden, das gerade in fünf Bänden im Kunstmann Verlag erschienen ist: Ein Stück deutscher Geschichte. „Die NSU-Morde sind unser 11. September“, hat der Ex-Generalbundesanwalt Harald Range gesagt.

Tanjev Schultz, inzwischen Professor an der Universität Main, hat zudem in seinem neuen Buch über den „Nationalsozialistischen Untergrund“ den Terror von rechts und das Versagen des Staates akribisch untersucht. Sein dramatischer Blick in die Abgründe der rechten Szene – und der deutschen Behörden – stützt sich auf die Auswertung von Tausenden Aktenseiten, Hunderten Zeugenaussagen und auf jahrelange eigene Recherchen. Tanjev Schultz stellt seine erschütternden Erkenntnisse vor.

Info:
Um Anmeldung an gudrun.mueller@deutschordensmuseum.de wird gebeten.