Die Philosophie des Carl Julius Weber

Peter Lucke (Foto: Privat)
Peter Lucke (Foto: Privat)

Vortrag zur Studioausstellung
Carl Julius Weber – die Philosophie des „lachenden Philosophen“
Peter Lucke, OStR i. R.

Carl Julius Weber ist 1867, vor 250 Jahren, in der Residenzstadt Langenburg geboren und 1832 in Kupferzell gestorben. Nach einem Jurastudium in Erlangen und nachdem er in der Westschweiz die französische Luft der Revolution geschnuppert hatte, kam er in seine Heimat zurück und trat als Privatsekretär und Regierungsrat in die Dienste des Grafen Christian zu Erbach-Schönberg, der in Mergentheim den Deutschen Orden als Statthalter leitete. Aber schon mit 37 zog er sich als Schriftsteller zurück und widmete sich reisend und schreibend der Weltbetrachtung. Er gehört zu den fast vergessenen Klassikern deutscher Reiseschriftsteller und Satiriker, die ihre scharfen Beobachtungen und bissigen Einwürfe mit philosophischem Tiefsinn verbanden. Seine Charakterisierungen von Land und Leuten sind nicht nur als historische Dokumente immer noch lesenswert. Schon der Titel: „Deutschland, oder Briefe eines in Deutschland reisenden Deutschen“ weist auf seine reflexive Ironie hin. Sein Meisterstück legte er mit seinem heute noch gedruckten Werk: „Demokritos, der lachende Philosoph“ vor. Es ist ein Kaleidoskop von Gott und der Welt, von allem dessen, was er gesehen, erlebt, gelesen und durchdacht hat, thematisch geordnet und geistreich formuliert. Seine selbst gewählte, aber von der Familie verworfene Grabinschrift lautete: „Hier liegen meine Gebeine, ich wollte es wären deine.“

Daneben lohnt es sich, seine zeitkritischen Beobachtungen auch auf dem Hintergrund seiner späten Aufklärungsphilosophie im  Zeitalter der Romantik auszuleuchten.

Peter Lucke, Jahrgang 1945, war Oberstudienrat am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neckarsulm, hat Germanistik, Theologie und Philosophie und an Chroniken über die Heimatgeschichte mitgearbeitet. Er leitet Kurse und Seminare an zahlreichen Erwachsenenbildungsstätten.

Um Anmeldung unter gudrun.mueller@deutschordensmuseum.de wird gebeten.