Carl Julius Weber zum 250. Geburtstag

Georg Joseph Gisser, Mergentheim 1813 (Foto: Foto Besserer, Lauda-Königshofen)
Georg Joseph Gisser, Mergentheim 1813 (Foto: Foto Besserer, Lauda-Königshofen)

„eine umgefallene Bibliothek“
Carl Julius Weber zum 250. Geburtstag

Als der Schriftsteller und Satiriker Carl Julius Weber, 1767 in Langenburg geboren und 1832 in Kupferzell begraben, im Jahr 1792 im Alter von 25 Jahren nach Mergentheim kam, hatte er bereits ein Studium des Rechts absolviert, war zwei Jahre Hauslehrer gewesen und hatte Reisen sowie Wanderungen durch die Schweiz, Südfrankreich und Oberitalien unternommen. Es begann für ihn eine „glückliche“ Zeit als Privatsekretär des Statthalters des Deutschen Ordens, Reichsgraf Christian zu Erbach-Schönfeld, einem laut Weber „herrlichem Charakter“. Hierfür konvertierte der Protestant zum katholischen Glauben. In dieser Zeit erwarb sich Weber fundiertes Wissen über den Deutschen Orden, das in seine Publikation „Das Ritter-Wesen und die Templer, Johanniter und Marianer oder Deutsch-Ordens-Ritter insbesondere“ einfloß. 1799 verließ Weber die Stadt, nachdem sein Freund und Gönner verstorben war.

Von 1811 bis 1830 lebte er in Künzelsau – ein willkommener Anlass für die Stadt, ihn zu seinem 250. Geburtstag mit einer Ausstellung zu würdigen, die anschließend im Deutschordensmuseum gezeigt wird. Gezeigt wird sein Lebenslauf, seine Werke werden vorgestellt. Erstaunlich ist die langanhaltende Wirkung seiner literarischen Arbeit, ebenso die Vielfalt dessen, was der „lachende Philosoph“ erlebt hat und reflektierte. Dargelegt wird auch der Aufbruch der Wissenschaften, die schon zu Webers Lebzeiten der Menschheit viele Fortschritte brachte.

1820-24 war Weber württembergischer Landtagsabgeordneter. Berühmt wurde er nach seinem Tod für sein zwölfbändiges Werk „Demokritos, oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen“, das viele Auflagen erlebte. Hierin entwickelte er anhand eines Panoptikums der Menschenwelt eine Theorie des Lächerlichen. In seinen Werken beurteilt er viele Erscheinungen seines Zeitalters kritisch und mit viel Humor, was es heute noch zum Vergnügen macht, seine Werke zu studieren.

Die Orte, an denen Carl Julius Weber lebte und wirkte, haben ein gemeinsames Programm erstellt. Ende April findet ein Symposion im Kloster Schönthal statt. Die Ausstellung wird in Künzelsau und im Deutschordensmuseum gezeigt.

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