Blühende Quellen - die Landesgartenschau 2034 in Bad Mergentheim

Naherholung am neuen Stadtstrand-Biotop, das die Tauber endlich erlebbar macht.
Naherholung am neuen Stadtstrand-Biotop, das die Tauber endlich erlebbar macht.

Bad Mergentheim richtet die Landesgartenschau 2034 aus, die damit erstmals im Main-Tauber-Kreis stattfindet. Schon der Weg dorthin bedeutet spannende Jahre einer Stadtentwicklung mit besonderem Landes-Schub – und mit einer breit angelegten Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen. Für ein moderneres, ökologischeres und noch lebenswerteres Bad Mergentheim.

Rund 600 Ideen aus der Bürgerschaft sind in die Konzeption mit eingeflossen, die zwischen 2017 und 2020 erarbeitet worden ist. Bei wichtigen Terminen wie dem Besuch der Bewertungskommission waren Hunderte Menschen aus der Stadt auf den Beinen, um für die Landesgartenschau in Bad Mergentheim zu werben. Auch die gewählten Jugendgemeinderäte haben sich über Jahre stark eingebracht und beispielsweise am Projekt "Stadtstrand" als eigener Initiative mitgearbeitet oder ein Unterstützungs-Video gedreht.

Das „Herzstück“ der Bad Mergentheimer Konzeption ist das auf acht Seiten ausgedehnte Klimaanpassungs-Konzept, das detailliert aufzeigt, wie durch die verschiedenen Landesgartenschau-Bereiche das Stadtklima effektiv verbessert und ein ganzheitlicher Umwelt- und Klimaschutz vor Ort dargestellt werden kann. Dazu haben unter anderem großflächige Messungen mit Wärmebildkamera stattgefunden, die Frischluft-Schneisen wurden analysiert und die Durchgrünung im Rahmen der geplanten städtebaulichen Projekte konsequent mit einbezogen. Das Potenzial für 440 Baum-Neupflanzungen und knapp 40.000 Quadratmeter Entsiegelung zeigt auf, wie im Zusammenspiel mit zusätzlicher Dachbegrünung in der Kurstadt rund 700 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr abgebaut werden könnten.

Es gibt darüber hinaus vier Leitthemen: Gewässer, Verkehr, Städtebau und Landschafts-Verknüpfungen. Die sechs Daueranlagen umfassen die Altstadt, das Herrenwiesenquartier, den Ketterberg, die Tauber, den Landschaftspark hinter dem Äußeren Kurpark sowie die Zukunftsstadt Auenland mit der neu gestalteten Deutschordensstraße (ehemalige B 19) als grünem Boulevard. Die Dauer-Anlagen sind der wichtigste Teil einer solchen Machbarkeitsstudie, da sie die Stadtentwicklung unabhängig vom eigentlichen Veranstaltungsjahr ausmachen.

Im Kapitel „Altstadt“ ist der Gänsmarkt Teil der Landesgartenschau-Konzeption. Eine mögliche Gestaltung mit Platz-Charakter, weniger Pkw-Verkehr und hoher Aufenthaltsqualität wird aufgezeigt. Ein Projekt, an dem übrigens schon gearbeitet wird. Das Kapitel „Herrenwiesenquartier“ beinhaltet eine präzisierte und detaillierte Planung, es weitet – ausgehend von der Konversion der Sägewerks-Brache in ein Urbanes Gebiet – das Quartier insgesamt deutlich nach Norden aus. Gleichzeitig wurden die "Wachbach-Terrassen" als Quartiersplatz ansprechend und naturnah entworfen.

Im Kapitel „Ketterberg“ wird dessen Charakter als „Balkon der Stadt“ herausgearbeitet. Neben der Instandsetzung der Kulturlandschaft (historische Weinberge, Trockenmauern) soll hier nun in Zusammenarbeit mit dem Forst der auf veränderte klimatische Bedingungen eingestellte „Wald der Zukunft“ erlebbar werden. Ein Baumwipfelbogen könnte den Panorama-Blick ins Tal eröffnen. Die Seilbahn-Idee bleibt als mögliche besondere Attraktion bestehen. Sie wird jedoch in der Gewichtung zurückgenommen und nach weiteren erfolgten Vorab-Prüfungen nun in der Kostenübersicht als Investoren-Modell geführt, das nach einer Attraktivierung des Ketterbergs zum Tragen kommen könnte.

Der Themenbereich Tauber/ Stadtstrand/ Hochwasserschutz unterstreicht bereits in der Visualisierung den Charakter als naturnaher Erholungsraum.

Stadtbaudirektor Bernd Straub betont, dass die vorgelegten Planungen trotz des frühen Stadiums einer Machbarkeitsstudie bereits von großer Tiefe seien: „Wir legen einen Zukunftsentwurf für Bad Mergentheim mit visionären Ideen vor, der dabei keine Luftschlösser baut, sondern realistische und fachlich fundierte städtebauliche Perspektiven aufzeigt.“  Der Stadtbaudirektor sieht mit Blick auf das Land ein „starkes Signal“ darin, dass im Laufe der Konzept-Entwicklung ursprüngliche Projekte nicht verworfen, sondern konsequent fortentwickelt wurden.  

Die Bewerbung beinhaltet auch das Ausstellungskonzept für das Durchführungsjahr, ein Mobilitätskonzept sowie die „flankierenden Maßnahmen“. Zu letzteren gehören unter anderem ein „Freizeitberg“ mit Erlebnis-Attraktionen auf dem Katzenberg (Bereich Wildpark) oder Entwicklungs-Ideen für die Teilorte, beispielsweise die Aufwertung des sanierungsbedürftigen Freibades Althausen zum chemiefreien Naturbad, die Ortskernentwicklung in Apfelbach oder der Lärmschutz in Edelfingen.

Bei Fragen und Anregungen schreiben Sie uns an: landesgartenschau@bad-mergentheim.de