Historische Persönlichkeiten der Stadt

Nachfolgend finden Sie einen Auszug berühmter Persönlichkeiten, die in Bad Mergentheim geboren wurden oder sich für längere Zeit in der Stadt aufgehalten hatten.

Eduard Mörike im Deutschordensmuseum Bad Mergentheim
Eduard Mörike im Deutschordensmuseum Bad Mergentheim

Magister Lorenz Fries

(* 24.06.1489 – † 05.12.1550)

Lorenz Fries wurde im Jahr 1489 in Mergentheim geboren. Er arbeitete als fürstbischöflicher Sekretär, dann als fürstbischöflicher Rat, Geheimsekretär und Kanzlei-Vorstand dreier Würzburger Fürstbischöfe.

L. Fries gilt als der bedeutendste fränkische Geschichtsschreiber des 16. Jahrhunderts. Als sein literarisches Hauptwerk ist seine Würzburger Bischofs-Chronik anzusehen. Sie stellt, aus späterer Sicht geurteilt, seine bedeutendste Leistung dar und hat als sein eigentliches Lebenswerk zu gelten.

Gestorben ist Lorenz Fries am 5. Dezember 1550. Er wurde im Kreuzgang des Doms beigesetzt. Seit dem 18. Jahrhundert ist seine Grabstelle nicht mehr bekannt.

(Quelle: Dr. Gottfried Mälzer, „Magister Lorenz Fries“;1995 Echter Würzburg)  


Ottmar Mergenthaler

Ottmar Mergenthaler an der LinotypeOttmar Mergenthaler (* 11.05.1854 - † 28.10.1899), Lehrersohn und Uhrmacher aus Bad Mergentheim-Hachtel, erfand 1886 die „Linotype“, die erste Zeilensetz-, Gieß- und Ablegemaschine von Schriftzeichen, die durch eine schreibmaschinenähnliche Tastatur bedient wird. Die Gussformen (Matrizen) werden per Tastenanschlag aus einem Magazin abgerufen, danach zu einer Zeile zusammengefügt und mit Letternmetall ausgegossen. Die Matrizen werden nach dem Gießen zur Wiederverwendung in das Magazin zurücksortiert. Bücher, Zeitschriften, Tageszeitungen, wissenschaftliche und religiöse Schriften konnten nun massenweise hergestellt und verbreitet werden. 

Im Rathaus von Hachtel hat man Ottmar Mergenthaler zu Ehren eine Gedenkstätte errichtet. Die größte Attraktion ist eine der ältesten Linotype-Setzmaschinen.


Hans-Heinrich Ehrler 

(*07.07.1872 - † 14.06.1951)

Hans-Heinrich-Ehrler

Der Journalist und Dichter Hans Heinrich Ehrler ist ein noch heute verehrter Sohn der Stadt: Der Platz, an dem er am 07. Juli 1872 als Sohn des Wachsziehers Johan Michael Ehrler geboren wurde, trägt seinen Namen. "Aus allem, was ich schrieb, schimmert meine Heimatstadt", heißt es einmal bei dem inzwischen außerhalb der Stadtgrenzen fast vergessene Autor. Tatsächlich ist Ehrler, auch als er längst für große Zeitungen schrieb und an anderen Orten lebte, immer wieder nach Mergentheim zurückgekehrt. So entstand im Jahr 1926 das Buch " Die Reise in die Heimat" sowie das Schauspiel "Der Spiegel des Hoch- und Deutschmeisters Maximilian Franz". In einem Nebenraum des Stadtarchivs wird der Nachlass Hans Heinrich Ehrlers aufbewahrt. 


Der schwäbische Poet Eduard Mörike
in Bad MergentheimMörikekabinett im Deutschordensmuseum

(* 1804 – † 1875)

Eduard Mörike war nicht nur einer der bedeutendsten Dichter des 19. Jahrhunderts, sondern darüber hinaus ein müßiggängerischer Pfarrer, ein hypochondrischer, melancholischer und auch von allerei echten Zipperleien geplagter Mensch. Als letzterer verbrachte er bereits im Jahr 1837 sechs Wochen zur Kur in Mergentheim. 1844 wurde Eduard Mörike mit seiner Schwester Klara in Mergentheim sesshaft. Er wohnte am Marktplatz im Haus des Oberstleutnants a.D. Valentin von Speeth. 1851 heiratete er dessen Tochter Margarethe Speeth. Mörike verfasste 97 Gedichte in Mergentheim.    

Mörike-Kabinett im Deutschordensmuseum

„Lamentoso. Was esse mer heut?“ diese Frage beschäftigte Eduard Mörikes Schwester Klara ebenso wie viele Menschen heutzutage. Ihr berühmter Bruder jedoch hat solche alltäglichen Eindrücke der Aufzeichnung für wert befunden und sie feinsäuberlich in ein Haushaltungsbuch eingetragen. Das Buch kam 1904 ins Museum und spielt die Hauptrolle im Mörike-Kabinett. Die illustrierenden Zeichnungen, die Mörike zu den kargen Ausgaben und Einnahmen gesellte, vermitteln sehr verschiedenartige Eindrücke vom damaligen Leben eines gerade bekannt werdenden Dichters.

Eduard Mörike lebte von 1844 bis 1851 in Mergentheim. Er war seit kurzem als Pfarrer außer Diensten gestellt, konnte sich ganz dem Schreiben widmen und erklomm eine Stufe nach der anderen zur breiten Anerkennung. Dokumentation und Inszenierung im Mörike-Kabinett des Deutschordensmuseums entwerfen ein Bild des Schriftstellers und seiner Umgebung in dieser Zeit.
Weitere Informationen sowie Literatur zu Eduard Mörike (z.B. Mörikes Haushaltungsbuch) erhalten Sie im Deutschordensmuseum.