Cluster Explosionsschutz - Von Stuttgart über Hohenlohe ins Taubertal

Bartec GmbH aus Bad Mergentheim als Treiber des Explosionsschutz-Clusters im Main-Tauber-Kreis

BARTEC
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Der Ursprung der Branche ist eine verheerende Katstrophe. Am 21. September 1921 explodiert im BASF-Werk in Oppau ein Düngemittelsilo. 561 Menschen finden den Tod. Beim Wiederaufbau wird dem Explosionsschutz deshalb besonderes Augenmerk beigemessen. Der Lieferant für Aufzüge - R. Stahl - muss seine Elektromotoren so ausstatten, dass von ihnen keine Zündgefahr ausgeht.
 
Nach dem Unglück bei BASF steigt das Stuttgarter Unternehmen zum wichtigsten Lieferanten von explosionsgeschützten Hebezeugen in Deutschland empor. Im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges fallen auch die Produktionsräume von R. Stahl in Schutt und Asche. Noch während des Krieges sucht R. Stahl einen neuen Standort und wird 1944 im beschaulichen Künzelsau fündig. Eine ausgediente Baracke wird zur Keimzelle des neuen Elektrozugwerkes. Es ist die Geburtsstunde des Mutterunternehmens (heute ist der Stammsitz im benachbarten Waldenburg) des Explosionsschutz-Clusters.
 
Ausgerechnet eine Ausgründung wird später zu einem der größten Wettbewerber. 1975 macht sich der Ingenieur für Feinwerktechnik, Reinhold A. Barlian, dessen Karriere zehn Jahr zuvor bei R. Stahl begann, mit dem Geld aus seinem Bausparvertrag selbstständig. Die Bartec GmbH in Bad Mergentheim ist nicht nur wegen seiner Sicherheitsschalter - unter anderem für Zapfsäulen - schon bald ein bekannter Name. Die weltweit tätige Firmengruppe erwirtschaftet mit über 1.600 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 300 Millionen Euro (2012).
Bartec wird mit fünf Ausgründungen zum eigentlichen Treiber des Explosionsschutz-Clusters im Main-Tauber-Kreis. Firmen wie IFEX, TPK Kapfer, Exped oder Quintex besetzen dabei vor allem Nischenmärkte. Die Perspektiven für die Branche als Ganzes sind hervorragend. Die steigenden Anforderungen eröffnen den Betrieben langfristige Wachstumspotenziale.
 
Quelle: Heribert Lohr
 
Bild: IHK Heilbronn-Franken, Prof. Dr. Peter Kirchner, 2011