Neue DOG-Halle: Vereine waren einbezogen

Die Vorwürfe und die heftige Kritik am Bau einer neuen Dreifeld-Sporthalle neben dem Deutschorden-Gymnasium, wie sie Anfang der Woche in den Fränkischen Nachrichten zu lesen waren, weist die Stadt Bad Mergentheim scharf zurück. Mit Unterstellungen und dem Unterschlagen von Informationen werde in bemerkenswerter Weise Stimmung gegen eine mutige Zukunfts-Investition gemacht.

Investition in die Stadtentwicklung: Für rund 3,4 Millionen Euro baut die Stadt Bad Mergentheim eine neue Dreifeld-Sporthalle.
Investition in die Stadtentwicklung: Für rund 3,4 Millionen Euro baut die Stadt Bad Mergentheim eine neue Dreifeld-Sporthalle.

Die Spitze des Sportausschusses zeichne ein Zerrbild der Situation, das die Zeitungs-Kommentierung bedauerlicherweise ungeprüft übernommen und darauf basierend sogar eine Entschuldigung von Seiten der Stadt gefordert habe. Wer sich die Chronologie der Entscheidungsfindung vor Augen führe, der merke hingegen schnell, dass die Sportvereine bereits in einem sehr frühen Stadium der Planung mit einbezogen waren.

Bereits im Dezember 2014 habe Oberbürgermeister Udo Glatthaar den grundsätzlichen Neubau-Beschluss mit den in der Zeitung zitierten Worten kommentiert,  ein Neubau könne „nur Zweckbau, nicht Prunkbau“ sein. Trotzdem habe die Stadt natürlich die Wünsche und Erwartungen von Seiten der Sportvereine mit aufnehmen wollen. Deshalb habe es im Zuge des anschließenden Ausschreibungsverfahrens mit Kostendeckelung (4,5 Millionen Euro) große Gesprächsrunden mit den Vereinen gegeben. Das Stadtbauamt habe bei diesen Terminen die geäußerten Wünsche aufgenommen und größtenteils in den Anforderungskatalog an eine neue Halle hineingeschrieben. „Wie man angesichts dessen später von ‚ignoriert werden‘ sprechen kann, ist uns ein Rätsel“, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Zum Bedauern der Stadt sei eine Halle mit der angestrebten Ausstattung nicht zu den Kosten zu bauen gewesen, die Bad Mergentheim für eine neue Sporthalle aufbringen kann. Verwaltung und Gemeinderat hätten daraufhin – statt den einfachen Weg einer Notsanierung der alten Halle zu gehen – weiterhin intensiv an einer nachhaltigen Lösung für den Bildungs- und Sportstandort Bad Mergentheim gearbeitet.

Das Ergebnis sei der beschlossene Neubau einer funktionalen Dreifeld-Sporthalle. Bad Mergentheim bekomme damit trotz angespannter Haushaltslage eine völlig neue und sogar um ein Feld größere Sporthalle, die allen Anforderungen des dort vorwiegend stattfindenden Schulsports und auch des Vereinstrainings gerecht werde. Gemeinsam mit der Halle der Kopernikus-Realschule halte die Stadt künftig einen Sport-Campus vor, der verschiedenen Anforderungen – auch Wettkämpfen – gerecht werde. Hier habe die Stadt den festen Vorsatz, durch eine aktive Koordination dafür zu sorgen, dass die beiden Hallen optimal aufeinander abgestimmt genutzt werden können.

Richtig sei, dass die neue Sporthalle aus finanziellen Gründen leider nicht für Veranstaltungen mit Zuschauern konzipiert werden konnte. Diesbezüglich habe es aber keineswegs eine mangelhafte Kommunikation gegeben. Die Entscheidung sei im Gemeinderat öffentlich diskutiert und argumentiert worden, zuletzt habe OB Glatthaar Anfang August im Sommerinterview mit den Fränkischen Nachrichten ausführlich das Prozedere erklärt.

Weiter verweist die Stadt darauf, dass es schon zuvor direkte Gespräche des Oberbürgermeisters und der zuständigen Fachämter mit Vertretern von Vereinen und Mitgliedern des Stadtsportausschusses am Rande von Veranstaltungen gegeben habe – etwa bei der Sportlerehrung im April.  Es gehe aber wohl – so die Vermutung der Stadt – gar nicht um Kommunikation, sondern um die Enttäuschung darüber, dass der Wunsch nach einer Wettkampfarena nicht erfüllt werden konnte. Dabei wäre dies selbstverständlich auch für die Stadt eine Traumlösung gewesen, nur eben leider nicht realisierbar.

Oberbürgermeister Udo Glatthaar erklärt deshalb zusammenfassend: „Die Stadt Bad Mergentheim hat bei der Frage des Hallenneubaus die Vereine buchstäblich mit an den Tisch geholt, sie hat den persönlichen Kontakt gesucht und gehalten, die Entscheidung des Gemeinderates mehrfach erklärt und sie wird sich auch künftig einem engen Austausch und konstruktiven Ideen nicht verschließen. Das funktioniert aber nur, wenn man öffentlich auch fair miteinander umgeht. Wir werden uns sicher nicht dafür entschuldigen, dass wir den Schul- und Vereinssport in unserer Stadt mit einer Millioneninvestition stärken und dabei zugleich auch die Zukunfts-Herausforderungen an vielen anderen Stellen im Blick behalten. Letzteres gebietet nämlich unsere Verantwortung für das Gesamtwohl der Stadt.“