Die Bad Mergentheimer Mineralquellen (Abdruck frei)

Trink- und Badekuren wurden schon in der Antike als natürliche Heilmethoden geschätzt. Wasser, das lebenswichtige Element schlechthin, erfrischt und belebt uns wie nichts anderes.

Die Trinkhalle im Kurpark. (Foto: Kurverwaltung Bad Mergentheim)
Die Trinkhalle im Kurpark. (Foto: Kurverwaltung Bad Mergentheim)

Die seit gut 180 Jahren erschlossenen Heilquellen von Bad Mergentheim haben bis heute unverändert ihren Stellenwert in der Therapie von Magen-Darm-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen. Mag auch die moderne Medizin den Glauben an den „Brunnengeist“ etwas belächeln, die Wirkung der in den Heilquellen vorhandenen Mineralstoffe bleibt unbestritten.

Als wahre „Heilbomben“ bezeichnete Professor Dr. med. Karl-Ludwig Resch, Leiter des Forschungsinstitutes für Balneologie und Kurortwissenschaft in Bad Elster die kräftigen Trinkquellen aus der Tiefe des Taubergrundes. Doch um die hervorragende Wirkung der Heilquellen zum Wohle der Patienten optimal einsetzen zu können, muss der Arzt deren Inhaltsstoffe genau kennen.

Vier für Ihre Gesundheit

Bei den Bad Mergentheimer Quellen handelt es sich um „Magnesium- und hydrogencarbonathaltige Natrium-Kalzium-Chlorid-Sulfat-Wässer“. Zu Trinkzwecken stehen dabei die Wilhelms-, Karls- und Albertquelle zur Verfügung, wobei die Quellen über eine unterschiedliche Konzentration der gelösten Stoffe verfügen. Rein zu Badekuren verwendet wird dagegen die eisenhaltige Sole der Paulsquelle, durch die das therapeutische Spektrum erweitert werden konnte.

Aufgrund der genannten Inhaltsstoffe entfalten die Mergentheimer Heilquellen insbesondere bei Erkrankungen und Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ihre gute Wirkung. Natriumchlorid zeigt einen stimulierenden Effekt auf Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und Galle. Daneben ergibt sich eine positive Wirkung auf säurebedingte Funktionsstörungen, ebenso wie beim Hydrogencarbonat. Letzteres, aus der alten Hausapotheke auch als „doppeltsaures Natron“ bekannt, ist zusätzlich schleimhautschützend und schmerzlindernd. Damit erweist sich insbesondere die Wilhelmsquelle als probates Mittel bei Sodbrennen, Übersäuerung, Stressgastritis und Reizmagen.

Der schnelle Albert

Ein äußerst wirkungsvolles natürliches Abführmittel ist Sulfat. Es sorgt für eine Verdünnungsreaktion und damit zu einer vermehrten Darmfüllung, wodurch die Peristaltik angeregt wird. Nicht ohne Grund trägt die Albertquelle den Beinamen „der schnelle Albert“! Zusätzlich kommt es durch die Auslösung von Gallenblasenkontraktionen zu einem verstärkten Gallefluss. Als willkommener Nebeneffekt normalisiert Sulfat die Bakterienflora.

Patienten mit Reizdarmsyndrom und leichten entzündlichen Darmerkrankungen profitieren von dem Gehalt der Quellen an Kalzium, das auch als natürliches Antiallergikum gilt. Besonders interessant sind die Quellen aber für die Kalziumsubstitution bei der Osteoporosevorbeugung. Hilfreich bei Verkrampfungen im Verdauungssystem ist Magnesium. Gerade der spastische Reizdarm profitiert von dieser Eigenschaft. Ganz allgemein gilt Magnesium als wichtigstes Ion zahlreicher Enzymsysteme. Ein Mangel führt in der Regel zu Leistungsminderung und vegetativen Regulationsstörungen.

Trinken – aber mit Plan

Aber nicht nur der Gehalt an gelösten Mineralien wird vom erfahrenen Arzt bei der Trinkkur genutzt. Auch über die Faktoren Tageszeit, Wassertemperatur, Trinkmenge und Trinkgeschwindigkeit können entweder anregende oder im Gegenteil auch beruhigende Auswirkungen auf den Körper erzielt werden.

Wenngleich die Trinkkur mit Mineralquellen zu den naturheilkundlichen Therapieformen zählt und damit nahezu nebenwirkungsfrei ist, sollten im Einzelfall Einschränkungen in der Regulationsfähigkeit des Körpers berücksichtigt werden. Voraussetzung für den Erfolg einer Trinkkur bleibt deshalb in erster Linie der vom Kurarzt individuell auf seinen Patienten abgestimmte Trinkplan.

 

Autor: Dr. Heinrich Ilse

Für weiterführende Informationen wenden Sie sich an Danica Schlosser, Marketing Kurverwaltung Bad Mergentheim, Telefon +49 (0) 7931 - 965-230, E-Mail: d.schlosser@kur-badmergentheim.de