Partnerschaft mit Ste. Marie du Mont (Normandie)

Es begann im Jahre 1961, als der unvergessene Jean Baptiste Scelle, ein ehemaliger Kriegsgefangener aus der Nähe von Ste. Marie du Mont seinen Cousin zu Besuch in der neuen Heimat hatte.

Jean ist nach dem 2. Weltkrieg in Edelfingen „hängen geblieben“ – er hat seine große Liebe Johanna geheiratet.

Beide hatten die Idee einer Partnerschaft und so kam es, dass der SV Edelfingen, bei dem Jean Mitglied war, an Ostern 1963 in der Normandie weilte. Zu Pfingsten des gleichen Jahres wurde das Fußball-Rückspiel mit dem Club Avenir Sportif in Edelfingen ausgetragen.

44 erwartungsvolle Franzosen waren hier und wurden zu Freunden. 

Am 28. Mai 1967 wurde diese schöne Beziehung durch Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde offiziell durch die Gemeindevertreter Bürgermeister Lang und stellv. Bürgermeister Cardron besiegelt.

Ste. Marie du Mont liegt in der Halbinsel Cotentin fast an der Grenze der beiden Departements La Manche und Calvados. Es ist der Küstenabschnitt der sich vor dem Krieg „La Madeleine“ nannte und an dem am Morgen des 6. Juni 1944 amerikanische Truppen zur Invasion landeten. Seitdem nennt sich dieser Strandabschnitt „Utah Beach“. Am Strand wurde von der Gemeinde ein Museum erbaut, in  dem anhand von Filmen, Archivdokumenten und Anschauungsmodellen von diesem außergewöhnlichen Ereignis im Juni 1944 berichtet wird.

Ste. Marie du Mont ist Zentrum einer privilegierten Rinderzucht und liegt nahe bei einem 600 Hektar großen Reservat für Zugvögel, die dort ungestörte Rast auf ihrem Wanderzug machen können. Dominierend in der Ortschaft ist der mächtige und schöne Kirchturm im Zentrum der Gemeinde, dessen Ursprünge ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Dieser alles überragende Renaissance-Kirchturm  ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Ste. Marie du Mont.

Ein mildes, vom nahen Meer beeinflusstes Klima prägt die Landschaft. Dominierend ist die Landwirtschaft und besonders die Rinder- und Pferdezucht. Die Meeresfrüchte gibt es hier täglich frisch. Zwei große Molkereigenossenschaften sind in benachbarten Gemeinden, mit einem großartigen Angebot vieler Käsesorten, besonders dem weltberühmten Camembert.

Viele Ausflugsziele sind in leicht erreichbarer Nähe: Bayeux mit seinem bekannten Teppich, die Hafenstadt Cherbourg, die Fischerdörfer St. Vaast la Houge und Barfleur, Cap de la Hague und die atomare Wiederaufbereitungsanlage Cogema und natürlich das uralte Pilgerziel  Mont  St. Michel, der Höhepunkt jeder Normandiereise.

Naturfreunde kommen bei einer Fahrt mit dem Glasboot auf dem Flüsschen la Douve in den regionalen Naturpark Marais du Cotentin et du Bessin voll auf ihre Kosten.

Sehen und erleben, die Normandie bietet für jeden Gast etwas schönes und interessantes. Nach diesem Grundsatz handeln viele Besucher, Franzosen und Deutsche. Getragen wird diese außergewöhnliche Partnerschaft durch viele private Besuche, Gruppen und Vereine aus Edelfingen und Umgebung. Möge diese Beziehung noch lange in dem guten Geist der Freundschaft Bestand haben.

Autor: Karl Zeller