Fahnenfreundschaft mit der japanischen Stadt Fuefuki bzw. Isawa

Seit dem Jahre 1988 bestehen zwischen dem japanischen Kurort Isawa und der Kur- und Fremdenverkehrsstadt Bad Mergentheim gute und freundschaftliche Beziehungen, zum einen durch regelmäßige Besuche japanischer Reisegesellschaften in unserer Stadt, aber auch durch gegenseitige Besuche offizieller Delegationen.

Fuefuki
Fuefuki

Seit dem Jahre 1988 bestehen zwischen dem japanischen Kurort Isawa und der Kur- und Fremdenverkehrsstadt Bad Mergentheim gute und freundschaftliche Beziehungen, zum einen durch regelmäßige Besuche japanischer Reisegesellschaften in unserer Stadt, aber auch durch gegenseitige Besuche offizieller Delegationen. 1988 besuchte der Städteplaner Prof. Hanaoka aus Isawa privat eine Woche lang Bad Mergentheim. Er war derart von der Struktur der Stadt begeistert, daß er Kontakt mit der Stadtverwaltung aufnahm. Seine Begeisterung schilderte er dem damaligen Bürgermeister von Isawa, Ken Amano, und dem Stadtrat. Es folgten weitere Besuche offizieller Vertreter.

Dies war für den neuen Bürgermeister von Isawa, Akio Ishihara, (Ken Amano wurde mittlerweile zum Gouverneur der Präfektur Yamanashi gewählt) Anlaß, im Mai 1991 dem früheren Oberbürgermeister der Stadt Bad Mergentheim, Dr. Elmar Mauch, eine sog. Fahnenfreundschaft anzubieten. Dr. Mauch befand sich damals als Vertreter des Landesfremdenverkehrsverbands Baden-Württemberg auf einer Besuchsreise in Japan. Beide Bürgermeister befanden diese Idee als gut, nicht zuletzt wegen der Ähnlichkeit der Städte. Beides sind Kurorte und verfügen über natürliche, wenn auch unterschiedliche Quellen. Am 26. Mai 1991 wurde in Isawa zwischen den (Ober-)Bürgermeistern der beiden Städte ein erster Freundschaftsvertrag unterzeichnet.

Isawa (jap. “Steinharmonie“), in der Präfektur Yamanashi westlich von Tokio in der Nähe des Fujiyama gelegen, hat, ähnlich wie Bad Mergentheim, ca. 22.000 Einwohner und liegt 267 Meter über dem Meeresspiegel. Die Stadt ist einerseits wegen ihrer heißen Quellen, die zur Badekur genutzt werden und zum anderen durch die jährlich anläßlich des Frühsommerfestes stattfindenden historischen Spiele (Wiedergabe einer Schlacht aus dem 16. Jahrhundert) weithin bekannt.

Im November 1992 weilte eine große Delegation aus Isawa zu einem Besuch in Bad Mergentheim. Im Rahmen eines Festaktes im Kursaal wurde die Fahnenfreundschaft zwischen Isawa und Bad Mergentheim offiziell und feierlich besiegelt.

Im April 1994 erfolgte ein Gegenbesuch einer Delegation aus Bad Mergentheim, bestehend aus dem Oberbürgermeister, einigen Mitgliedern des Gemeinderats, örtlichen Gewerbetreibenden und Vertretern der Bürgerschaft. Der Stadt Isawa wurde bei diesem Anlaß als Gastgeschenk eine Bronzeglocke übergeben. Diese Glocke wurde auf dem Kurhaus angebracht. Ihr Klang erinnert stets an die Freundschaft zwischen den beiden Städten. Auch in Bad Mergentheim gibt es zahlreiche Zeugen dieser Fahnenfreundschaft: An den Ortseingängen wehen die Fahnen von Isawa. Präsente aus Japan sind in Vitrinen im Rathaus ausgestellt. Im Oktober 1993 wurde vor der Fußgängerbrücke am Tauberwehr eine große japanische Steinlaterne, ein Gastgeschenk der Stadt Isawa, errichtet und daneben ein Kirschbaum gepflanzt. Der Kurpark wurde im Jahre 1995 um einen nach Originalplänen gebauten japanischen Garten erweitert. Im April 1998 besuchte eine größere Bad Mergentheimer Delegation, bestehend aus offiziellen Vertretern der Stadt sowie Bürgerinnen und Bürgern, Isawa. 

Im Herbst 2003 wurden in Bad Mergentheim die Feierlichkeiten anläßlich des 10jährigen Bestehens der Fahnenfreundschaft nachgeholt. Wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 mußten diese verschoben werden. Eine große Delegation aus Isawa weilte in der Kurstadt. Höhepunkte der Feier war ein Festakt im Roten Saal des Deutschordensschlosses und die Pflanzung von 10 Zierkirschen im äußeren Kurpark.

Im April 2004 besuchten fast 30 Bad Mergentheimer Bürgerinnen und Bürger die Stadt Isawa und nahmen am Frühlingsfest und an der Nachstellung der berühmten Schlacht von Kawanakajima teil.

Am 12. Oktober 2004 wurde Isawa im Rahmen einer Gemeindereform mit fünf umliegenden Städten zur neuen Stadt Fuefuki mit 72.000 Einwohnern vereinigt. Da der Bürgermeister der Stadt Isawa, Masanao Ogino, auch zum Bürgermeister der neuen Gesamtstadt gewählt wurde, ist der Fortbestand der guten Beziehungen gewährleistet.

Zahlreiche Besucher verschiedener Gruppierungen aus Bad Mergentheim in Isawa bzw. Fuefuki und die große Zahl japanischer Gäste in unserer Stadt belegen, daß die Fahnenfreundschaft nicht nur auf dem Papier geschrieben, sondern trotz der großen Entfernung mit Leben erfüllt ist.