Portrait der Stadt Borgomanero

Muttergottesstatue als Wahrzeichen - Die Stadt Borgomanero besitzt einen einzigartigen Standort im Norden der Provinz Novara, in unmittelbarer Nähe der Hügel von Vergante und Cusio und der Seen von Orta und Lago Maggiore...

Borgomanero
Borgomanero

Muttergottesstatue als Wahrzeichen

Die Stadt Borgomanero besitzt einen einzigartigen Standort im Norden der Provinz Novara, in unmittelbarer Nähe der Hügel von Vergante und Cusio und der Seen von Orta und Lago Maggiore. Sie liegt ganz in der Nähe der großen Städte Norditaliens: 60 km bis Mailand und ungefähr 100 km bis Turin. Die Stadt wird vom Fluß Agogna durchquert, der seinen Ursprung im Mottarone hat, und nach einer Strecke von rund 140 km in den größten norditalienischen Fluß, den Po mündet.

Borgomanero ist mit rund 20.100 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Bezirk und  lebt  hauptsächlich vom Handel. Der seit dem 13. Jahrhundert existierende Markt ist sehr bekannt. Dort werden Produkte der Metallindustrie wie beispielsweise Rohrteile, Ventile oder Wasserhähne gehandelt. Auch die Landwirtschaft erblüht aufs Neue durch die Neukultivierung von Weinreben.

STREBSAME BÜRGER

Die Bürger der Stadt Borgomanero führen ein strebsames Leben. Sie widmen sich ihrem Studium oder der Arbeit. Sie leben zusammen mit einigen Zuwanderern, die sich gut in das lokale Leben integriert haben. Auch kulturelle und soziale Einrichtungen wie Vereine und Verbände sind etabliert und bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, die ganz im Dienste der Gemeinschaft stehen.

Heute steht das alte Borgo wieder im Vordergrund und befindet sich Dank der wunderschönen Erfahrung mit Digne-les-Bains und nun der neuen Partnerschaft mit Bad Mergentheim in einem weiteren Aufschwung mit neuen gesellschaftlichen und kulturellen Möglichkeiten.

GESCHICHTE

Borgomanero wurde als „freie Stadt“ gegründet und die ersten Spuren, die die Existenz bezeugen, stammen aus dem Jahre 1202 als der Name „Burgus Sancti Leonardi“ in einer Abmachung zwischen Novarra und den Grafen von Biandrate erscheint. Der Name wird dem Gouverneur von Novarra, Jacobus Maynerio zugeteilt, der nicht an der Gründung der Stadt teilnahm, sie aber später nach sich benannte.

Nach 1230 verschwindet der Name Borgo San Leonardo ganz und wird durch Borgo, dessen Bevölkerung sich sehr entwickelt hat, ersetzt. Die Geschichte Borgos und seiner Ländereien wird durch die politischen Ereignisse Novarras geprägt.  Borgo wechselte im Laufe der Jahre mehrmals den Besitzer. Einer der bekanntesten von ihnen war der Marquis Gabriele der Erste, der im Jahre 1721 die Statue der Muttergottes erbauen ließ. Diese Statue steht heute noch im Zentrum von Borgo. Sie  ist das Wahrzeichen der Stadt und das Objekt der ehrfürchtigen Andacht der Einwohner.

Mit dem Ende der Macht der Familie Este ging das Lehensgut an die Familie Savoyen über. Mit Ausnahme der napoleonischen Zeit, in der Borgomanero abwechselnd zum Territorium der Cisalpinischen und der italienischen Republik gehörte, glich der Epos der Stadt wie auch alle anderen Lehensgüter der Region Novarra der Geschichte der Familie Savoyen.

Nach Napoleons Untergang ging Borgomanero während dem neuen italienischen Königreich wieder an die Savoyens zurück. Die wirtschaftliche Verwandlung von Borgomanero fand Ende des 19. Jahrhunderts statt, als die Gesellschaft eine starke Veränderung durchmachte. Sie nahm von einer landwirtschaftlichen Tradition immer mehr Abstand, um mehr und mehr eine städtische Gemeinschaft zu werden. Die Handelsleute gründeten neben ihren Geschäften ihre eigenen Werkstätte, wurden qualifizierte Handwerker und stellten bald ihre eigenen Produkte her.

HANDELSSTADT

Der Anschluß ans Eisenbahnnetz (1861 - 1864) und an das elektrische Stromnetz stellt für die Bürger Borgomaneros ein sehr wichtiges historisches Ereignis dar. Dies führte zur Gründung der ersten Fabriken und gewerblichen Betriebe. Nach Ende des zweiten Weltkrieges fand Borgomanero ihre Berufung als Handelsstadt wieder, welches sie Jahrhunderte lang von anderen Städten unterschied. Noch heute führt die Stadt diesen Status fort und besitzt einzigartige und sehr kostbare Kunstgebäude, wie beispielsweise die kollegiale Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die dem Apostel Sankt Bartoloméo gewidmet wurde, der romanischen Kapelle von Sankt Leonardo, die im Inneren einzigartige Fresken zu bieten hat oder Sankt Michele in Verzole und Sankt Nicola in Baraggiola aus dem 10. Jahrhundert. Daneben gibt es noch einige weitere bemerkenswerte zivile Bauwerke wie den Palast der Familie Este, die mittelalterliche Brücke von Torrione oder das Schloß von Vergano.