Bad Mergentheim

Literatur im Schloss

Als im Deutschordensmuseum im Jahr 2004 das Mörike-Kabinett eingerichtet wurde, war dies Anlass, zusammen mit dem aus Bad Mergentheim stammenden Kulturjournalisten Ulrich Rüdenauer eine stetige Literaturreihe einzuführen. Als Mitveranstalter und Sponsor konnte die ortsansässige Buchhandlung Moritz und Lux gewonnen werden.

Angesprochen werden alle Leser der Region. „Literatur im Schloss“ kennt keine Zugangshürden: Jeder soll sich auf die Texte einlassen können, und jeder kann etwas aus den Abenden ziehen. Es ist ein besonderes Erlebnis, einen Autor live zu erleben. Man bekommt nicht nur etwas vorgelesen, sondern kann auch neue Ebenen des literarischen Werks kennenlernen, etwas über die Persönlichkeit des Autors und sein Schreiben erfahren, mit ihm ins Gespräch kommen – während der Veranstaltung oder auch danach bei einem Glas Wein. Für Literatur im Schloss ist es wichtig, Hemmschwellen abzubauen: Literatur, auch die so genannte Hochliteratur, ist für jeden da. Und die Lesung selbst ist ein sehr sinnliches Erlebnis. Es gilt, was Roger Willemsen einmal im gesagt hat: „Die Autoren scheinen selbst im Vorlesen durch, und diese Berührung mit dem Fluidum der Autoren-Stimme besitzt einen eigenen Reiz.“ Es geht bei der Reihe um Literatur, die mit Leidenschaft und Unbedingtheit zu tun hat. Man muss spüren: Da ist ein Autor, er kann nicht anders, er muss Schreiben.

Zu den Gästen von Literatur im Schloss zählten unter anderem Thomas Rosenlöcher, Wilhelm Genazino, Helmut Böttiger, Thomas Hettche, Arno Geiger, Judith Hermann, Annette Pehnt, Ingo Schulze, Sibylle Lewitscharoff, Hanns Zischler, Peter Kurzeck, Arnold Stadler, Feridun Zaimoglu, Terézia Mora, Rüdiger Safranski, Hans Joachim Schädlich oder Roger Willemsen. Letzterer hat übrigens vor knapp 600 Zuhörern einen Vortrag zur „Schönheit und Funktion von Literatur“ gehalten.

FREUNDESKREIS

Der „Freundeskreis Literatur im Schloss“ hat sich aus dem Stammpublikum von „Literatur im Schloss“ im Jahr 2007 entwickelt. Es gibt im Freundeskreis keine feste Mitgliedschaft. Jeder, der sich der Reihe verbunden fühlt, entrichtet einen kleinen Beitrag – bekommt dafür immer rechtzeitig Informationen zu den Veranstaltungen und ein Jahresheft mit Texten der Autoren, die in der Reihe aufgetreten sind. Wer den Freundeskreis unterstützen möchte, kann sich an Christa Zechlin (christa.zechlin@gmx.de) oder das Deutschordensmuseum wenden.