Deutscher Orden

Die Bauwerke des Deutschen Ordens prägen unser Stadtbild bis heute. In der Architektur der Stadt, den Wappen, die man überall findet und im Deutschordensmuseum, das die Vergangenheit und Gegenwart des Deutschen Ordens erzählt.

Der Deutsche Orden prägte Bad Mergentheim. (Foto: Holger Schmitt)
Der Deutsche Orden prägte Bad Mergentheim. (Foto: Holger Schmitt)

Deutscher Orden
Als Leuchtturmveranstaltung passen die St. Georgstage im April perfekt in die Szenerie. Vom 22. bis 24. April geht es rund in Bad Mergentheim. In Aktion ist die Deutschorden-Compagnie mit Rekrutenwerbung, Wachaufzug und Salutschießen - wie es früher eben zuging. Als Höhepunkt gilt die Hochmeister-Messe am Sonntag im Münster. Hochmeister Dr. Bruno Platter wird die Messe zelebrieren.

Am Samstag werden zwei Ausstellungen eröffnet: "1000 Jahre Deutsche Geschichte in Siegeln" in der Sparkasse und "Schätze des Deutschen Ordens" im Schloss. Unter den "Schätzen" sind wertvolle Leihgaben aus der Schatzkammer des deutschen Ordnes in Wien zu bewundern.

Am selben Tag öffnen Deutschordensniederlassungen in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen ihre Türen zu den eigenen historischen Schätzen, mehr dazu finden Sie auf der Startseite der Heimattage.

Themenführungen im Museum, durch die Stadt und die historische Umgebung runden das Programm ab.

 

Die Entstehung der Sonderausstellung „Schätze des Deutschen Ordens“

Erstmals seit dem 19. Jahrhundert kehren Teile der Schatzkammer des Deutschen Ordens aus Wien zurück nach Bad Mergentheim. Sie werden in der opulenten Sonderausstellung „Schätze des Deutschen Ordens“ im Schloss gezeigt. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für dieses außergewöhnliche Projekt im Rahmen der Heimattage schon seit einem Jahr.

Der Blick in die Geschichte verdeutlicht, warum diese Schau etwas Besonderes ist: Mergentheim war von 1526 bis 1809 die Residenz der Hochmeister des Deutschen Ordens. Dessen Schatz „Teutschmeister’sche alte Effecte“ fand man hier seit 1606. Inzwischen haben der Deutsche Orden und seine Schatzkammer ihren Sitz in Wien.

Bad Mergentheims Verkehrsdirektor Kersten Hahn hatte die Schätze-Ausstellung im Rahmen des Heimattage-Schwerpunktes „Deutscher Orden“ initiiert und gemeinsam mit Oberbürgermeister Udo Glatthaar eine entsprechende Anfrage nach Wien geschickt. Ihr Einverständnis dazu hatte auch Museumsdirektorin Maike Trentin-Meyer gegeben, die zudem eine Ergänzung der Schatzkammer-Objekte mit Kirchenschätzen aus der Region anregte.

Aus Wien kam grünes Licht: Hochmeister Dr. Bruno Platter ist überzeugt, dass es mit dieser Ausstellung gelingt, die „in Jahrhunderten gewachsene fruchtbare Verbindung von Deutschem Orden und der Stadt Bad Mergentheim gut und anschaulich zu präsentieren“. Der Hochmeister wird bei der Eröffnung am 23. April selbst anwesend sein.

Dann werden in den Fürstlichen Räumen des Schlosses rund 80 außergewöhnliche Objekte präsentiert, die in diesem Ambiente einen Eindruck höfischer Pracht der ehemaligen Deutschordensresidenz geben. Zu den Schätzen aus Wien kommen Objekte des Münsterschatzes in Bad Mergentheim, des Germanischen Nationalmuseums, aus Privatbesitz sowie Kirchenschätze ehemaliger Niederlassungen des Deutschen Ordens, die noch nie in einer Ausstellung zu sehen waren.

Hinter den Kulissen wurde daran schon das ganze Jahr 2015 über gearbeitet. Denn mit der Zusage aus Wien hatte für das Museums-Team die Recherchearbeit erst richtig begonnen. Der Bundesfreiwillige Professor Roland Engelhard nahm sich der Aufgabe an. Er stellte Kontakte zu Deutschordensniederlassungen her, fragte Pfarreien an und verhandelte gemeinsam mit Museumsdirektorin Maike Trentin-Meyer bei Ortsterminen.

Auch die logistische Umsetzung galt es zu klären, außerdem mussten Leihverträge gemacht und Texte erarbeitet werden. Wie soll die Ausstellung aussehen? Fragen wie diese verlangten im Vorfeld nach einer Antwort – auch weil sich das Museum einen Gestalter und umfangreiche Schreinerarbeiten nicht leisten kann. Manche der Exponate müssen aufwändig konservatorisch betreut werden, viele Genehmigungen sind bei den Ämtern einzuholen.

Vieles ist inzwischen geklärt und auf den Weg gebracht, doch die „heiße Phase“ kommt erst noch. „Eine Ausstellung von A bis Z selbst zu machen bedeutet einen immensen Aufwand“, sagt Maike Trentin-Meyer – und ergänzt: „Aber wir lernen immer wieder Neues dazu, dürfen uns mit neuen Themen befassen und freuen uns, wenn die Schau zur Eröffnung für die Gäste im Museum elegant und schön daherkommt. Niemand soll der fertigen Ausstellung ansehen, welche Mühe dahinter steckt!“