Schloss Kapfenburg

Bau / Anlage

Schloss Kapfenburg liegt im Ostalbkreis auf einer Bergnase des Albtraufs, 130 m über der Stadt Lauchheim. Der Name „Kapfenburg“ leitet sich vom mittelalterlichen Begriff „kapfen“ („gaffen“, „ins Land schauen“) ab.

Durch den Funktionswandel von der Wehrburg zum repräsentativen Wohnschloss wurde die Anlage im Laufe der Jahrhunderte zu einem außergewöhnlichen architektonischen Ensemble, welches Baustile der unterschiedlichsten Epochen in sich vereint.

Imposante Bastionen, prächtige Schauportale und das steil aufragende Hochschloss errichteten die Deutschordensherren ab dem 14. Jahrhundert. Unter Komtur Johann Eustach von Westernach (1590-1627) wurde ein großer Renaissancetrakt erbaut. Der Westernachbau mit seinem reich geschmückten, kreuzgratgewölbten Rittersaal ergänzt die ältere Hauptburg, den Hohenlohebau und das mittelalterliche Kaplaneigebäude.

Zusammen mit den erhaltenen Wehrbauten, Tor- und Wirtschaftsgebäuden, der Schlosskapelle und der barocken Lorenzkapelle erzählt Schloss Kapfenburg eindrucksvoll vom Leben auf einer Burg beziehungsweise eines Schlosses.

©Ralf Baumgartner
©Ralf Baumgartner

Geschichte

Das Territorium um die Kapfenburg gehörte ursprünglich zum staufischen Reichsgut. Die Bausteinlegung fällt in die Zeit der staufisch-welfischen Auseinandersetzungen 1077 bis 1125. 1311 wurde die Kapfenburg erstmals urkundlich erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt noch im Besitz der Grafen von Öttingen erwarb das Deutschordenshaus Mergentheim das Schloss im Jahre 1364. Es war die letzte Kommendengründung des Ordens im süddeutschen Raum - in der Rheinbundakte von 1806 hob Napoleon den Deutschen Orden auf. Schloss Kapfenburg wurde König Friedrich von Württemberg zugesprochen und ging in den Besitz des Landes über. Einzelne Gebäudekomplexe wurden vom württembergischen Kameral- und Forstamt bezogen, ansonsten blieb ein Großteil des Schlosses nahezu 200 Jahre lang ungenutzt.

 

Nach aufwendigen Renovierungsarbeiten bezog schließlich die Internationale Musikschulakademie Kulturzentrum Schloss Kapfenburg im Oktober 1999 die ehemalige Deutschordensfeste. Musikgruppen aus der ganzen Welt proben seitdem in den stilvollen Schlossräumen, aber auch als Tagungs- und Kulturzentrum steht das Schloss Gästen aus aller Welt offen. Mit dem Zentrum für Musik, Gesundheit und Prävention (ZMGP) engagiert sich die Stiftung für die Musikergesundheit, Studien- und Bildungsprogramme bieten Weiterbildungsmöglichkeiten. Alle Gäste werden vom Schlossrestaurant Fermata mit einer kreativen, regionalen Küche verwöhnt.

 

Öffentliche Führungen finden von April bis September jeden Sonn- und Feiertag statt. Für Erwachsene kostet sie 3 €, für Schüler unter 16 Jahren 2 €.
Darüber hinaus sind Führungen für Gruppen nach Voranmeldung das ganze Jahr über möglich.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.schloss-kapfenburg.de oder Tel.: 07363 96 18 0