Deutschordensstadt Gundelsheim

Kaiser Karl IV. hat um 1365 dem Deutschen Orden für Gundelsheim das Stadtrecht verliehen. Dieses Privileg verwandte dieser dazu, Gundelsheim in Hanglage und eng verzahnt mit den Befestigungen der Burg Horneck neu erbauen und ummauern zu lassen.

Die Aussicht auf Sicherheit, auf Bürger- und Marktrechte hat die Bewohner von Alt-Gundelsheim bewogen, ihr Dorf am unteren Lohgraben aufzugeben und in die Deutschordensstadt zu ziehen.

Die Herrschaft des Deutschen Ordens über Gundelsheim endete im November 1805.

©Stadt Gundelsheim
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Äußeres Schlosstor

Repräsentatives barockes Schlossportal mit Fürstenkrone, Ordensrittern und Hochmeisterkreuz.

Schloss Horneck I

Konrad von Horneck stiftete um 1255 seine Burg Horneck dem Deutschen Orden. Seit der Amtszeit Eberhard von Seinsheims (1420-1443) war sie Residenz der Deutschmeister. Nach ihrer Zerstörung im Bauernkrieg 1525 wurde die Residenz nach Mergentheim verlegt.

Der Wiederaufbau Hornecks als Renaissanceschloss war 1533 abgeschlossen. Dieses wurde ab 1724 im Barockstil umgestaltet.

Seit 1805 württembergisch, wurde Horneck u. a. als Kaserne genutzt und mehrfach verkauft. Es avancierte unter  Dr. Ludwig Roemheld zu einem renommierten Sanatorium. Das Gebäude diente während beider Weltkriege als Lazarett, war von 1946-1957 Lungenheilstätte und ist seit 1960 Heimathaus Siebenbürgen, ein Alten- und Pflegeheim.

Schloss Horneck II

Ab 1724 bauten die Ordensbaumeister Franz und Johann Michael Keller Horneck zum Barockschloss um. Hiervon zeugen der Festsaal sowie das Eingangsportal mit dem Wappen des Erbauers Hochmeister Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1694-1732) und Personifikationen der Standhaftigkeit und der christlichen Liebe.

Im Torbogen Abgüsse der Grabplatten der Deutschmeister Eberhard von Seinsheim (1420-1443) und Johann Adelmann von Adelmanns-felden (1510-1515).

Das Schloss ist heute Sitz des Heimathauses Siebenbürgen. Es beherbergt zudem mit der Siebenbürgischen Bibliothek und dem Siebenbürgischen Museum die bedeutendsten siebenbürgischen Kultureinrichtungen außerhalb Rumäniens.

Deutschmeisterhalle

Ursprünglich Kelter des Deutschen Ordens, in der die Winzer gegen Abgabe des Zehnten ihren Wein keltern mussten. 1983 wurde sie zur Veranstaltungshalle umbaut.

Im Foyer ist ein Bildstock aus dem Jahr 1516 aufgestellt, der früher an der Straße nach Böttingen stand. Er ist als „Baum der Erkenntnis“ (Paradiessymbol) gestaltet, der wegen des Sündenfalls abstarb und verdorrte. Die den Baum krönende Kreuzigung Christi steht für die Erlösung von den Sünden und für das ewige Leben.

In der Mauer zum Schloss ist der Grabstein (Schild mit Kirchen-spange) des Komturs Werner von Horneck verbaut, einer der beiden Söhne Konrads von Horneck.

 

Wir bieten die Stadtführung "Der Deutsche Orden in Gundelsheim" mit Leo Achtziger an. Dazu gibt es noch einen Flyer "Historischer Pfad Gundelsheim".
Kosten pro Person: 2,00 €
Treffpunkt: Rathaus Gundelsheim, Tiefenbacherstraße 16, 74831 Gundelsheim

Texte von A. Kolbeck und Dr. M. Lörz

Bilder ©Stadt Gundelsheim