Das Ämtlein Weidelbach

Die Landekommende Ellingen erwarb spätestens bis Ende des 14. Jahrhunderts Patronats- und Besitzrechte in Weidelbach (Gde. Dinkelsbühl, Lkr. Ansbach). Diese kamen zwischenzeitlich an die Kommende Donauwörth und 1456, durch weitere Zukäufe ergänzt, an die Kommende Nürnberg. Zur Verwaltung ihrer Güter und Ordenspfarreien setzte die Kommende einen Pfleger ein, der mit Sitz in Dinkelsbühl auch für Weidelbach zuständig war. "Mit einer neue Welle von Ankäufen" (z.B. Belzheim 1488 [Hofmann 420, 488]) wurde der Besitz konsolidiert und in das Obervogteiamt Dinkelsbühl sowie mehrere diesem zugeordnete Unterämter bzw. "Ämtlein" (Erzberg, Halsbach, Schneidheim, Weidelbach) unterteilt. Zum Ämtlein Weidelbach gehörten dabei Besitzungen in den Ortschaften Asbach, Gaisbühl, Neumühle, Oberhinterhof, Oberradach, Rappershof, Röthendorf, Riegelbach, Schopfloch, Seidelsdorf, Seiderzell, Unterhinterhof, Veitswend, Weidelbach, Waldeck, Waldhäuslein, Waldthann sowie Zwernberg

Die Verwaltungsreform des Ordens 1789 erhob Dinkelsbühl mit seinen Ämtlein zum Oberamt, das auf der gleichen Verwaltungsebene wie Ellingen und Nürnberg direkt dem Deutschmeister in Mergentheim unterstellt war. Als 1802/03 mit der Reichsstadt Dinkelsbühl das regionale Mittelzentrum von Bayern in Besitz genommen wurde, war jedoch auch das Ende der Deutschordensgebiete auf der Frankenhöhe besiegelt. Obwohl dem Hoch- und Deutschmeister Erzherzog Karl v. Habsburg im Preßburger Frieden des Jahres 1805 zwischen Frankreich und Österreich die Unversehrtheit der Deutschordensgebiete zugesichert worden war, begannen Bayern und Württemberg im November 1805 mit Sequestrierungen, die sie in einem Vertrag vom 3. Juni 1806 untereinander bestätigten. 1809 wurde der Deutsche Orden in den Rheinbundstaaten durch ein Edikt Napoleons schließlich auch offiziell aufgelöst.