Heimattage 2016
Deutscher Orden

Deutschorden: Standorte

Deutschen Orden in Mühlhausen

Der Deutsche Orden war die bestimmende kirchliche Kraft im Mittelalter in Mühlhausen und verfügte nicht nur über bedeutenden Grundbesitz sondern auch über zwei Ordenshäuser in der Alt- und Neustadt. Er besetzte alle Pfarrkirchen der Innenstadt mit seinen Priestern und brachte im 14. Jahrhundert auch die Vorstadtkirchen unter seine Kontrolle. Mit der Schenkung der beiden Hauptkirchen Divi Blasii (1227) und St. Marien (1243), durch die Söhne Kaiser Friedrich II., erlebte der Deutsche Orden seine Blütezeit in Mühlhausen. Kristan von Mühlhausen, der einer reich begüterten Reichsministerialenfamilie entstammte, trat 1271 dem Deutschen Orden bei. Er wurde Pfarrer der Altstadtkirche Divi Blasii und Komtur der Altstadtkommende in Mühlhausen. Mit einem großen Teil seines privaten Vermögens finanzierte er den Neubau der Blasiuskirche und der Annenkapelle. Als Bischof von Samland (Königsberg) und auch als Weihbischof der Mainzer Diözese bleibt Kristan eng mit Thüringen und seiner Vaterstadt Mühlhausen bis zu seinem Tod 1295 verbunden.

Das Ämtlein Weidelbach

Die Landekommende Ellingen erwarb spätestens bis Ende des 14. Jahrhunderts Patronats- und Besitzrechte in Weidelbach (Gde. Dinkelsbühl, Lkr. Ansbach). Diese kamen zwischenzeitlich an die Kommende Donauwörth und 1456, durch weitere Zukäufe ergänzt, an die Kommende Nürnberg. Zur Verwaltung ihrer Güter und Ordenspfarreien setzte die Kommende einen Pfleger ein, der mit Sitz in Dinkelsbühl auch für Weidelbach zuständig war. "Mit einer neue Welle von Ankäufen" (z.B. Belzheim 1488 [Hofmann 420, 488]) wurde der Besitz konsolidiert und in das Obervogteiamt Dinkelsbühl sowie mehrere diesem zugeordnete Unterämter bzw. "Ämtlein" (Erzberg, Halsbach, Schneidheim, Weidelbach) unterteilt. Zum Ämtlein Weidelbach gehörten dabei Besitzungen in den Ortschaften Asbach, Gaisbühl, Neumühle, Oberhinterhof, Oberradach, Rappershof, Röthendorf, Riegelbach, Schopfloch, Seidelsdorf, Seiderzell, Unterhinterhof, Veitswend, Weidelbach, Waldeck, Waldhäuslein, Waldthann sowie Zwernberg

„Deutschen Orden“ im Alltag in Neubrunn erleben

In Markt Neubrunn ist der Deutsche Orden durch viele Abbildungen des Heiligen St. Georg und in Namen wie „Deutschherrnstraße“ oberhalb des Schlosses und „Deutschherrn-Apotheke“ verankert. Der Fanfarenzug "Fränkische Herolde" hat sogar eine Eingenkomposition: „Deutschherrnfanfare“.

Stadt Weinheim

Das heutige Museumsgebäude wurde 1710 durch den Deutschen Orden errichtet. Der Orden war seit dem späten 13. Jahrhundert in Weinheim (Nähe Kapellenstraße) ansässig. 1308 wurden die Deutschordensherren als Bürger der Neustadt aufgenommen; ihnen wurde das Grundstück zwischen Amtsgasse und Schlossergasse zugewiesen. Kommendenhaus (Verwaltungsgebäude), Kapelle und Wirtschaftsgebäude bildeten dabei eine geschlossene Hofanlage. 1710 wird das Kommendenhaus im barocken Stil mit dem prächtigen Wappen des Hoch- und Deutschmeisters Franz Ludwig von der Pfalz über dem Eingang neu errichtet. Nach der Auflösung des Ordens 1809 wurden die Kapelle und in der Folge auch alle Nebengebäude abgebrochen. Das Kommendenhaus diente zunächst als Sitz des neu eingerichteten Bezirksamtes („Amtshaus”), später als Untersteueramt. 1934 kaufte die Stadt Weinheim dieses Gebäude und brachte 1939 die Sammlung des Altertumsvereins hier unter, heute Museum der Stadt Weinheim.

Halle an der Saale - St. Kunigundis

Die erste Niederlassung des Deutschen Ordens im Reichsgebiet nördlich der Alpen, das Hospital und die spätere Kommende St. Kunigundis vor Halle, entstand auf einer Saaleinsel im Westen der Stadt, wo der Orden schon im Jahr 1200 Land für seine Ansiedlung vom Magdeburger Erzbischof Luidolf von Kroppenstedt erhielt. Am St. Georgstag 2016 können Sie in Halle viel Interessantes über den Deutschen Orden erfahren.

Schloss Kapfenburg

Bau / Anlage

Schloss Kapfenburg liegt im Ostalbkreis auf einer Bergnase des Albtraufs, 130 m über der Stadt Lauchheim. Der Name „Kapfenburg“ leitet sich vom mittelalterlichen Begriff „kapfen“ („gaffen“, „ins Land schauen“) ab.

Durch den Funktionswandel von der Wehrburg zum repräsentativen Wohnschloss wurde die Anlage im Laufe der Jahrhunderte zu einem außergewöhnlichen architektonischen Ensemble, welches Baustile der unterschiedlichsten Epochen in sich vereint.

Imposante Bastionen, prächtige Schauportale und das steil aufragende Hochschloss errichteten die Deutschordensherren ab dem 14. Jahrhundert. Unter Komtur Johann Eustach von Westernach (1590-1627) wurde ein großer Renaissancetrakt erbaut. Der Westernachbau mit seinem reich geschmückten, kreuzgratgewölbten Rittersaal ergänzt die ältere Hauptburg, den Hohenlohebau und das mittelalterliche Kaplaneigebäude.

Zusammen mit den erhaltenen Wehrbauten, Tor- und Wirtschaftsgebäuden, der Schlosskapelle und der barocken Lorenzkapelle erzählt Schloss Kapfenburg eindrucksvoll vom Leben auf einer Burg beziehungsweise eines Schlosses.

Deutschordensstadt Gundelsheim

Kaiser Karl IV. hat um 1365 dem Deutschen Orden für Gundelsheim das Stadtrecht verliehen. Dieses Privileg verwandte dieser dazu, Gundelsheim in Hanglage und eng verzahnt mit den Befestigungen der Burg Horneck neu erbauen und ummauern zu lassen.

Die Aussicht auf Sicherheit, auf Bürger- und Marktrechte hat die Bewohner von Alt-Gundelsheim bewogen, ihr Dorf am unteren Lohgraben aufzugeben und in die Deutschordensstadt zu ziehen.

Die Herrschaft des Deutschen Ordens über Gundelsheim endete im November 1805.

"Deutsch Haus" in Schwäbisch Gmünd

Das sog. „Deutsche Haus“ am Marktplatz 31 in Schwäbisch Gmünd war von 1603-1657 im Besitz des Deutschen Ordens. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Gebäude wurde vom Komtur Johann Eustach von Westernach erworben und im 17. Jahrhundert umgebaut. Weitere Umbauten erfolgten im 19. und 20. Jahrhundert. Der nördlich an das Gebäude anschließende Torbogen – heute eine Kopie, auf dem Foto von 1969 noch das Original – zeigt das Wappen des Hoch- und Deutschmeisters Karl, Erzherzog von Österreich (1619-1624).

Kommende Frankfurt - Sachsenhausen

Die zerstörte ehemalige Kommende wurde 1958 vom Deutschen Orden rückerworben, seit 1963 leben und wirken wieder Priester des Deutschen Ordens in Frankfurt. Das Priorat wurde 1998 nach Weyarn verlegt. Mit den Brüdern leben auch Deutsch-Ordens Schwestern in der Kommende. Seelsorglich wird die Pfarrei "Deutschorden" (Maria Himmelfahrt) von den Brüdern betreut.