6. Synagoge, Holzapfelgasse

Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts konzentrierte sich das Wohngebiet der jüdischen Bürger auf die heutige Holzapfelgasse, die bis ins 19. Jahrhundert auch Judengasse genannt wurde. Wo heute die Mädchenrealschule St. Bernhard steht, befand sich bis 1957 die Synagoge sowie das Rabbinerhaus mit einer eingegliederten Schule, in der bis 1934/35 die jüdischen Kinder ihren Religionsunterricht erhielten.

Synagoge Bad Mergentheim, Holzapfelgasse
Synagoge Bad Mergentheim, Holzapfelgasse

Die Synagoge wurde 1762 von Baruch Simon, dem Großvater Ludwig Börnes, errichtet und von 1838/39 erneuert und vergrößert. 1942 wurde die Synagoge an einen Privatmann verkauft. Die amerikanischen Befreier weihten sie 1946 wieder ein. Ein jüdisches Gemeindeleben war aber aufgrund der Vertreibungen aller jüdischen Mitbürger unter dem Naziregime nicht mehr möglich, so dass einige Jahre später die Synagoge wieder verkauft und zugunsten des Ausbaus der Mädchenrealschule St. Bernhard schließlich abgerissen wurde.

Eine Gedenktafel, an der Stelle des früheren Rabbinerhauses in der Holzapfelgasse angebracht, sowie ein Torbogen erinnern heute noch an das ehemalige Zentrum des jüdischen Lebens in der Stadt.

Seit 2010 erinnert eine Steele im äußeren Schlosshof an die jüdischen Opfer im Dritten Reich.